Personen-Vorstellung: Présentation de Mark Benecke

Salut Mark,
Merci becaoup pour ta réponse rapide!
Im Anhang findest du meine kleine Präsentation auf A1- Niveau und ein Foto von heute. Mir ist dann doch nach Recherche ein Fun Fact begegnet, den ich ganz cool fand.
Die Präsentation kam super an und wir haben im Kurs dann auch höchst essenzielle Vokabeln, wie das Wort Made lernen können.
Ich schicke dir und auch Tina ganz liebe Grüße
Ronja

Das Vegane Zeitalter. Wenn Mitgefühl erwachsen wird. Eine ethische Ansage.

Quelle: HRSG Iris Asiya Pasternack, ISBN: 9798274869553, Seite 41

Gastbeitrag Dr. Mark Benecke, Kriminalbiologe & Tierrechtsaktivist – Deutschland

Mitgefühl ist bei tierischen „Lebensmitteln“ messbar eine Lüge. Kein heute lebender, mitfühlender Mensch aus Zentral-Europa, der eine Schlachtung oder das Zusammentreiben von Tieren direkt vor der Schlachtung erlebt hat, fasst je wieder ein Tier-Produkt an.

Dasselbe gilt für die maschinelle „Verarbeitung“ von Hühnern und Puten, von Milch und allem anderen.

Das Abstechen, Verbrühen, mit Strom betäuben oder eben auch nicht, an Geräte anschließen und im Kot siechen lassen – niemand, der Tier-Produkte verwendet, fühlt hier mit. Es ist den betreffenden Menschen einfach scheißegal.

Nicht mehr, nicht weniger. Mir sind diejenigen fast lieber, die offen zugeben, dass sie null Mitgefühl haben und gegen Zucht, Folter und Vernichtung nichts einwenden, solange ihnen ihr Leichengewebe mundet.

Wenigstens sind solche Menschen ehrlich und lügen sich und anderen nicht stundenlang vor, dass sie tierlieb seien. Vor Gericht würde jede und jeder die Augen rollen, wenn ein Angeklagter einen dermaßen frech gelogenen Unsinn über angebliches Mitgefühl berichten würde.

Mark Benecke
Dezember 2025

Hanacon Cosplay-, Manga-, Anime-Con in Hannover (2026)

Fantastische Menschen auf der Convention in Hannover mit Star-Gästin Hastune Miku (live) und supervielen weiteren bezaubernden Menschen, auch im HanaBon-Café 🍰, auf der Bühne, am Klavier und der Näh-Nadel 🧵

Coole Sticker uns Kunst gab's auch ✨

Mehr geht nicht.

Fotos: Weiterverwendung nur nach schriftlicher Absprache. 

Use photographs only after writing with Mark Benecke.

Serienmörder Peter Kürten

Ein Gespräch über den Serien-Täter Peter Kürten aus Köln und Düsseldorf für die St.-Franziskus-Realschule Olpe mit Kriminal-Biologe Dr. Mark Benecke. Sein Name "Vampir von Düsseldorf" ist etwas irreführend, aber er verwendete Stich-Werkzeuge und freute sich bei seiner Hinrichtung darauf, dass sein eigenes Blut sprudeln würde. Auf der großen Serienmord-Ausstellung in Berlin (2025) war Kürten schon nicht mehr nennenswert vertreten, der Fall gerät offenbar so langsam in Vergessenheit.

Personen-Vorstellung: Présentation de Mark Benecke

Serienmörder Peter Kürten ✂️

ME/CFS: Dauernde Ermattung

Liegend-Demo mit den Angehörigen und Betroffenen von ME/CFS, Post Vac & Long Covid in Köln auf dem Alter Markt mit Dr. Mark Benecke  ✨

Verblüffend ist, dass manche Ärzt:innen das Krankheits-Bild mit Niedergeschlagenheit verwechseln, obwohl die Erkrankten nichts mehr wünschen, als wieder am Leben teilnehmen zu können 🌿

Wikipedia schreibt:

»Klassifikation nach ICD-10-GM: G93.3 Chronisches Fatigue-Syndrom [Chronic fatigue syndrome], Chronisches Fatigue-Syndrom bei Immundysfunktion, Myalgische Enzephalomyelitis, Postvirales (chronisches) Müdigkeitssyndrom. Klassifikation nach ICD-11: 8E49 Postvirales Fatigue-Syndrom. 

Die Myalgische Enzephalomyelitis / das Chronische Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine chronische Multisystemerkrankung. Das Leitsymptom ist eine nach Belastung einsetzende starke Zustandsverschlechterung, die als post-exertionelle Malaise (PEM) bezeichnet wird. Sie kann durch körperliche oder geistige Anstrengung sowie durch Überreizung (z. B. durch Licht oder Geräusche) ausgelöst werden.

Die Zustandsverschlechterung ist durch eine oft (um Stunden oder Tage) zeitversetzt eintretende Verstärkung der weiteren Symptome gekennzeichnet. Zu diesen zählen Fatigue (eine ausgeprägte Entkräftung), Störungen des Schlafs, autonomer Körperfunktionen und der geistigen Leistungsfähigkeit sowie Schmerzen und infektartige Krankheitserscheinungen. Die Symptome führen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und in schweren Fällen zu einem hohen Grad an Behinderung.

Die medizinische und soziale Versorgungssituation der Betroffenen gilt als problematisch. Erkrankte erleben Stigmatisierung.

ME/CFS tritt meist infolge viraler Infektionskrankheiten wie des Pfeifferschen Drüsenfiebers, der echten Grippe und COVID-19 auf. Die genauen Mechanismen, die die Entstehung und Entwicklung der Krankheit bewirken, sind unbekannt. Beschrieben werden vor allem Störungen des Immunsystems, des Stoffwechsels, des Nervensystems und der Durchblutung.« 

Wave-Gotik-Treffen (WGT) 2026

Hitlers Schädel (und Zähne) und Lampenschirme aus Menschenhaut
Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke untersuchte im Auftrag von National Geographic und dem russischen Geheimdienst FSB Schädel und Zähne von Adolf und Eva Hitler sowie die angeblich aus Plastik bestehenden Lampenschirme, unter anderem aus dem KL Buchenwald und von Straßen- und Speicher-Funden. Die Untersuchungen stellen sich als kniffeliger heraus als erwartet, da nur Teile von Hitler den Weg nach Moskau schafften. Auch die Gewebe-Stücke aus Buchenwald geben ihre Geheimnisse erst nach Untersuchungen mit verschiedenen Verfahren, darunter dem Vergleich eines eingelegten Herzens mit alten Fotos und einer eigens entwickelten Erbgut-Technik preis.

Hitler's skull (and teeth) and lampshades made of human skin
Forensic biologist Dr. Mark Benecke examines the remains of Adolf and Eva Hitler in Moscow. Later, he was asked to check the lampshades from Buchenwald camp in Germany that were thought to be made of plastic — but they were not. The investigations were trickier than expected, as only parts of Hitler's remains made it to Moscow. And the tissue samples from Buchenwald only revealed their secrets after using various lab but also museum techniques, including the comparison of an actual heart in a jar with old photographs and a specially developed genetic analysis technique.

WGT 2025

WGT 2024 (Tagebuch)

WGT 2024 (Orkus!)

WGT 2023


Tolle Momente unter anderem mit Patenbrigade:Wolff, wo Mark als Brigade-"Arzt" für Ordnung auf der Bühne sorgte, Lacrimosa, London after Midnight, bezauberndsten Gothics, Kim Wilde, den Einstürzenden Neubauten (!), Auger, Moonspell, DJ Elvis, DJ Oliver Klein, Solar Fake, Schnittmuskel, Aesthetic Perfection und sehr sehr vielen mehr 🖤

Gaining insights from stomach contents

Source: Rom J Leg Med 34: 39–46, 2026; DOI: 10.4323/rjlm.2026.53

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Artikel auf deutsch

Kristina Baumjohann, Mark Benecke

Abstract: Stomach contents can – together with other medico-legal methods – be used to narrow down time since death. Two cases (suffocation/bolus in a nursing home & abduction/homicide) presented here as well as the scientific literature show the use of the method to verify statements related to criminal investigations.

Keywords: Stomach contents, determination of time of death, statements, information content

INTRODUCTION

Figure 1. Stomach contents with predominantly grain-like components.

Forensic examinations of stomach contents in deceased individuals have been conducted for over a century. Corin investigated the gastric dwell time of coffee in living subjects as early as 1898 [1]. Three years later, Farrai (1901) conducted studies on the postmortem digestion of protein in dogs [2]. Due to the continued transport of food in the stomach after death, he deemed this method unsuitable for calculating the time of death. Various (animal) experiments on postmortem digestion have been conducted in recent decades [3, 4]. Merkel (1922) also demonstrated possible continued digestion after death in his work, but considered it insignificant due to the small quantity [5]. Madea et al. (1986) confirmed this in an animal experiment [6]. Henssge & Madea (2004) noted the bacterial decomposition of food after death [7].

Sorge (1904) advocated using stomach contents to obtain information about the time of death [8]. Holczabek (1961) was of the opinion that small and large intestine contents should also be used to provide information about the time of the last meals and their composition [9]. If the time between the last food intake and the time of death, as well as the composition of the food, is known, the stomach contents — along with other forensic methods — can provide rough indications of the time of death.

However, the stomach contents can also provide interesting clues about the circumstances of death. If the time of death is not precisely established or if several times are possible, the stomach contents can narrow it down (“earlier,” “later”). The type of meal, the time of day (e.g., breakfast, lunch), the location of the meal (e.g., a specific meal at a restaurant, a visit to friends, etc.), and the verification of statements and interpretations for temporal reconstruction should not be neglected [7]. The significance of stomach contents is not only relevant in the context of forensic medical examinations. Other medical and scientific fields have also conducted research on this topic and investigated gastric emptying in relation to anesthesia prior to surgery (“fasting”) [10-12].

Grover & Camilleri (2013) investigated the influence of antidepressants on gastric activity in patients with irritable stomach and irritable bowel syndrome [13]. For example, buspirone affects the stomach’s ability to relax, which is necessary for food intake (volume increase), while tricyclic antidepressants delay gastric emptying. These findings may also be relevant for questions in forensic medicine. In an archaeological context, Dickson et al. (2000) analyzed the large intestine contents of the glacier mummy “Ötzi” using isotope analysis to investigate his diet at the time [14]. Plant fragments can provide not only archaeological evidence, but also forensic clues: The presence of diatoms in the stomach can indicate death by drowning [15, 16].

Figure 2. Seed-like grains from the stomach.

Besides food residues, other substances in the stomach are also revealing: Lang (2015) found soot particles and carbon monoxide in the stomachs of some burned corpses, which he interpreted as signs of life during the fire [17]. Hemorrhages in the gastric mucosa not caused by stomach contents can – among other findings – indicate death from hypothermia [18-22]. These hemorrhages are also called Wischnewski spots [19, 22] (or Wichniewski [21] or Wischnewsky spots [18]).

Pope (2012) reports on a robber who was shot during a robbery. The contents of his stomach led to the identification of his accomplice, who had escaped [23]. Typical burger remnants (ground beef, cheese, bacon) and French fries were found in the deceased’s stomach. One French fry was undigested, indicating that the meal had been eaten no more than an hour before death. The medical examiner was able to attribute the thicker French fries to a specific fast-food chain, a branch of which was located in the immediate vicinity of the crime scene. The store’s surveillance system showed the deceased robber with his accomplice, who was subsequently identified.

In a case report by Kerscher et al. (2024), a 70-year-old man lost consciousness in a sauna and sustained third-degree burns [24]. He died in a burn clinic 11 days later. His stomach contained approximately 200 ml of thickened gruel with coarse plant matter, which was not found in the duodenum or subsequent intestinal segments. The stomach contents must therefore have been the last meal the man had consumed before entering the sauna. The complete absence of gastric emptying for eleven days is described here for the first time. The authors question the use of the stomach contents to infer the time interval between the last food intake and death.

Figure 3. Plant components from the stomach.

A similar case was reported by Püschel (1996) [12]: A 15-year-old boy suffered burns covering 50 percent of his body surface and died of sepsis after 10 days of intensive care treatment. Green beans, which he had eaten before the burn event, were found in his stomach. Injuries and diseases of the digestive tract can apparently slow down or even stop the gastric dwell time of food components for an unknown period.

Püschel (1996) illustrates this with another case: A 52-year-old alcoholic died from gastric bolus after 14 days of treatment for an extensive subdural hematoma [12]. During this time, he was exclusively fed artificially.

A 3 x 10 cm food bolus from the stomach blocked the laryngeal inlet, and had remained in the stomach for over 14 days without being transported further or digested. Tröger (1987) also points to a cessation of gastric emptying in cases of severe traumatic brain injury [25].

In forensic medical practice, it should be noted in such cases that there is “no ‘reliable’ time limit regarding whether gastric emptying has occurred.” [12]. Tablet residues in the gastrointestinal contents can provide evidence of poisoning and further information about the circumstances of death (e.g., suicide) [26]. For this purpose, the quantity and composition of the ingested substance(s) must be known. In addition to chemical analysis of the substances, the type and quantity of certain excipients or fillers in tablets (e.g., types of starch and cellulose) can be examined using a polarizing microscope. This method can also be applied to tablet residues in glasses, residual liquids, inhaled fluids, or vomit.

Figure 4. pH value determination of stomach contents.

Singh et al. (2016) describe the murder of a young woman [27]. During the police investigation, her husband and his brother, as well as her own brother, gave conflicting statements. The men’s statements were verified on the basis of the partially digested rice found in the victim’s stomach: The woman had ingested the rice approximately two to three hours before her death. This finding contradicted the statements of the husband and his brother.

Stomach contents were also used to verify statements in another case: Pieri et al. (2018) examined the proteins in the stomach of a 40- year-old patient who apparently died in a hospital around 9 a.m. as a result of a fall [28]. The nurses testified that the man had refused breakfast. 350 g of a whitish, semi-liquid mass was found in the deceased’s stomach. An analysis of the proteins contained within showed that they were digested milk and bread proteins from the breakfast eaten that same day. Due to the discrepancy between the forensic findings and the staff’s statements, an investigation into possible negligence was initiated.

The composition of stomach contents can also provide information based on its physical properties: Gotsmy et al. (2018) and Jackowski (2023) point to the characteristic three-layered stomach contents in cases of drowning [29, 30]. This is due to the ingestion of varying amounts of water. This layer settles at the top (so-called “Wydler’s sign”), and indicates drowning deaths. Cases without drowning show two-layered stomach contents. In this context, Gotsmy et al. (2018) point out possible discrepancies in the number of gastric contents layers between PMCT (postmortem CT) and the forensic examination [29]. These are likely due to the technique used to collect the gastric contents in the autopsy room, as well as to movement of the body during the autopsy or before/after PMCT.

The examination of the gastric contents is preceded by the identification of the food components, which can be difficult with highly digested foods. Baur et al. (1982) demonstrate how to differentiate between milk and cheese using double diffusion tests and specific sera [31].

Figure 5. Throat contents with three crumbs.

Plant components have diverse structures and are sometimes difficult to identify. In our experience, the work of Spann (1978) [32] and the laboratory handbook by Bock et al. (1980) [33] are good reference works for the identification of plant cells. Various factors influence the gastric emptying rate and the digestive state of food. Water is emptied more quickly than carbohydrates [11], and the latter are emptied more quickly than mixed foods [26]. The gastric emptying process slows with increasing carbohydrate and triglyceride content [34] In addition to the fat and energy content and the volume or weight of a meal [7, 35-37], the physical and chemical properties of the food (e.g., temperature, pH) also play a role [38]. Jatti et al. (2010) identify three categories of factors influencing gastric emptying: psychological, physiological, and anatomical circumstances [38].

Since gastric emptying is controlled not only by predominantly physiological factors but also by emotions, the latter being particularly significant in criminal cases, as gastric emptying can be accelerated by anger and aggression, slowed by depression, anxiety, and stress, or even stopped by the parasympathetic nervous system in cases of shock, fear, or head injury, thus halting the production of gastric acid [35, 36, 38-40]. Undigested food can then be found in the stomach even after 24 hours [38]. Further influencing factors and their effects on gastric emptying are listed in Table 1.

Additional factors affecting gastric emptying are listed in a table in Henssge & Madea (2004) [7], Jaffe (1989) [45], and Legge et al. (2016) [36].

There are differing reports regarding the duration of gastric emptying: According to Patel et al. (2013), the stomach is generally emptied after 2.5-6 hours [46]; Grassberger & Schmid (2009) report 2-4 hours with a wide range of variation [47]; and according to Kaul et al. (2017), emptying takes 4-6 hours [48]. The latter investigated the emptying rate(s) in 507 cases with known time of death and last meal. While the digestion status of the food proved significant in calculating the time of death, this should only be considered in conjunction with other factors for calculating the postmortem interval (PMI). Grassberger & Schmid (2009) also consider estimating the time of death solely based on stomach fullness and food composition to be insufficiently accurate [47]. This is understandable, given the factors listed above that influence gastric emptying.

We present two cases from our expert witness practice, in which the stomach contents of deceased individuals allowed for both inferences about the time of death and the verification of statements.

CASE 1

A married couple was held captive for two to three days and then murdered. We were tasked with determining when the deceased man had consumed the meal found in his stomach.

Methods and findings

The stomach contents were delivered in a PE container approximately 8 cm high and 5 cm in diameter, inside a polystyrene box with cooling elements, and were frozen upon delivery (3-star freezer compartment). Two hours before the start of the examination, the 53 g of stomach contents (measured on a Kern 440-35N precision balance) were thawed at room temperature and transferred to Petri dishes that had been previously wiped with methylated spirits. Under the binocular microscope (Leica Mz 12.5), 20 g of the predominantly deep dark grey colored stomach contents were examined in more detail and pieces were sorted according to color, shape, and size (Fig. 1).

Seven groups of relatively uniform, still easily identifiable components could be separated:

1. Coarse, soft, gelatinous pieces about one centimeter long, with distinct cut edges.

2. Larger, gelatinous pieces measuring over one centimeter, mostly sharply defined (with distinct cut

edges).

3. Seed-like granules about two millimeters in diameter with a smooth surface or a surface marked by small indentations: Two different types of seeds or grains (Fig. 2).

4. Seed-like granules about five millimeters long and three millimeters wide, reddish-brown.

5. Soft, light-colored components with simple longitudinal grooves, about three to four millimeters wide and about six millimeters long.

6. Larger, partly limp pieces, probably from plant parts, possibly husks.

Figure 6. Bean fragments from the stomach.

7. Smaller, reddish-brown husks, probably from plants, and a single pear-shaped component (Fig. 3). Four ml of sterile, distilled water were added to the remaining stomach contents for pH measurement using a Merck universal indicator (pH 0-14). The displayed pH value (between pH 3 and 4: acidic) indicated an acidic environment, which is normal for the stomach (Fig. 4).

Interpretation of the findings

The glassy, gelatinous structures (group 2) were classified as fig components by a botanist we consulted. This was consistent with the subsequent police report that a package of dried figs had been found at the scene.

The predominantly three- to five-millimeter-long, plant-like, grain-like structures (such as those from a grain-based dish or bread) (groups 3, 4) were consistent with the discovery of a muesli package at the scene, which had been reported later.

The botanist observed a similarity between the components reported from group 5 and unhulled grains of wheat, rye, barley, or oats, as distinct from pearl barley, which consists of hulled grains.

Environmental influences

It is known that some plant components do not (need to) be broken down in the stomach, but can pass through the intestines and be excreted undigested. This applies particularly to grains and other plant components with low water content, or those that are poorly chewed. Based on our previous experience with stomach contents, it seemed unusual and relevant that the aforementioned soft, yet sharply defined components of the stomach contents resembling cut edges were (still) present. This usually indicates that the decomposition of the food did not last long.

Factors such as hasty swallowing (and thus little chewing and salivation) [5], as well as whether the person ate regular meals, must be considered in the present case (kidnapping with murder). According to the literature, stress and anxiety also slow down digestive activity in the stomach [38]. This appears to be the case here as well: According to our information, the murdered person was alive for several hours in the perpetrator’s custody.

A prolonged death struggle has a similar effect. However, this does not appear to apply here. According to our information, liquid blood was found in the heart, which the forensic medics interpreted as an indication of a rapid dying process.

Time of death

Figure 7. Small bean fragment from the stomach. Scale: mm.

Medical literature generally assumes that ingested food remains in the stomach for approximately two to six hours and is then transported to the intestines [46-48]. In a study of 100 stomach contents from cadavers, Patel et al. (2013) demonstrated that the presence of still identifiable food components indicates a time since eating of less than two hours [46]. Given the visible cut edges in the stomach contents available to us here, we would assume a time since eating of approximately two hours to a maximum of six hours. The aforementioned factors, which likely influenced this case, must be taken into account.

CASE 2

A man died in a nursing home during dinner. On that day, the deceased had the following meals: For breakfast, he reportedly only drank coffee and ate nothing. For lunch, he had beef roulades with noodles, mixed vegetables, and rhubarb compote. He allegedly ate very little of this. For dinner, he had sausage meat, cheese, bean salad, bread (brown or dark whole-grain bread), and butter. According to his caregiver, the deceased had eaten two slices of bread with sausage in the evening. In an unsupervised moment, he may have put a slice of bread with butter in his mouth and choked to death.

We were asked to conduct a morphological examination of the food residues from his throat and stomach in order to “determine with sufficient certainty what food the deceased had consumed immediately before his death.”

Methods and findings

We received samples from the throat and stomach separately and unrefrigerated in two lidded plastic containers, which were frozen immediately upon arrival in a 3-star freezer until analysis.

Throat contents

The throat contents, weighing approximately six grams (scale: Philips HR2385/A), were brownish and liquid (Fig. 5). Three clearly large lumps were white inside and encased in a dirty dark gray outer layer; the consistency resembled cream cheese. No other solid components were discernible. Overall, the liquid in the throat contents was quite dark, which could possibly indicate the presence of dark whole-grain bread. The lighter components could have been from cheese.

Stomach contents

The significantly lighter stomach contents weighed approximately 230 g and contained several larger, more solid components that, based on their color and appearance, resembled elongated bean segments (Fig. 6). No other solid components were present.

The stomach contents surrounding the pieces were completely uniform, creamy-mushy, with small white flecks (less than one millimeter); a single angular piece was also found, about one millimeter in size, resembling a green herb or vegetable. The stomach contents were examined under a light microscope at 60x magnification (binocular microscope: Leica MZ 12.5): The pieces were presumably a piece of bean, as their thickness and color were similar to the other pieces.

A total of 19 possible bean pieces, ranging in length from 5 mm to 21 mm, were recovered from the stomach contents (Fig. 7). A sweetish odor, similar to vomited cocoa, was noticeable; however,

this could also be due to the decomposition of sugar components (carbohydrates) from bread. At eight times magnification, numerous small white particles were visible on the bean pieces. These white particles were very easily crushed with tweezers; they could, for example, have been cheese with a significant fat content (Fig. 8).

Figure 8. Possible fatty components in stomach contents.

Small, greenish-red to brownish, very thin platelets could have been from herbs. The pH of the samples was measured using pH indicator strips from Merck (pH 0-14). Tap water used as a control sample showed a pH of 7, while the pharyngeal contents and stomach contents were both at pH 3-4.

A rapid blood test using Bayer Hemastix (batch: 6H18A) showed a blood count of more than 80 erythrocytes per microliter in the stomach and pharyngeal contents (Fig. 9). The test is extremely sensitive, so even the smallest traces of blood—even extremely diluted amounts—can trigger a positive result.

Interpretation of the findings

The acidic pharyngeal contents could be due to the food itself (vinegar, etc.) or to the person having regurgitated stomach acid or vomited. Possible bacterial decomposition during transport could also have affected the pH value, as the samples did not arrive frozen.

The amount of blood present in the stomach was not necessarily due to injury. It could also have been introduced from the autopsy instruments, gloves, or storage containers from the autopsy room.

Figure 9. Rapid blood test.

Under 100x magnification with a binocular microscope, a drop of stomach contents containing the previously described small, whitish particles, as well as dried herb-like platelets and air bubbles (likely from fermentation), showed numerous white particles, similar to a fat emulsion. A histological examination did not appear strictly necessary given the very homogeneous and easily examined material, as no components that were unusual or inconsistent with the descriptions so far were immediately apparent in the submitted material.

The man had apparently died while eating the described dinner.

In conclusion, stomach contents alone should not be used to determine the time of death. However, the cases we have presented and the scientific case reports show that they can be useful for verifying statements and addressing other questions in a criminal case, and their potential informational value should therefore not be disregarded.

References

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The evidential value of missing biological traces

Source: Rom J Leg Med 34: 53–60, 2026; DOI: 10.4323/rjlm.2026.53

article as .pdf

Artikel auf deutsch

Kristina Baumjohann, Mark Benecke

Abstract: German law allows for a particular type of scientific expert witness: Independent Certified and Sworn in Experts. Any bias would lead to unlimited liability for all financial or legal damage that may result from scientific inaccuracies. In contrast to laboratory reports, criminalistic thinking is often involved in our work, including interpretation of absent stain evidence. Here, we provide an examplary case report paid by the defendant: A son was accused of having stabbed his stepfather to death. When we compared the son’s statements with the stains, not only blood and DNA traces were significant but also stains that were absent (but would have been expected if the defendant’s statements had been true). The defendant’s statement did not match the stain evidence, including missing stains.

Keywords: independent certified and sworn in experts, German law, DNA, blood spatter, stain evidence, inclusions, exclusions.

INTRODUCTION

As a Independent Certified and Sworn in Expert Laboratory, our work must be objective by oath (Trade Regulations Law § 36; Law conc. Renumeration of Scientific and Other Experts, last changed 7. April 2025 and § 407a of the German Civil Law Procedure Code). In contrast to Anglo-American laws, work for one “side” is not excluded but any scientific inaccuracy would make us liable for all financial or legal damage resulting from a skewed decision of the court based on our statements. In contrast to regular technical work, criminalistic thinking is often involved in our work, including interpretation of absent stain evidence. In the following case, a young man was charged with killing his stepfather by inflicting two stab wounds to the chest. He stated that he was attacked by his stepfather with a knife in the entrance hall of their home. The stepson suffered four stab wounds to the upper body which reportedly bled immediately. Previously, the stepfather was said according to the prosection, to have exerted severe violence against his neck. The son allegedly managed to take the knife away from the stepfather and defended himself against him. The dispute shifted from the hallway to the living room. His mother testified that she had thrown chairs at her son in the living room because he attacked her husband (the stepfather) with the knife.

According to her, her husband was visibly bleeding at that time, but her son was not. The stepfather initially managed to escape through the adjoining kitchen into the garage, where he died. The son went up to the upper floor by the stairs after the altercation in the living/ dining area and went into the bathroom there.

According to his mother and his two stepbrothers, his shirt showed visible bloodstains only after he left the bathroom. After that, bleeding, the son entered further rooms on the upper floor (his room, hallway, parents’ bedroom), took the stairs to the ground floor, left the house through the front door, returned and sat on the living room sofa to wait for the ambulance. We were asked by the son’s attorney to compare his client’s statements with the sequence of events assumed by the court, working on the trace evidence.

We based our work on the critical review of the traces established and secured in the file (e.g. blood, DNA) and addressed only the traces relevant to our concerns. Both secured traces and non-existent traces – but expected depending on the description – were significant in this regard. This case report reflects problems arising from an experts stain lab. This is a profession reflected in a German law for highly specialized, independent, sworn in technical experts.

Court’s assumptions vs. son’s statements

We compared the court’s assumptions with the son’s statements and compared them with the biological traces. The (blood) traces relevant to our investigation could be attributed to the corresponding individuals through DNA analysis (Tables 1, 2).

We focused on criminalistic inclusion and exclusion procedures, and found the exclusions most relevant, too. Here, we describe the criminalistic application of our findings.

Attack by the stepfather in the entrance hall

Court: The son attacked his stepfather with a knife in the entrance area of the corridor.

Son: I was first attacked by my stepfather and defended myself against him with the same knife.

The five blood stains of the son in the entrance hall were created by the contact of a bloody surface with another surface (Figs. 1-5), by gravity induced dripping from a surface or object (Figs. 4, 5) as well as by active movements (without further acceleration) (Figs. 5, 6).

Figure 1. Sketch of the location of the stains in the hallway (S = Son).

It is unknown when the bloodstains appeared. Assuming that the son was not dripping blood after the confrontation, his blood must have been from at a later time, possibly when he left or returned to the house. We have no information as to whether the ambulance service could also have caused the traces of blood in the hallway.

The DNA swabs of the knife (Fig. 7) all showed the son’s DNA, while some swabs also contained the father’s DNA mixed in varying quantities (Tables 1, 2). The absence of the stepfather’s DNA on the knife handle and sheath supports the court’s assumption regarding the perpetrator role of the son: If the stepfather had held the knife handle, his genetic material could have been detected at least in small quantities. This assumption is supported by a study by [1]: There, the quantity of DNA transfer from a knife-wielding assailant to the knife handle was examined. If no DNA traces of a person are found on a knife handle, that person can be ruled out as the person wielding the knife. The person wielding the knife leaves the largest proportion of DNA on the knife handle.

Blood stains in the entrance hall as well as the DNA distribution on the knife supports the court’s assumption.

Alleged throttling by the stepfather

Court: In the altercation between the son and his stepfather, the latter did not exert strong force against the son’s neck.

Son: My stepfather allegedly tried to throttle me.

Figure 2. Contact stain pattern on the door frame of the basement door.

According to the son, the stepfather first allegedly grabbed the son by the front of his shirt collar which could be confirmed by the DNA results: While the rear collar area showed the son’s DNA, the front area also showed the stepfather’s DNA. On contact with objects, surfaces, skin, etc., genetic material is transferred to varying degrees [2-13]. In this context, it also depends on the exact detection method how much genetic material can be detected.

The son did not provide any information concerning the possible duration of the alleged throttling by his stepfather. From medico-legal perspective, there was no evidence for this as the son did not exhibit any strangulation marks, abrasions, or hemorrhages (so-called petechiae) that can occur with direct finger pressure or the strong pressure of the hand/hands on the skin of the neck [14]. Petechiae in the face or mucous membranes of the head are no longer considered as conclusive and/or sole indications of strangulation or suffocation [15]. No expected typical defensive injuries such as “scratches or abrasions on the backs of the hands, forearms, face, or upper back“ [14] were found in the son.

The deceased stepfather showed no hemorrhages in the tissue of the chest area that would indicate the forceful pushing of the son’s head against his chest – which the son claimed to have done after the alleged throttling. The stepfather’s palms showed no DNA of his stepson. If an attacker strongly strangles a victim, the palms of the attacker’s hands show DNA traces of the victim [16, 17]. According to the forensic medical report, the abrasion on the son’s neck also did not result from an attack on his neck (Fig. 8).

Result: The court’s assumption that the stepfather did not exert strong force on his stepson’s neck is reinforced by the traces (or lack there of) described here.

Chair throwing by stepfather

Figure 7. Knife with blood stains and knife casing.

Court: The mother threw chairs at her son to make him stop attacking the stepfather.

Son: My stepfather allegedly threw chairs at me.

A puncture mark on the backrest of a chair lying on the floor confirmed the mother’s account that she had thrown chairs at her son so that he would stop attacking her husband (Figs. 9, 10). Since the son was holding the knife at that time, this stab could have resulted from a defensive movement on his part. On the other hand, he had stated that his father had thrown chairs at him. No clear traces were found to either support or refute this.

Blood of the stepfather were recovered on the backrest of a chair (Fig. 9). Accelerated blood splatters from the then bleeding stepfather could have occurred, provided he had thrown chairs at his stepson, too. No dripping or accelerated bloodstains from the son were found in the living and dining area, despite the claim that he fended off at least two chairs there which his mother had thrown at him as he had already been “seriously injured” in the hallway earlier.

Result: There is no evidence to support the son’s statement.

Vase throwing by stepfather

Court: The stepfather, during his escape into the garage, knocked against a vase, which subsequently broke.

Son: My stepfather allegedly threw the vase at me.

Figure 9. Location of the stains in the living and dining room area (S = son, SF = step father).

Blood of the stepfather was recovered next to the dining table (Figs. 9, 11). His wife testified that her husband had taken refuge behind the dining room table in front of their son and held onto the back of a chair. She also stated that her husband, during his escape into the garage, bumped into a vase standing on the windowsill which then fell and broke. These fragments were located in the area of the original position of the vase and not in the area of the son. Among the fragments, a trail of blood was visible while the fragments themselves were not bloodstained (Fig. 12).

Result: This contradicts the statement of the son, the stepfather threw the vase at him as he had not been standing in the area of the fragments.

Self-infliction of stab wounds vs. infliction of stab wounds by stepfather

Court: The son did not bleed after the altercation and during the subsequent actions on the ground floor and caused the wounds himself in the upper bathroom.

Son: My stepfather inflicted four stab wounds on my own upper body, which immediately bled (visible through the clothing).

The areas of the stab wounds were accessible as well to the son himself as to an attacker standing opposite him (Fig. 13). While the right side of his chest shows superficial wounds like hesitant „test stab wounds“. The wounds on the left side of his upper body are significantly larger and deeper (especially on the lower left) and bled significantly more heavily. Assuming self-infliction, the right stitches could have been applied first, followed by the upper left stitch and finally the lower left stitch.

His shirt’s left front side is clearly more heavily soaked with blood than the right side of the shirt (Fig. 14) which indicates bleeding from the stab wounds but not the order in which they occurred. The first stab may have occurred at the upper wound on the left upper side of the shirt, as indicated by the barely visible bloodstains (Fig. 15).

This is in accordance with the presumed sequence of the stab wounds and could support the court’s assumption of self-infliction of the wounds by the son.

Figure 12. Blood stains (drops) from the stepfather on the floor and under the broken vase fragments (red circle).

Only blood traces of the son were found on the upper floor of the house (Fig. 16). No blood could be detected in the vicinity of the drain of the left washbasin, although the son stated washing blood from the knife and his hands in the left bathroom sink (Fig. 17). If the blood had been excessively diluted by water or was simply not present, could not be determined – nor could it be clarified whether the son had actually washed the blood off the knife and his hands there. The point in time at which the bathroom was used by the son cannot be determined from the presumed or absence of traces. He did not necessarily inflict the stab wounds in the bathroom upstairs althoug the mother and the two stepbrothers stated that his shirt showed bloodstains after leaving the bathroom.

The son’s blood was also found in the parent’s bedroom (Fig. 18); the circumstances under which the son lost blood there are unknown. He claimed to have opened only the bedroom door (not the balcony door) a little. Later, he stated that he had gone to the balcony door to make sure that his parents were not in the room.

Figure 15. Cuts through the son’s shirt.

This statement seems incomprehensible as he did not have to cross the room to ensure that his parents were not there.

In the son’s room, several drip traces and smear marks of his blood were found. A black jacket on his bed showed a bloodstain on the left inside. Allegedly, it should have originated from lying bleeding on the jacket which could explain the origin of this blood trail. The weapon was lying on the bedspread, covered with the pillow and part of the duvet (Fig. 19).

Court: The son inflicted the wounds on himself upstairs, which is why there are no bloodstains on the stairs.

Son: The bleeding wounds on my upper body are from my stepfather’s knife attack on the ground floor.

The absence of his blood in the stairwell area neither confirms the court’s assumptions nor refutes the son’s account: at the time the stairs were used (going up and down), the source of the bleeding might either not have been present yet or could have been covered with a hand, a towel, or something similar.

In this context, a blue towel from the sofa with blood of both men may have played a role by being taken from the upstairs bathroom and placed or pressed it on the bleeding wounds before returning down by the stairs (Fig. 20). The son may have cleaned the knife blade with this towel on which the stepfather’s blood may have been present (in smaller quantities).

The origin of the blue towel remained unclear.

The combination of the son’s bloodstains on the upper floor with the absence of his (blood) traces during the altercation in the living and dining room support the possibility of a self-inflicted injury. Where the possible self-administration may ultimately have taken place could not be determined.

Figure 16. Biological stains found in the upper floor (S = Son, SF = Stepfather).

Possible versions of the course of events

The stepfather allegedly attacked his stepson in the hallway with a knife, inflicting four stab wounds to his upper body. The son was then bleeding in the hallway, but not in the immediate vicinity of the actual combat scene. Despite the rapid movements of the knife, no highly accelerated traces of blood were produced in the attack area. According to the son, he had already been bleeding (dripping) in the hallway. However, there were no additional dripping or movement-related traces of his blood in the rest of the ground floor of the house.

The son may have inflicted the stab wounds on himself in the upstairs area. The existing and onexisting traces predominantly align with the court’s assumption that the stepfather did not stab his stepson in the ground floor hallway. As most of the son’s bloodstains were found on the upper floor, this supports the court’s view of his culpability.

DISCUSSION

Our analysis shows that not only the secured traces were important for addressing the questions at hand, but also those that were absent. The overall picture of the evidence – fragments of the vase, absence of the son’s bloodstains in the living and dining room, absence of the stepfather’s accelerated bloodstains in the living and dining room, absence of the stepfather’s genetic material on the neck of his stepson and on the handle of the weapon, absence of the son’s genetic material on the stepfather’s palms, and, insofar as these count as trace-related information, statements by the family members regarding the bloodstaining of the son’s shirt – do not contradict the court’s assumptions about the son’s culpability.

This case shows that under German Certified and Sworn in Expert law, objective, non-partisan statements are available irrespective of the „side“ that mandates the expert.

References

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Einzel-Fallbearbeitung: kleine Geräte – große Wirkung

Quelle: Archiv für Kriminologie, Band 257, Heft 3 und 4, März / April 2026, Seiten 113 – 118

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Von Kristina Baumjohann & Mark Benecke

1. Einleitung und Vorgeschichte

Einige kriminalistische Fragestellungen können mit wenig Geräte-Aufwand bearbeitet werden, um grundlegende Ergebnisse preiswert und rasch zu erhalten. Ein Klient hatte sich an eine „Heilerin“ gewandt; der Grund dafür wurde uns nicht mitgeteilt. Nachdem er insgesamt rund 130.000 Euro an sie gezahlt hatte, hegte er Zweifel an ihren Fähigkeiten.

Er übergab uns drei verschiedenen Proben. Die eingenommenen Mengen wurden uns nicht mitgeteilt.

  • Probe 1: Pulver der Heilerin, das venenerweiternd und damit blutdrucksend wirken sollte. Dieses Pulver wurde nach Aussage des Klienten bzw. der Heilerin „von einem Stein gerieben“ und dem Klienten mitgegeben (Abb. 1).

  • Probe 2: Blisterverpackung des blutdrucksenkenden Medikaments Candesartan (Abb. 2)

  • Probe 3: Pulver, das vor den Augen des Klienten „vom Stein gerieben“ wurde (Abb. 3).

Nachdem der Klient Pulver 1 absetzte, stieg sein Blutdruck stark an („extrem hohe Blutdruckwerte zeitweise zwischen 160 und 200“), er musste sich in ärztliche Behandlung begeben.

Candesartan ist ein Angiotensin-II-Antagonist, der bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz verabreicht wird. Das Mittel entspannt und weitetet die Gefäße und senkt dadurch den Blutdruck [1]. Bluthochdruck stellt ein großes Gesundheits-Risiko für koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Nierenerkrankung dar [2]. Die überdosierte Einnahme von Blutdrucksenkern kann einen starken Abfall des Blutdrucks bewirken, bis hin zur Bewusstlosigkeit [3]. Sehr hohe Mengen werden auch in suizidaler Absicht eingenommen [4-6].

Der Klient beauftragte uns mit der Untersuchung der drei Proben hinsichtlich der Fragestellung, ob das Pulver der Heilerin (Probe 1) von der zerkleinerten Blutdrucktablette (Probe 2) oder vom Pulver des „geriebenen Steins“ (Probe 3) stammt.

2. Material und Methoden

Die Proben wurden in Glasschälchen überführt und unter einem Vergrößerungsgerät (Leica SE 9, Stereomikroskop) untersucht. Mit Skalpell, Spatel und Pinzetten wurden die Proben(stücke) zerkleinert und transportiert.

2.1 Blisterpackung „Candesartan / HTC Heumann 16mg/12,5 mg Tabletten“ (Probe 2)

Es handelte sich um eine Blisterpackung mit dem Aufdruck „Candesartan/HTC Heumann 16 mg/12 mg Tabletten“ (Abb. 2).

Eine aus der Blisterpackung entnommene Tablette wurde in einem Glasschälchen unter einem Vergrößerungsgerät (Leica SE 9, Stereomikroskop) untersucht (Abb. 2). Die Tablette ließ sich mit Pinzette und Spatel nicht zerklopfen, sie wurde mit dem Skalpell zerkleinert. Die dabei entstandenen Krümel und „Flocken“ waren teils winzig und zerbrachen bei Druck in wiederum kleinere Stücke, „zerfielen“ aber nicht vollständig.

Die gepresste Oberfläche der Tablette war naturgemäß glatt, die Oberfläche der Bruchstücke war krümelig und uneben.

2.2 Kunststoffdose mit der Aufschrift „1“ (Probe 1)

Bei dieser Probe handelte es sich um ein Kunststoffgefäß mit krümeligem Inhalt (Abb. 1). Unter 10-50facher Vergrößerung ähnelten die Krümel in Farbe und Krümeligkeit den Stücken der zerschabten Tablette. Diese Krümel ließen sich jedoch mit der Pinzettenspitze leichter zerdrücken.

Grundsätzlich muss dieser Umstand nicht von Bedeutung sein, weil der Inhalt dieses Döschens bereits zerkrümelt und nicht mehr in der ursprünglich gepressten Form in einem transportierten – und während des Transports vermutlich mehr oder weniger stark geschüttelten – Gefäß lag und dort anderer Luftfeuchtigkeit und Bewegung ausgesetzt war.

Aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit und Farbe der Krümel aus der von uns zerschabten Tablette und der Krümel aus der weißen Dose konnten wir nicht ausschließen, dass es sich um dieselbe Art Tabletten handelte.

2.3 Kunststoffdose mit der Aufschrift „3“ (Probe 3)

Bei dieser Probe handelte es sich um eine weitere Kunststoffdose mit krümeligem Inhalt (Abb. 3). Beim Öffnen dieser Dose entströmte ein sehr zarter, unbekannter Geruch. Dieser war bei geruchlicher Gegenprüfung auch in den vorher untersuchten Proben wahrzunehmen. Es handelte sich bei Probe 3 um Bruchstücke des farblich und von der Oberfläche her gleich wirkenden fahl orange-farbenen Materials, das auch in den beiden zuvor untersuchten Proben als Krümel zu sehen war.

Hinzugemengt war eine durchsichtige bzw. durchscheinende Substanz, die Salzkristallen ähnelte (Abb. 3). Außerdem fand sich darin eine etwas dunkler gefärbte Struktur, die aber auf der Unterseite ebenfalls eher den kristallartigen Krümelchen glich als den fahlorangenen Krümeln (Abb. 3). Hierbei könnte es sich auch um einen dritten Bestandteil oder um eine Verfärbung der salzkristallartigen Krümelchen handeln.

Es war deutlich erkennbar, dass – anders als bei den zuvor untersuchten Proben – es sich hier um eine Mischung der fahl-orangenen Substanz mit einer anderen weißen bzw. durchsichtigen Substanz handelte.

3. Diskussion

Vom äußeren Anschein her (Festigkeit, Krümeligkeit, Farbe, möglicherweise Geruch, Oberfläche der Bruchstellen bzw. Schabstellen sowie Unebenheiten der Krümeloberflächen bei 40facher Vergrößerung) bestand die Möglichkeit, dass in den drei Proben dieselben Bestandteile (fahl-orange wie die aus der Blister-Packung stammende Tablette) vorlagen. Der einzige erkennbare Unterschied war die salzkristallartige Beimengung in Probe 3, die der Angabe des Klienten zufolge in seinem Beisein „von einem Stein gerieben“ wurde. Offen blieb, welchem Zweck die Beimengung von Salz hätte dienen können. Da Salz eine den Blutdruck erhöhende Wirkung hat, stellte sich die Frage, ob das Hinzufügen zu einer abschwächenden Wirkung des Blutdrucksenkers führen sollte [7].

Eine chemische Untersuchung der Bestandteile zur Überprüfung unserer Untersuchung erachteten wir für sinnvoll, insbesondere auch deshalb, da ungeklärt blieb, worum es sich bei den „Salzkristallen“ handelte. Dies teilten wir dem Klienten mit, der sich jedoch nach Mitteilung der hier vorgestellten Ergebnisse nicht mehr gemeldet hat. Ein Täuschungsversuch der „Heilerin“ erscheint naheliegend.

Die wissenschaftliche Überprüfung paramedizinischer Heilmethoden kann auch in Einzelfällen sinnvoll sein. So gelingt es, Scharlatanerie aufzudecken, wenngleich oftmals zu spät, so dass bereits erheblicher gesundheitlicher oder – wie im vorliegenden Fall – finanzieller Schaden eingetreten ist [8, 9].

Zusammenfassung

Ein von einer „Heilerin“ hergestelltes Pulver, für das unser Klient eine hohe Geldsumme gezahlt hatte (insgesamt als Paket 130.000 €), stellte sich als Blutdrucksenker Candesartan heraus. Wir bearbeiteten die Fragestellung mit wenig Geräte-Aufwand und erhielten so preiswert und rasch grundlegende Ergebnisse.

Schlüsselwörter: Stereo-mikroskopische Untersuchung – Blutdrucksenker – Paramedizin – Scharlatanerie – Candesartan

Case Work: Simple tools – large outcome

Summary

A powder produced by a “healer,” for which our client had paid a large sum of money (total cost of the health package was 130.000 €), turned out to be the blood pressure medication Candesartan. We investigated the issue with minimal equipment, obtaining fundamental results quickly and inexpensively.

Key words: Stereo-microscopic examination – blood pressure reducer – paramedicine – charlatanry – Candesartan

Literatur

1. Ranta M (2016) Postmortem blood concentrations of sartans measured by liquid chromatography-tandem mass spectrometry. Forensic Toxicol 34: 235-243

2. Khawaja Z, Wilcox CS (2011): An overview of candesartan in clinical practice. Expert Rev Cardiovasc Ther 9: 975-982

3. Yusuke M, Hidetoshi Y, Yusuke T, Koji I, Masahito T, Susumu Y, Takayuki O (2023) Intoxication with massive doses of amlodipine and candesartan requiring venoarterial extracorporeal membrane oxygenation. Acute Med Surg 10: e878

4. Bettegowda S, Tathineni B, Nanjundaswamy M (2014) Attempted Suicide with Enalapril: a Rare Case of Poisoning. Sch J Med Case Rep 2: 700-701

5. Law RL (1983) Self poisoning with enalapril. Br Med J 288: 287-288

6. Emilio MM, Munoz RR, Villegas del Ojo JV (2012) Severe and prolonged hypotension after overdose of candesartan and amlodipine from attempted suicide: First case. Rev Toxicol 29: 129-131

7. Grillo A, Salvi L, Coruzzi P, Salvi P, Parati G (2019) Sodium Intake and Hypertension. Nutrients 11: 1970

8. Prokop O, Wudtke HH, Geller W (1955) Eine Wünschelruten- und Schatzgräberaffäre von unvorstellbarem Ausmaß. Psychopathographische Untersuchung des Falles. Arch Kriminol 116: 3-14

9. Benecke M (2021) Eine Kunstfälscheraffäre von unvorstellbarem Ausmaß. Arch Kriminol 247: 66-76

Mark Benecke: "Morde sind nie perfekt"

Quelle: Goslarsche Zeitung, Nordharz, 13. April 2026, Seite 22

Vor fünf Jahren verschwand Karsten M. aus Döhren — Im GZ-Interview spricht Deutschlands bekanntester Forensiker

Von Lisa Kasemir

Döhren. Am 13. April 2021 verschwand Karsten M., ein zu dem Zeitpunkt 51-jähriger Familienvater aus Groß Döhren, auf mysteriöse Weise. Blutspuren im Garten und im Auto deuteten früh auf ein Gewaltverbrechen hin. In einem Indizienprozess wurde ein 50-jähriger Bundespolizist, der mit dem Opfer befreundet war, wegen heimtückischen Mordes aus niederen Beweggründen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Doch trotz des rechtskräftigen Urteils fehlt bis heute jede Spur von Karsten M. - sein Leichnam wurde nie gefunden, und der Täter schweigt. GZ-Redakteurin Lisa Kasemir spricht mit Deutschlands bekanntestem Kriminalbiologen und Forsensiker Dr. Mark Benecke, auch bekannt als „Dr. Made", über Mordfälle ohne Leiche.

Hallo Herr Dr. Benecke, im Fall Karsten M., der seit fünf Jahren vermisst wird, wurde zwar ein Täter wegen Mordes verurteilt, doch der Leichnam fehlt bis heute. Wie beurteilen Sie aus kriminalistischer Sicht die Chancen, dass er noch gefunden wird?

Es gibt mehrere Einflüsse. Zum Beispiel können Leichen sich aufblähen und auf Wasser treiben. Tiere können Körperteile verschleppen, was zu seltsamen Fundorten oder Gerüchen führt. Teilweise hängt es auch vom Verhalten der Täterin oder des Täters ab - manche Handlungen machen die Leiche leichter auffindbar, andere verschleiern sie. Manche Täter kehren zum Beispiel noch einmal zum Ort zurück. Manchmal wird man dann von Zeugen gesehen, manchmal tauchen Autos oder Hinweise an ungewöhnlichen Stellen auf. Eigentlich ist die Tat ohne Leiche ein Klassiker, der selten, aber regelmäßig in der Kriminalistik auftritt.

Wie ist es, wenn wie in diesem Fall fünf Jahre vergangen sind - ist dann überhaupt noch etwas forensisch zu finden?

Oft werden Spuren anfangs nur begrenzt untersucht. Gerade beim sogenannten „ersten Angriff" wissen die Menschen vor Ort ja noch gar nicht, was genau passiert ist. Deshalb werden Spuren manchmal nicht sofort in allen Einzelheiten aufgenommen. Dabei könnten sie oft und schnell Hinweise geben - zum Beispiel durch ständig abfallende Hautschuppen oder Haare.

Man könnte also sagen, dass ein Täter fast immer Spuren hinterlässt – selbst, wenn er glaubt, alles beseitigt zu haben?

Auch nach Jahren können Spuren erhalten sein. Kleidung, persönliche Gegenstände oder Mikrospuren wie Haare oder Hautzellen bleiben oft erhalten. Im Wasser zersetzen sich Körper und Spuren, aber bei der Bergung kann noch vieles gesichert, aber auch zerstört werden. Verbrennungen oder chemische Versuche zur Beseitigung einer Leiche hinterlassen ebenfalls Spuren, beispielsweise Hinweise auf den Brandbeschleuniger. Heutige forensische Techniken ermöglichen es, auch sehr kleine Spuren Jahrzehnte später auszuwerten.

Inwiefern ist es möglich, ein Tötungsdelikt so zu begehen, dass es dauerhaft unentdeckt bleibt? Oftmals wird in diesem Zusammenhang vom „perfekten Mord" gesprochen.

Morde sind nie perfekt, da sie immer unschön sind. Sie haben mit Hass, Dummheit, Wut und ähnlichen Gefühlen zu tun. Wenn die Leiche verschwunden bleibt, ist es meist eine Mischung aus Unwissenheit und Dreistigkeit der Täterin oder des Täters und ungünstigen Umständen für das Opfer.

Es gibt immer wieder Leute, die versuchen, die Leiche zu beseitigen oder Spuren zu verwischen. Manche orientieren sich dabei an dem, was sie im Internet gelesen haben, wissen aber überhaupt nicht, wie es in Wirklichkeit funktioniert. Beispiele sind etwa Versuche, eine Leiche in der Badewanne aufzulösen - das kommt tatsächlich manchmal vor. Dabei verletzt man sich aber wahrscheinlich selbst, beschädigt die Badewanne, macht die Leitungen kaputt. Es fällt möglicherweise auch auf, dass man sich die Chemikalien besorgt hat. Die Leute können damit auch nicht richtig umgehen. Man kann das auch clever machen, aber in der Regel wird das früher oder später auffallen. Selbst erfahrene Täter haben damit Probleme. Fritz Haarmann (Hannoveraner Serienmörder aus dem 19. Jahrhundert, Anm. d. Red.) etwa hat beim Zerteilen der Leichen Rückenschmerzen und Kopfschmerzen bekommen. Es ist also viel Arbeit, die viele Spuren erzeugt.

In der Schweiz hat mal jemand versucht, eine Leiche in einer selbst gebauten Betonbunkerkammer aufzulösen. Auffällig wurde es, weil er dahin gelatscht ist und dabei gesehen wurde.

Wie stark haben sich forensische Methoden in den letzten Jahren verbessert, und können dadurch alte, ungelöste Fälle heute neu aufgeklärt werden?

Erbgut-Vergleiche in der Verwandtschaft spielen eine zunehmende Rolle: Wenn man irgendwo ein kleines Stück Textil oder Ähnliches findet und gar nicht weiß, von wem das jetzt genau ist, kann man heute über Familiendatenbanken neue Hinweise bekommen.

Also kann man jetzt auch Täter finden, die vorher völlig unbekannt waren?

Ja, genau. Wir sind jetzt wirklich an diesem Punkt, im Frühjahr/Sommer 2026.

Der Fortschritt in unserem Fach verläuft insgesamt eher in Schlängellinien, aber die entscheidenden Entwicklungen sind jetzt alle da. Technisch kann man Massendaten auswerten, biologisch alle Spuren bis zur einzelnen Zelle analysieren und so weiter mehr geht eigentlich nicht. Früher gab es bodendurchdringende Sonare, um zu prüfen, ob die Erde bewegt wurde und damit mögliche Gräber zu finden. Heute gibt es modernere Geräte, die fast, wie Röntgen funktionieren, mit höherer Auflösung.

Man kann mittlerweile alle Gerüche wahrnehmen und erkennen, den Boden durchleuchten, Gebäude untersuchen, Wärmemessungen machen und alle Zellen untersuchen. Auch Handy-Daten und andere im Internet vorhandene Daten lassen sich auswerten.

Jetzt hängt alles nur noch davon ab, wie viel Geld und wie viele Fachkräfte man in solche Fälle steckt.

Vom Kölner Straßenstrich ins Museum. Sexarbeiterin Nicole: „Das erste Mal war Französisch für 30 Euro“

Quelle: Express Köln, 8. April 2026

Von Iris Klingelhöfer

Nicole Schulze demonstrierte 2021 mit anderen Sexarbeiterinnen vor dem Kölner Dom gegen die Kampagne „Rotlicht Aus“. Das Foto zeigt sie mit Kölns bekanntem Kriminalbiologen Mark Benecke („Dr. Made“). 

Nicole Schulze hat viele Jahre auf dem Kölner Straßenstrich gearbeitet. Jetzt ist die Sexarbeiterin Teil einer Ausstellung geworden. 

Französisch für 30 Euro – Sexarbeiterin Nicole Schulze (46) erinnert sich noch sehr gut an ihren ersten Freier. Das war 2004 auf dem Straßenstrich Geestemünder Straße und hat fünf Minuten gedauert. 

Inzwischen blickt die 46-Jährige nicht nur auf eine lange Berufszeit zurück, sondern ist auch Vorsitzende des Berufsverbandes Sexarbeit, eine angesehene Expertin zum Thema Sexualassistenz – und Teil der Ausstellung „Sex Work“ in der Bonner Bundeskunsthalle. 

Dort ist unter anderem ein Foto von ihr zu sehen, wie sie 2021 mit einem Wohnmobil und anderen Sexarbeiterinnen vor dem Kölner Dom stand – als Protest gegen die Kampagne „Rotlicht Aus“. Neben ihr auf dem Foto ist Kölns bekannter Kriminalbiologe Mark Benecke („Dr. Made“). 

„Ich hatte für die Ausstellung mehrere Fotos geschickt und sie haben sich für das von der Demo entschieden. Wir haben gegen die Kampagne ‚Rotlicht Aus‘ demonstriert, weil wir gesagt haben, wir müssen das Rotlicht nicht aus-, sondern anmachen“, erklärt Nicole. 

Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle sei sehr gut. Auch von der Geschichte her. Nicole: „Dass die Sexarbeitenden Rechte benötigen und nicht unter Sigmatisierung leiden.“ Sie fühle sich in der Ausstellung sehr gut vertreten. Dort liegt auch ein Flyer vom Berufsverband Sexarbeit, dessen Vorstandsvorsitzende sie ist.

„Sie haben auch den Aktivismus von heute und natürlich auch von früher dargestellt. Wenn man jetzt an die Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt denkt – die war ja nachher reicher als ihre Freier, hat das tollste Auto gefahren und wurde trotzdem ermordet. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Auch diese traurige Geschichte ist in Bonn ausgestellt“, erzählt die Kölnerin, die zur Vernissage anlässlich der Ausstellungseröffnung am 1. April eingeladen war.

Nicole Schulze hat ab 2004 auf dem Kölner Straßenstrich Geestemünder Straße gearbeitet. Inzwischen ist sie Sexualassistenz-Expertin.

Die Ausstellung spiegelt auch ihre eigene Geschichte wider. „Ich habe damals auf der Geestemünder in Köln angefangen, weil ich Schulden hatte. Ich hatte kein Geld, war dann auch von einem Loverboy abhängig. Ich war sieben Jahre lang abhängig, habe mein Geld abgedrückt. Es ist natürlich keine schöne Erfahrung, wenn man so behandelt wird“, erklärt Nicole.

Aber sie gibt nicht der Sexarbeit die Schuld daran. Die 46-Jährige sagt aus ihrer Sicht: „Weil, damit habe ich mein Geld verdient, ich gebe die Schuld der toxischen Beziehung, die ich mit meinem damaligen Freund geführt habe. Der hat mich ausgenutzt. Es war nicht die Sexarbeit. Ich war gerne an diesem Platz an der Geestemünderstraße. Wenn ich mich jetzt mit alten Kolleginnen treffe, bezeichnen wir das als unser Wohnzimmer.“ 

Mit 24 Jahren hat sie angefangen. „Ich habe mich auch bewusst für die Geestemünder entschieden, also für Straßenprostitution, weil ich kein Geld hatte. Ein Bordell, ein Zimmer dort, im Pascha hat schon damals 150 Euro pro Tag gekostet. Das Geld hatte ich ja gar nicht.“

Nicole Schulze (heute 46) hat 2004 auf dem Straßenstrich Geestemünder Straße angefangen. Heute ist sie Sexualassistenz-Expertin, Vorsitzende des Bundesverbandes Sexarbeit und Teil der Ausstellung Sex Work, die am 1. April 2026 in der Bonner Bundeskunsthalle eröffnet wurde.

Schulden hatten sich angehäuft, auch, weil sie damals mit einem Mann zusammen war, der das sauerverdiente Geld verspielte. Dazu zwei kleine Kinder. „Weil kein Geld da war, habe ich Lebensmittel geklaut“, gesteht sie. Doch irgendwann habe sie sich die Frage gestellt: Wie geht es mit meinem Leben weiter? Klaue ich weiter? Bleibe ich mit dem Mann zusammen?

„Ich habe mich für den Weg der Trennung entschieden. Und in der Sexarbeit selbst habe ich die Möglichkeit gesehen, Geld zu verdienen. Was ich nicht bedacht habe, ist, dass dieses riesengroße Stigma dann auf mir lastet“, so Nicole. „Dass wir zum Beispiel keinen Bankkredit bekommen, keine Bank stellt einer Prostituierten einen Kredit zur Verfügung, obwohl wir gutes Geld verdienen. Dann bleibt uns eigentlich gar nichts anderes übrig, als in Abhängigkeiten reinzugehen. Dann sind wir abhängig und bekommen unser Leben ohne andere Menschen gar nicht in den Griff.“ 

Von der Geestemünder habe sie erfahren, als sie 2004 in einer Kneipe in Leverkusen anfing zu kellnern. „Die Geestemünder hat 2002 eröffnet — die war damals quasi noch frisch im Munde der Männer. An der Theke, wenn die viel Bier getrunken hatten, haben die von dem neuen Straßenstrich erzählt und ich wurde hellhörig“, erinnert sich die Kölner Sexarbeiterin.  

Nicole weiter: „Ich war sexuell immer offen. Und ich war dann mit meinem damaligen Freund auf der Geestemünder, um eine weitere Frau für einen Dreier zu suchen. Da habe ich den Straßenstrich das erste Mal live gesehen.“

Am folgenden Abend sei sie dann alleine dorthin gefahren. „Ich habe erstmal draußen gestanden und beobachtet. Wie funktioniert das, wer kommt da alles hin. Einige Stunden später bin ich in den Container, der auf dem Gelände steht, und wurde herzlich empfangen. Dort waren Sozialarbeiterinnen vom Katholischen Sozialdienst, kurz SkF. Die haben mir einen Kaffee angeboten und das System der Geestemünder erklärt.“ Und dann sei sie hängen geblieben. 

„Nach meinem ersten Freier habe ich diese 30 Euro in der Hand gehalten, für fünf Minuten Arbeit, und gedacht, das ist ja besser als Kellnern“, erzählt sie. Sie sei damals sozial schwach gewesen, so die Kölnerin. „An meinem ersten Abend, als ich auf der Geestemünder Feierabend gemacht habe, hatte ich 460 Euro verdient. Das war viel Geld für mich und ich habe mich direkt dazu entschlossen, da zu bleiben.“

Nicole: „Ich habe aber nie gelernt, mit Geld umzugehen. Ich habe es verdient und dann war es auch schon wieder weg. Mein Loverboy hat mir dann geholfen, dass ich schuldenfrei wurde. Ich habe ihn geliebt, bin allerdings deswegen in so eine Art falsche Dankbarkeit gefallen. Dann fing es an, dass ich mein Geld an ihn abdrücken musste.“ 

Ihr Glück sei gewesen, dass der Platz an der Geestemünder Straße für sozial schwache Frauen gebaut wurde. Das SkF und auch die Polizei, explizit die kürzlich verstorbene Hauptkommissarin Nicole Metzinger, hatten erkannt, dass Nicole zwar aus der Schuldenfalle raus, aber dafür in eine neue Abhängigkeit hineingerutscht war. „Deswegen durfte ich auf diesem Platz weiterstehen“, sagt sie dankbar. Die Polizeibeamtin Metzinger unterstützte sie auch dabei, von ihrem „Loverboy“ loszukommen.

Dass sie auf dem Straßenstrich arbeitet, hat Nicole Schulze nie geleugnet. „Weil ich es nie als schlimm empfunden habe. Ich habe ja nichts Illegales gemacht“, stellt sie klar. Sie will nichts verherrlichen. Brutale Zuhälter, Ausbeutung, Drogen, Gewalt – auch das gibt es in der Prostitution. „Man sieht in den Medien immer nur das Negative. Aber man kann nicht alles über einen Kamm scheren. Man muss schon differenziert drauf sehen, auch auf die Straßensexarbeit.“ 

„Wohnmobil mache ich noch nebenbei, weil ich die Freiheit liebe“

Dadurch, dass sie auf der Geestemünder war, habe sie selbst nichts Schlimmes erlebt, behauptet sie. Nicole: „Die Freier waren immer vernünftig, weil es eben auch ein Platz der Stadt Köln war, Polizei und Ordnungsamt waren regelmäßig vor Ort. Die Polizistin Nicole hat sich sehr für uns eingesetzt. Das war ein geschützter Rahmen. Ich bin ein Befürworter solcher Modelle. Ich habe keine Gewalt erlebt.“ 

Sie seien, im Gegenteil, irgendwie wie eine Familie gewesen. „Ich bin gerne dorthin gegangen, wir haben viel gemeinsam gemacht, Pizza bestellt, gegrillt. Es waren schöne Momente. Und der Zusammenhalt der Frauen war schon sehr, sehr gut. Wenn es doch ein Problem gab, waren wir alle füreinander da“, erzählt die 46-Jährige.

„Das einzige Negative war mein Loverboy, weil ich in einer toxischen Beziehung war. Er hat mich viel verletzt. An der Sexarbeit selbst habe ich bislang keinen negativen Punkt. Alle höflich, nett, freundlich. Die wollen ja was von mir, wollen, dass ich eine gute Dienstleistung mache“, so Nicole.

Inzwischen steht sie in Trier an der Straße, in ihrem eigenen Wohnmobil, hat sich hauptberuflich aber auf Sexualassistenz spezialisiert und bietet ihre Dienste Menschen mit Behinderungen oder Menschen im Alter an, fährt auch in die Heime. „Wohnmobil mache ich noch nebenbei, weil ich die Freiheit liebe“, erklärt sie.

Auf die Geestemünder fahre sie aber immer noch regelmäßig - nur zu Besuch. „Ich würde mich da nicht mehr an die Straße stellen und meinen Kolleginnen die Kundschaft wegnehmen, weil ich mittlerweile nicht mehr sozial schwach bin. Aber die kennen mich alle dort und ich bin herzlich willkommen. Besonders jetzt als Aktivistin“, sagt sie. 

Momentan setze sie sich dafür ein, dass der Ort wieder ein sozialer Platz wird, sozial niedrigschwellig und ohne hohe Hürden. „Das geht ja nicht mehr, seit wir den Hurenausweis haben, also die Anmeldung nach ProstSchutzG.“, erklärt die Sexarbeiterin. Nach dem ProstSchutzG benötigen alle in der Prostitution tätigen Personen eine gesundheitliche Pflichtberatung und müssen für das Prostitutionsgewerbe angemeldet sein beziehungsweise sich anmelden. 

Nicole: „Ich gebe mal ein Beispiel: Für eine drogenabhängige Frau, die morgens nicht in die Gänge kommt, sind die Hürden viel zu hoch. Früher kamst du einfach zur Geestemünder und konntest arbeiten. Das war ein soziales System. Und ich finde, das sollte wieder so sein. 

Weil diese Frauen nicht das Problem der Sexarbeit haben, sondern die haben ein Drogenproblem und finanzieren ihre Drogen damit. Jede dieser Frauen macht zwei, drei Kunden, bis sie das Geld zusammenhat, und dann ist die wieder weg. Die denkt nicht daran, noch ihre Steuer zu machen oder Sonstiges. Die sind dazu gar nicht in der Lage. Das kann ich auch verstehen. Wenn ich mich mal mit meinem Loverboy betrachte, da hätte ich auch keinen Kopf dafür gehabt.“

Früher sei es viel Heroin gewesen, Spritzen seien verteilt worden, heute seien es mehr die synthetischen Drogen. „Aber egal, welche Drogen es sind, man muss das System dahinter anpassen“, fordert Nicole. „Wie viele Frauen habe ich damals auf dem Straßenstrich erlebt, die gesagt haben, dass sie die Methadon-Ausgabe verpasst hätten, weil sie nicht aufstehen konnten. Auch vor Schmerzen. Da denke ich mir: Warum hat die Methadon-Ausgabe nur morgens geöffnet? Wieso ist die nicht den ganzen Tag für die Betroffenen da?“ 

„Auch, wenn ich jetzt eine angesehene Expertin zum Thema Sexualassistenz und Vorsitzende des Berufsverbandes bin – die Geestemünder ist mir wichtig“, so die engagierte Sexarbeiterin. „Ich bin dafür, dass jede große Stadt in Deutschland so einen Platz anbietet. Weil es einfach ein sicheres Arbeiten ist.“ 

Mark & Ines (NDR NJOY): ADHS, Autismus…: Warum sind auf einmal alle neurodivergent?

Quelle: NRD (N-JOY, ARD), 14. April 2026, Flexikon-Podcast #119 mit Steffi Banowski & Anna Raddatz

Neurodiversitäts-Podcast (N-Joy)

Text des NDR:

»Gefühlt fast über Nacht haben die Stressigen eine Diagnose bekommen: ADHS.

Und jetzt? Ist eine ADHS-Diagnose sowas wie die Bahncard 100 fürs Dazwischenreden und alles liegenlassen?

Eine Ausrede für unbezahlte Rechnungen und die nächste 5 in Mathe?

Na, wenn wir das hier so provokant fragen, wahrscheinlich nicht. 

Eine Diagnose ist schon einmal eine Erleichterung. Viele neurodivergente Menschen fühlen sich ständig fehl am Platz und scheitern beim Versuch sich anzupassen.

Leute mit ADHS gelten als faul, Autist:innen als kalt und unempathisch.

Turns out: Das Gegenteil ist der Fall.

Kaum jemand entspricht den ADHS-Klischees so wenig wie Judith Holofernes: Die „Wir sind Helden“-Sängerin ist so ziemlich der liebenswerteste, unkomplizierteste, bodenständigste Popstar unter Gottes Sonne. Sie hat scheinbar alles im Griff. Aber seit ihrer Kindheit muss sie sich ihr ihr unkompliziertes Auftreten hart erarbeiten.

Vor 4 Jahren hat Judith ihre Diagnose bekommen. Seitdem ist sie viel nachsichtiger mit sich selbst und findet: Auch die anderen können sich mal anpassen!

Ihre ADHS-Geschichte erzählt sie nah wie selbstironisch in ihrem Roman „Hummelhirn“. Aber beim Schreiben sind auch schon einige Tränen geflossen, erzählt Judith in dieser Flexikonfolge.

Mark und Ines Benecke setzen sich für ein Autismus-freundliches Umfeld ein. Der Kriminalbiologe verortet sich selbst im Autismus-Spektrum, seine Frau ist diagnostizierte Autistin. 

Ines zieht einem Vorurteil schon mal zu Beginn des Gesprächs den Stecker: Autist:innen seien gefühlskalt. Im Gegenteil, sagt sie. Sie sind sogar außergewöhnlich gefühlsbetont. Sie bauen nicht selten sogar Bindung zu einem Gegenstand auf, und kaufen die letzte Dose Tomatenmark damit sie nicht so einsam ist.

Prof. Dr. André Frank Zimpel von der Universität Hamburg kann diese Einschätzung nur unterschreiben. Autist:innen sind nach dem aktuellen Forschungsstand sehr wohl empathisch, sagt der Leiter des Zentrums für Neurodiversitätsforschung an der Uni Hamburg.

Es ist nur diese ständige Reizüberflutung, die viele autistische Menschen dazu zwingt, sich zurückzuziehen.

In neurodivergenten Menschen steckt so viel Potential, die meiste Kraft verschwenden sie allerdings dabei, sich an gesellschaftliche Normen anzupassen.

Es lohnt sich, mal darüber nachzudenken, ob es nicht deutlich besser wäre, wenn sich die Gesellschaft an die Neurodivergenten anpasst.

Auf diesem Wege ist immerhin schon mal die Linkshänderschere erfunden worden.« 

Prominenter Halle-Fan

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Lokales, 7. April 2026, Seite 12

Stadtwappen tätowiert: Mark Beneckes Liebe für Halle geht unter die Haut

Er ist Deutschlands bekanntester Forensiker und eine vielfach interessierte und umtriebige Person noch dazu. In Halle fühlt Mark Benecke sich derweil pudelwohl.

Von Denny Kleindienst, Halle (Saale)/MZ.

Die Stadt Halle hatte dieser Tage einen prominenten Besucher. Mark Benecke war zu Gast in der Stadt. Deutschlands bekanntester Forensiker dokumentierte seinen Aufenthalt unter anderem über seinen Instagram-Account, der 274.000 Follower zählt. Eines der zahlreichen dort geteilten Bilder fällt dabei ganz besonders ins Auge.

Man sieht Mark Benecke vor dem „Verliebt in Halle“ Herzen auf dem Marktplatz stehen. Den Ärmel seiner Jacke streift er ein Stückchen zurück und legt den Blick frei auf ein Tattoo an seiner Hand: Es handelt sich um das Stadtwappen von Halle mit dem liegenden, nach oben geöffneten roten Halbmond zwischen zwei roten Sternen. Nun trägt Benecke Tattoos auf dem ganzen Körper. Das er sich aber ausgerechnet das hallesche Stadtwappen als weiteres Motiv ausgesucht hat, überrascht dann schon. Ist das ein Scherz?

„Das Tattoo ist echt“, erklärt Benecke auf MZ-Nachfrage. Und er macht deutlich: Er ist ein Fan von Halle. „Am meisten mag ich die superfreundlichen Menschen hier.“

In der Stadt sei er schon sehr oft gewesen, so Benecke gegenüber der MZ. Zum Beispiel um Vorträge im Steintor-Varieté zu halten. Auch liebe er die vielen wissenschaftlichen Sammlungen in Halle. „Ich bin der Buch-Pate des berühmten Vesalius-Anatomie-Buches in der Marienbibliothek, dessen Wiederherstellung ich bezahlt habe.“ Dafür wurde ihm von der Marienbibliothek nun auch eine Paten-Urkunde übergeben. Zu seiner großen Freude erhielt er obendrein „ein Exlibris der Bibliothek aus Hadern-Papier“. Bei einem Exlibris handelt es sich um einen Zettel in Büchern zur Kennzeichnung des Eigentümers.

Zum Hintergrund: Der Anatomie-Atlas von Andreas Vesalius (1514–1564) erschien erstmals 1543 in Basel und nannte sich auf Deutsch „Vom Bau des menschlichen Körpers in sieben Büchern“. Vesalius hatte darin neue, authentische Ansichten des menschlichen Körpers präsentiert, wie er sie direkt bei öffentlichen Sektionen von Leichen in Italien hatte gewinnen können.

Da wäre außerdem noch Martin Luthers Totenmaske in der Marktkirche. „Ich habe das Alter der Luther-Totenmaske mit Radiokarbontechnik sicher geklärt“, sagt Benecke. Dazu gebe es gerade eine Veröffentlichung.

Bei seinem jüngsten Aufenthalt — begleitet wurde Mark Benecke von seiner Frau Ines — war der Forensiker auch in den Franckeschen Stiftungen, „in denen ich während Corona auch eine Ausstellung eröffnet habe“. Über das „Kuriositätenkabinett“ — die Kunst- und Naturalienkammer der Stiftungen — habe er einst bei der ältesten biologischen Fachgesellschaft, der Linnean Society of London, berichtet. „Natürlich liebe ich aber auch die anatomische und zoologische Sammlung“, merkt Benecke an.

Über sich selbst merkt Benecke noch an, dass er sowohl Forensiker, als auch Kriminalbiologe und Sachverständiger für biologische Spuren  ist. Was er hingegegen nicht sei, ist Rechtsmediziner, Pathologe und Polizist. Dann wäre das ja geklärt. Was er kurzerhand unterschlägt: Für die Satirepartei Die Partei trat Benecke in der Vergangenheit schon als Kandidat fürs EU-Parlament sowie als Oberbürgermeisterkandidat in Köln an.

Autismus-Podcast "Neurodivergent"

Unser Podcast im Rahmen des Forschungsprojektes "Förderung von autistischen Kindern im Kita-Alter" mit Prof. Michael Komorek von der Evangelischen Hochschule Berlin sowie Dr. Mark Benecke & Stephanie Fuhrmann vom White Unicorn. Folge 1:

Wahrnehmung neurotypisch und neurodivergent (Beispiele) Begriffe zum Thema Autismus und Inklusion Kita als zentraler Ort für Kinder im Alter von 1-6 Jahren

"Eine Leiche verlangt nichts, ..."

Quelle: Forum Wissenschaft, Nr. 4, Dezember 2025, 42. Jahrgang

Hier gibt es den Artikel als .pdf

Ein Gespräch über die Disziplin der Kriminalbiologie

Bei Todesfällen, wo Zweifel an einer natürlichen Todesursache bestehen, werden die Leichen mit wissenschaftlichen Methoden untersucht. Die Untersuchung der Todesumstände ist Aufgabe der forensischen Biologie. Die bekannten Darstellungen im Fernsehkrimi am Sonntagabend haben aber nur wenig mit der realen Praxis zu tun, wie Kriminalbiologe Mark Benecke im Interview mit Yannick Borkens erläutert.

Forum Wissenschaft (Yannick Borkens, im Folgenden FW): Gerade für unsere nicht-naturwissenschaftlichen Leserinnen und Leser ist es spannend und interessant zu erfahren, was die Kriminalbiologie als Disziplin ist und mit was sie sich beschäftigt. Was ist Kriminalbiologie? In welchen Situationen kommt sie zum Einsatz?

Foto: Mark Benecke

Mark Benecke (MB): Forensisch heißt eigentlich vor Gericht/für das Gericht; diese Bedeutung ist in Deutschland aber nicht so eng und spiegelt die weit gefächerte Arbeitsweise auch nicht wider.

Als Wort aus dem Englischen ist es aber über TV und Kino wieder in seiner nicht ganz richtigen Bedeutung nach Europa gelangt. Ganz egal, hier der vereinheitlichte Vorschlag: Forensik ist eine Mischung aus Kriminalistik, Rechtsmedizin und Naturwissenschaften. Die Zusammenarbeit führt dabei zu einem weiten Blick. Solche umfassenden Untersuchungen waren bei uns im Labor beispielsweise ein Blutspuren-Muster nach einer Doppel-Tötung. Wir untersuchten dabei dieselben Blut-Spuren auf DNS (Naturwissenschaften), Schleuder-Richtung (Kriminalistik) und Verbringung durch Fliegen (forensische Entomologie). Die Leiche selbst wurde natürlich von Fachärztinnen für Rechtsmedizin beurteilt. Dieser auch auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin vorgestellte Fall zeigt, wie ein Einzelner viele Verfahren verknüpft anwendet. Ich habe für den Stern auch mal mit langen Zähnen zwei C. S. I.-Folgen angeschaut und musste staunen: Die Tatort-Beamtinnen, im echten Leben nur für die Spurensuche zuständig, sind dort gleichzeitig Ermittler. Das verträgt sich aber nicht.

FW: Welche Beiträge kann sie leisten, um Umstände eines Todesfalles zu ermitteln? Und was kann sie nicht leisten?

MB: Mein Team und ich schauen uns jeden Fall unbefangen an. Daher passiert im kriminalbiologischen Alltag jeden Tag etwas anderes. Mal messen wir Blutspuren, mal Insekten, mal wälzen wir Akten, mal hängt eine oder einer von uns in einem Baum, um eine Erhängung nachzustellen, mal sind wir auf Kongressen. Wir schauen uns gerne Käfer, Fliegen, Schnecken und Wespen an, um zu verstehen, wie lange eine Leiche besiedelt wurde. Und ob eine scheinbare Messer-Wunde oder Kratzer im Gesicht einer Leiche nicht doch von Tieren stammen.

Alle Fälle sind super herausfordernd. Wir behandeln auch alle Fälle gleich. Ich bin nicht für die Gefühle verantwortlich, sondern für die messbare Wahrheit. Wenn es etwas ist, das therapeutisch behandelt werden muss, dann müssen Leute ran, die sich mit der »Seele« auskennen. Oder wenn es politische Folgen hat, dann muss es politisch gelöst werden. Das hat auch etwas Kulturelles: Bilder von Tatorten können wissenschaftlich herausgegeben werden, aber teilweise sind sie so episch und eindrucksvoll, dass sie — wie soll ich sagen — Wellen und Fahrwasser entwickeln. Dem kann man nicht ausweichen. Und dann muss man sich überlegen, wie man damit arbeitet. Der Kollege aus Österreich zum Beispiel. (Otto) Prokop, Leiter der Ost-Berliner Rechtsmedizin, hat sehr bildlich gearbeitet und ist mit seinem »Atlas« gegen seinen Willen im damaligen Westdeutschland unter Künstlerinnen, Künstlern bekannt geworden — also nicht wissenschaftlich. Das Buch ist erst nach dem Mauerfall in Deutschland wissenschaftlich wahrgenommen worden, obwohl es ein rein wissenschaftliches Werk ist. Prokop hat genau das gemacht, wovor ich gewarnt wurde: Er suchte Bilder aus, die so eindrucksvoll waren, dass sie ihr Eigenleben entwickelt haben. Wir achten seither darauf, dass das nicht passiert, denn wenn die Angehörigen 20 Jahre später auf irgendeinem Umweg wieder damit in Berührung kommen, dann lässt man es besser sein.

FW: Welche Rolle spielen Exhumierungen? Wann und wie werden sie durchgeführt?

MB: Wir hatten mal den Auftrag einer Familie, die Akten im Fall ihres verstorbenen Sohns zu sichten. Sie versprach sich Hinweise darauf, dass er nicht — wie von der Polizei angenommen — tödlich verunglückt, sondern Opfer einer Tötung war. Im Juni 2006 war die Leiche des Jungen nach sechsmonatiger Vermisstenzeit in Österreich in einem Bachbett gefunden worden. Er hatte während der Wintersaison an einem Skilift gearbeitet und mit seinem Kollegen und dessen Mutter eine kleine Abstellkammer direkt an der Liftanlange bewohnt. Die Eltern befragten die beiden Mitbewohner erneut zum Verschwinden. Beide beharrten darauf, dass er eines Nachts mit einem ihnen unbekannten Mädchen verabredet gewesen war und mit diesem durchgebrannt sei. Diese Version zum Verschwinden des Jungen erschien auch der Polizei plausibel. Auf dem Parkplatz der Liftanlange entdeckten die Eltern jedoch das unverschlossene Auto ihres Sohnes, in dem sich seine gesamten privaten Dokumente wie Führerschein und Pass sowie ein einzelner Socken befanden. Die Polizei stellte das Auto daraufhin sicher. Eine spurenkundliche Untersuchung blieb aus. Als später in einem dem Skilift nahe gelegenen Bachlauf Müll aufgesammelt wurde, fand man seinen Parka sowie eine Matratze, die aus der Unterkunft des Kollegen stammte. Außerdem entdeckten Passanten die teilskelettierte Leiche des Jungen mit stark zersetzter Bekleidung. Der Leichenfundort lag 2,5 km von der Lift-Anlage entfernt. Die Sektion ergab aufgrund der fehlenden Weichteile keine Auskunft darüber, ob Fremdeinwirkung (Verletzungen an den Weichteilen) vorgelegen hatte. Bis zu diesem Zeitpunkt war nur der Kollege und Mitbewohner zu dem Vorfall polizeilich befragt worden, nicht jedoch die Mutter.

Die Eltern gaben sich damit jedoch nicht zufrieden und hatten selbst Suchen durchgeführt. Nach vielen Beiträgen, in denen die Familie die Vorgehensweise der Polizei anprangerte, wurden im Januar 2008 die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die Mutter des Kollegen belastete ihren Sohn und sagte aus, er habe das Opfer erstochen. Bei der Tat sei sie nicht anwesend gewesen, jedoch habe sie bei der Beseitigung der Leiche geholfen. Die österreichischen Behörden begingen daraufhin den Tatort mit einem Blutspürhund. Die Eltern hatten bei einem ihrer Besuche in der Unterkunft einige Holzdielen aus dem Boden gebrochen. Auf diesen hatten sie nicht untersuchte, an Blut erinnernde Flecken gesichtet. Einige dieser Stücke brachten sie zu einer Besprechung in unser Labor.

Der Blutschnelltest zeigte an mehreren Stellen auf den Holzstücken eine positive Reaktion. Aus dem darauf folgenden Gutachten des LKA Thüringen ging jedoch hervor, dass an den blutverdächtigen Anhaftungen der eingesandten Holzstücke kein Blut nachweisbar war.

Aus der molekulargenetischen Untersuchung der Materialproben war die Bestimmung eines DNS-Identifizierungsmusters nicht möglich. Die Schlussfolgerung: Es konnten keine weiteren Hinweise zum Verletzungs-Ort des Geschädigten gegeben werden. Die Exhumierung und anschließende Sektion im Institut für Rechtsmedizin der Universitätsklinik Jena im November 2008 ergaben an Brustbein sowie der 6. und 7. Rippe des Leichnams gradlinige, glattrandige Knochenverletzungen (Stich-Schnitt-Verletzungen). Das Gutachten bestätigt, dass für die Beibringung der Rippenverletzungen ein spitz zulaufendes scharfes Messer in Betracht komme. Diese drei — wegen der Knochendefekte einzigen noch sichtbaren — Stichverletzungen waren nicht todesursächlich: Es konnten weder stark blutende Gefäße noch Brustorgane verletzt werden, da die Knochen jeweils nicht durchstochen wurden. Nach Einschätzung der Rechtsmediziner erfolgte die Verletzungsbeibringung am liegenden Opfer. Im Dezember 2008 wurde der Kollege/Mitbewohner von der Skiliftstation wegen Totschlags angeklagt. Die Verhandlungen fanden in Deutschland statt. Die beragte Rechtsmedizinerin erklärte, es sei aufgrund des Stichmusters nicht auszuschließen, dass weitere Stiche ausgeführt wurden, die nicht auf Knochen trafen, sondern Lunge oder Herz tödlich verletzten. Aufgrund des Zersetzungszustandes der Leiche konnte das aber naturgemäß nicht belegt werden. Ende Dezember 2008 wurde der Angeklagte nach einem Indizien-Prozess wegen Totschlags verurteilt.

FW: Welche Unterschiede gibt es zwischen der Kriminalbiologie und der forensischen Biologie?

MB: Keine.

FW: Welche Rolle spielt die Molekularbiologie innerhalb der Kriminalbiologie? Und welche Methoden kommen besonders häufig zum Einsatz?

MB: Aufgrund einer Flut von Serien wie C. S. /. in den 1990er Jahren und vielenweiteren, die sich später gerne mit Labortechniken in Kriminalfällen befass-ten, erwarten die Öffentlichkeit und (wo vorhanden) die Geschworenen in Kriminalfällen, dass alle Tatorte einer genetischen Fingerabdruckanalyse unterzogen werden müssten — der »CSI-Effekt«. Bald wurde daraus ein »umgekehrter CSI-Effekt«, das heißt, »während Geschworene aufgrund von CSI-ähnlichen Serien möglicherweise Hightech-forensische Beweise in Strafsachen erwarten und bei Fehlen solcher Beweise unangemessener Weise einen Freispruch sprechen, messen dieselben Geschworenen aufgrund derselben CSI-ähnlichen Serien forensischer Beweise oft zu viel Gewicht bei, wenn solche Beweise tatsächlich von der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden, was zu Verurteilungen in Fällen führt, in denen der Angeklagte wahrscheinlich hätte freigesprochen werden müssen. «

Genetische Fingerabdrücke sind eigentlich wie ein normaler Hautabdruck. Es entsteht in beiden Fällen ein Barcode-Muster, das nichts über den Körper oder den Geist der Person aussagt. Wenn man grundsätzlich gegen die Verwendung von eindeutigen Merkmalen in Strafsachen ist, blieben ja als einzige Beweise nur Zeugenaussagen übrig. In vielen Tests wurde aber gezeigt, dass solche Aussagen nicht zuverlässig sind und von den Überzeugungen der Zeuginnen und Zeugen beeinflusst werden. Im Gegensatz dazu sind Beweise wie genetische Fingerabdrücke zuverlässiger.

Noch besser daran ist, dass DNS-Beweise immer wieder getestet werden können. Wenn ein Experte über die objektiven Beweise aus seinem Labor lügt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ein unabhängiger Test die Lüge aufdeckt.

FW: Spielt die Forensik auch bei geistlichen oder kirchlichen Fragen eine Rolle?

MB: Ob die Überreste eines Heiligen echt sind, ist nicht immer wichtig. Zuhauf gibt es Kreuzes-Nägel und Vorhäute Christi, und auch die Mikroreliquien aus dem Skelett des Heiligen Severin hatten vor unserer Untersuchung manchmal Zweifel erregt. Bei der Seligsprechung moderner Wundertäter aber möchte es die Kirche mittlerweile genauer wissen. Darum konnten beispielsweise Blut- und Speichelproben von »Therese von Konnersreuth« in München untersucht werden. Sie war 1898 als Therese Neumann geboren worden, wurde nach mehreren Stürzen bettlägrig und erblindete 1919. Doch 1923, am Tag der Seligsprechung der »Therese von Lisieux«, konnte sie plötzlich wieder sehen, und als jene 1925 heilig gesprochen wurde, löste sich auch die Lähmung. Sehr schnell pilgerten dann Scharen zur »Therese von Konnersreuth«, weil sie die Leiden Christi so stark erlebte, dass mehrere Wunden an ihrem Körper bluteten. Die Kolleginnen und Kollegen konnten Erbgut-Abschnitte, die sie aus dem Zellkern und aus Mitochondrien aus dem Blut einer aufbewahrten, durchbluteten Verbandskompresse gewonnen hatten, mit Erbgut aus dem Speichel an Klebeleisten zweier von Therese geschriebenen, frankierten und zugeklebten Briefe vergleichen: Die Zellen stammten beide von derselben Person- und das war am ehesten Therese Neumann. Zudem fand sich im Speichel der Nichte das gleiche Mitochondrien-Erbgut wie in den beiden Bio-Spuren von Therese. Da dieses Erbgut nur über die mütterliche Linie weitergegeben wird, war klar, dass das Blut aus Therese Neumanns Wunden nicht von heimlich geschlachteten Haustieren, sondern tatsächlich aus dem Körper der Verehrten stammte. Was das religiös bedeutet, geht uns aber nichts an.

FW: Wie interdisziplinär ist die Kriminalbiologie? Ist sie eine reine Naturwissenschaft? Oder spielen auch Geisteswissenschaften wie die Soziologie oder die Kriminologie eine wichtige Rolle?

MB: Sie spielen keine Rolle, allerdings reden wir miteinander. So beschrieb zum Beispiel der kanadische Soziologe Neil Gerlach vor vielen Jahren in seinem Buch The Genetic lmaginary: DNA in the Canadian Criminal Justice System 2004 verschiedene mögliche Ängste der Gesellschaft hinsichtlich der Entwicklung und Ergebnisse der Biotechnologie, genetisch veränderte Lebensmittel, mögliche Forderungen nach einem Recht auf Normalität (»neue Eugenik«), Patentierung von Genen und »charismatische Wissenschaft«. Auch die »Kultur der Spur« und der DNS-Fingerabdruckmethode im Hinblick auf ihre Anwendung der Kriminalistik und ihre Auswirkungen auf Gerichtsverfahren werden diskutiert.

Neil Gerlach argumentiert, dass die Verwendung von DNS in rechtlichen Kontexten zu einer »Überwachungsgesellschaft« führen kann. Meiner Meinung nach wird die Kluft zwischen Naturwissenschaften und Soziologie manchmal unnötig vergrößert, wie es auch bei Gerlachs Werk der Fall ist. Er prägt den Begriff »Biogovernance«, um zu beschreiben, wie DNS-Typisierung und andere genetische Methoden zu einem Regime der Praxis werden. Seiner Meinung nach ist dies das Ergebnis eines Machtgefüges namens »Social Governance«, das sich der Menschen befasst als mit ihren tatsächlichen Bedürfnissen. Es ist in Ordnung, eine solche politische Aussage zu treffen und es dabei zu belassen. Allerdings vermischt Gerlach viele Dinge, die getrennt werden sollten — und tatsächlich auch getrennt sind. Angesichts meiner internationalen Erfahrung war ich überrascht, dass die Kanadier solche Angst vor der nicht-kodierenden DNS-Typisierung haben, und ich frage mich, warum das so ist. Die sehr liberalen Niederlande hatten ungefähr zeitgleich als erstes Land ein Gesetz verabschiedet, das sogar die Typisierung von Augen- und Haarfarben in Strafsachen erlaubt, und in England wird die DNS-Probe einer Person in die Datenbank aufgenommen, wenn sie eine Straftat begeht (praktisch schon ab Trunkenheit am Steuer). In beiden Ländern wurde die erweiterte Verwendung der DNS-Typisierung weder zur Herstellung »genetischer Gerechtigkeit« noch gegen den Willen der Öffentlichkeit durchgeführt. Ganz im Gegenteil, die Öffentlichkeit wurde gehört und stimmte zu. Außerdem ist »genetische Gerechtigkeit« unmöglich, da niemand allein auf der Grundlage eines genetischen Fingerabdrucks verurteilt werden darf. Es muss immer andere wichtige Hinweise geben, die eine Person mit einer Straftat in Verbindung bringen, nicht nur das Erbgut allein. Der Grund dafür ist einfach: Wenn ich eine Zigarette an einem Ort fallen lasse, der 15 Minuten später zum Tatort wird, wird mich niemand bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft beschuldigen, wenn ich kein Motiv, keinen möglichen Nutzen und keine andere Verbindung zum Opfer oder zum Tatort habe.

FW: Kommt die Kriminalbiologie bzw. die Forensik auch bei archäologischen Fragestellungen zum Einsatz? Waren Sie selbst schon an archäologischen Ausgrabungen beteiligt?

MB: Ja. Hier kann zum Beispiel die forensische Entomologie (Insektenkunde) helfen. Die Besiedlung von Leichen durch Insekten und andere Gliederfüßer ist seit Jahrtausenden bekannt. Forensisch-entomologische Untersuchungen, also die Begutachtung der an oder auf Leichen lebenden Insekten hinsichtlich ihrer Systematik und Artbestimmung, ihrer Entwicklungsbiologie und ihrer Lebensweise, gehören heute in vielen Ländern zum bekannten Werkzeug der Rechtsmedizin und Kriminalistik. In der Archäologie hat die Entomologie in den letzten Jahrzehnten vorwiegend im Bereich der Umwelt-Untersuchungen der weiten Vergangenheit bzw. der Umweltarchäologie Eingang gefunden und neben der Untersuchung von uralten Pflanzenresten neue Wege zur Ermittlung des ursprünglichen ökologischen Umfeldes archäologischer Fundplätze eröffnet.

Vergleichsweise selten wurden dagegen bisher Insektenreste bei der Beurteilung archäologischer Leichen- bzw. Grabfunde berücksichtigt. Dabei sind Leichen für weit über hundert Gliederfüßerarten — insbesondere Fliegen und Käfer — Brutstätte, Nahrungsquelle und Lebensraum. Da Gliedertiere die mit Abstand artenreichste und größte Gruppe aller Lebewesen auf der Erde darstellen, sind sie auch in scheinbar unwirtlichen Lebensräumen noch an Leichen anzutreffen. Mit den Veränderungen eines Leichnams nach dem Tod gehen zeitlich sich überlappende Gliedertierbesiedlungswellen einher, die als Besiedlungswellen bezeichnet werden. Anhand dieser spezifischen Besiedlungswellen lassen sich oft Rückschlüsse auf die Liegezeit und die Todesumstände einer Leiche ziehen. In der Archäologie fanden die Erkenntnisse der forensischen Entomologie erst recht spät Eingang: Eine der frühesten Beschreibungen von Insektenresten aus einer archäologisch untersuchten Bestattung stammt aus dem Jahr 1836. Bei Ausgrabungen in Wymondham Abbey in Norfolk stieß man im Chor der Klosterkirche in einer Backsteingruft auf zwei Bleisärge. In einem der Särge fand sich die gut erhaltene, mumifizierte Leiche einer Frau, auf der der Ausgräber S. Woodwards Reste eines Käferinsektes sowie zahlreiche lebende Maden beobachtete. Anfang des 20. Jahrhunderts rückten Insekten aus archäologischen Grabfunden stärker in das Blickfeld der Wissenschaft. Während zunächst Befunde aus Ägypten im Vordergrund standen, lassen sich seit den 1930er Jahren auch einzelne Arbeiten zu europäischen Fundstellen anführen.

Meine Mitarbeiterin Tina und ich haben auch schon Nächte im größten Mumien-Keller der Welt verbracht und dort die Insekten angesehen. Nach zehn Jahren hatten wir sie alle auseinander gepuzzelt und bestimmt und konnten zeigen, was sich im Laufe der Jahrhunderte im Keller wie zersetzte.

FW: Passend zum archäologischen Thema sollte hier auch die anatomische Provenienzforschung erwähnt werden. In letzter Zeit sind viele Institute und Museen bemüht, ihre Kunst- und Kulturgüter aus Übersee zu katalogisieren und gegebenenfalls an die ursprünglichen Herkunftsländer zurück zu geben. Auch anatomische Sammlungen schließen sich diesem Bestreben an. Diese Arbeit ist insofern besonders, weil es sich hierbei um menschliche Überreste handelt. Wie kann die Kriminalbiologie oder die forensische Biologie hier helfen?

MB: Ja. Durch die Alters- und Herkunftsbestimmung der Knochen von Tätowierungen und so weiter. Lars Krutak, ein US-amerikanischer Anthropologe und Schriftsteller, beschäftigt sich schon lange mit Tätowierungen. Er nennt sich »Tattoo Hunter«. Eine seiner Tätigkeiten ist es, Skelette und schamanische Ritualgegenstände der alaskischen Ureinwohner, die im Smithsonian Museum in Wahington DC liegen, zurück an ihren Ursprung zu geben. Seine eigenen Tätowierungen helfen ihm dabei, nach eigener Aussage, mit der örtlichen Indigenen Bevölkerung in Kontakt zu kommen: »Meine rituellen Narbenmuster und Tätowierungen helfen mir sehr. Die Menschen vor Ort sehen sofort, dass ich – ein Mensch aus einer total anderen Kultur — durch Schmerzen und Körperveränderungen meine Transformation durchgemacht habe, genau wie viele von ihnen. Ich habe bestimmt fünfundzwanzig Tätowierungen, die mit jeder auf der Erde bekannten Methode gestochen wurden: japanisch, von Hand, mit Tierzähnen, elektrisch — und oben drauf über tausend Narben. So eine Mischung hat kaum jemand.«

FW: Forum Wissenschaft betrachtet oft auch kritische Aspekte der verschiedenen wissenschaftlichen und akademischen Disziplinen. Gibt es solche kritischen Betrachtungen auch bei der Kriminalbiologie bzw. auch bei den forensischen Wissenschaften?

MB: Ja, besonders zu »Rassen«. So gab es recht lange Schädelvermessungen, auch, weil man diese gut transportieren konnte. Weichteile zersetzen sich mit der Zeit und sind daher deutlich schwerer zu untersuchen. So hat man angefangen Knochen zu vermessen. Viele Museen haben zum Beispiel geguckt, ob es Unterschiede zwischen den sogenannten Ureinwohnern oder früheren Bewohnern und den später gekommenen Europäern. Das hat man in Nordamerika wie auch in Südamerika gemacht. An Knochen kann man sehr viele Sachen ablesen bzw. spiegeln sich viele Dinge in den Knochen wider: Krankheiten, Körpergröße, welche Muskelansatzstellen wo dran sind und so weiter. Irgendwann hat man dann gemerkt, das bringt nichts außer, dass wir feststellen, dass die genetischen Wirkungen, die häufig durch zufällige Begebenheiten entstehen, stattgefunden haben. Es hat also überhaupt keinen praktischen Nutzen, wie man früher dachte, in Bezug auf irgendwelche Persönlichkeitsmerkmale. Teilweise konnten durch Schädelvermessungen zwar ganz brauchbare Vaterschaftsfeststellungen machten. Doch durch modernere Verfahren wie den genetischen Fingerabdruck wurde diese Methode komplett überflüssig.

Ähnlich sieht es auch bei der Hautfarbe aus. Hautfarben sind so unbedeutend. Würde man Albinos aus den unterschiedlichsten Bereichen der Welt (Europa, Afrika, Südamerika etc.) miteinander vergleichen, könnten wahrscheinlich 90 % der Menschen diese Albinos nicht ihrer Herkunftsregion zuordnen. Wahrscheinlich wären jetzt selbst liberale Menschen geneigt zu sagen »hey, das kann man doch wohl nicht sein. Die müssen doch eine total platte Nase haben oder irgendwelche auffallenden Augen«. Nein, es gibt alle möglichen Übergänge. Und bei Hautfarben ist das genauso. Klar gibt es Mikrounterschiede.

Aber wenn du mit einem Fahrrad durch die Welt fahren oder zu Fuß gehen würdest würde dir von Tag zu Tag der Unterschied überhaupt nicht auffallen. Kurz gesagt, es spielt überhaupt keine Rolle, es hat überhaupt keine Aussage. Wie nicht weniges resultiert dies wahrscheinlich aus einer kolonialistisch geprägten Problematik.

FW: Könnte die Kriminalbiologie dazu beitragen, künftig Todesfälle zu verhindern?

MB: Ja. Das gilt auch für die Rechtsmedizin. Vor wenigen Tagen haben die beiden Präsidentinnen der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, der auch ich seit dreißig Jahren angehöre, und des Berufsverbandes schön geschrieben: »Rechtsmedizinische Obduktionen liefern darüber hinaus unverzichtbare Daten für die Mortalitätsstatistik und damit für Prävention und Gesundheitsplanung. Erkenntnisse aus Todesfallanalysen (z.B. zum Drogenkonsum, häusliche Gewalt, Suizide) fließen unmittelbar in gesundheitspolitische Maßnahmen ein. Durch die rechtsmedizinische Aufarbeitung von potentiellen Behandlungsfehlervorwürfen wird ein wesentlicher Beitrag zur Patientensicherheit und Qualitätssicherung im Gesundheitssystem geleistet. Rechtsmediziner haben durch Forschung zu den Risikofaktoren für einen Plötzlichen Kindstod (SIDS) zu dessen Inzidenzrückgang aktiv beigetragen.« In meinen Fall gilt auch für Täter aller Art, auch Serientäter, mit denen ich spreche: Wenn wir verstehen, wie und warum sie die Taten durchgeführt haben, dann können wir sie gemeinsam hoffentlich künftig leichter verhindern.

FW: Gleichberechtigung und Feminismus sind Themen, welche auch in der Wissenschaft und dem akademischen Bereich immer wichtiger werden. Während gerade die Naturwissenschaften früher Männerdomänen waren und Frauen der Weg an die Hochschulen erschwert wurde, ist es heute glücklicherweise anders. Wie sieht die Geschlechterverteilung in der Forensik aus? Und wie wird diese sich in den nächsten Jahren entwickeln?

MB: Das Fach wird von Frauen schon immer bevorzugt, weltweit.

FW: Wie sieht die Altersverteilung aus? Leidet auch die Forensik unter dem demografischen Wandel? Oder kommen genug junge Akademiker nach?

MB: Es kommen genug nach, da viele Menschen durch Krimis, Filme, Serien, Podcasts und dergleichen angezogen werden. Sie bleiben aber nicht im Fach, da die Arbeitsbedingungen nicht gut sind.

FW: Wenn ich Interesse an einer Tätigkeit in der Kriminalbiologie hätte, was wäre mein Eintritt? Was müsste ich studieren? Und wo? Uni oder FH? Gibt es bestimmte Hochschulen mit einem Schwerpunkt in diesem Bereich?

MB: Du kannst tatsächlich jedes technische oder naturwissenschaftliche Fach kriminalistisch einsetzen: Lacke, Handy-Daten, Insekten auf Leichen, Blutspuren, Erd-Körnchen. es gibt nichts, was nicht auch in der Kriminalistik von Nutzen sein könnte. Jedes entsprechende Studium passt also.

FW: Wo könnten sich Interessierte weiter Informieren? Und gibt es bestimmte Bücher oder andere Texte, die Sie für die die Vorstellung, dass es rein gute oder weitere Lektüre (unbedingt) empfehlen würden?

MB: Die Websites der Unis, Behörden, Firmen, Arbeitgeber:innen und so weiter sind natürlich immer gute Adressen. Wenn ihr Interesse an meinen Lebensweg habt, empfehle ich euch mein Buch Mein Leben nach dem Tod.

FW: Die Informatik wird auch in der Biologie immer wichtiger. Einige sagen, dass das Fach / Modul »Bioinformatik« mittlerweile eigentlich ein verpflichtendes Modul im Grundstudium jedes biologischen Studienganges sein sollte. Gerade die Künstliche Intelligenz ist das Stichwort der aktuellen Zeit. Welche Entwicklungsperspektiven ergeben sich innerhalb der Kriminalbiologie und der Forensik aus der Digitalisierung bzw. dem Einsatz von KI?

MB: Du kannst damit alle Massendaten untersuchen, beispielsweise Verwandtschafts-Datenbanken oder Handy-Daten.

FW: Und wo liegen die Gefahren?

MB: Dass Daten in unsozialer Weise verwendet — vor allem verknüpft — werden.

FW: Was hat Sie motiviert in die Kriminalbiologie zu gehen? Und was motiviert Sie noch heute? Ist es die akademische Forschung? Die Lehre? Oder der Beitrag beim Aufklären von Straftaten und beim Helfen, Gerechtigkeit zu bringen?

MB: Gerechtigkeit zu bringen? Gerechtigkeit gibt es nicht, das kannst du leicht messen. Urteile sind je nach Tagesform oder Ort eines Gerichtes sehr unterschiedlich. Ich kümmere mich um die Spuren und versuche zudem, ein Mosaik-Steinchen zur Vorbeugung beizutragen. Es hat bei mir Jahre gedauert, bis ich raffte, dass manche Leute bei meinen Vorträgen gar nicht so sehr an Kriminaltechnik und Spuren interessiert sind. Wofür sich manche interessieren, ist die Frage, wie es wäre, wenn sie jemanden umbringen würden. Auch bei Gerichtsverhandlungen höre ich öfter, die Täterinnen und Täter sollen grausam gefoltert werden. Nur warum? Die Toten werden davon nicht lebendig, die Vergewaltigten nie wieder ohne ihr Erlebnis sein. Was hilft, ist die Tatabläufe zu verstehen und dafür zu sorgen, dass sie möglichst nicht wieder geschehen. Die Vorstellung, dass es rein gute oder böse Menschen gibt, ist schon alleine deshalb Quatsch, weil es sehr viele freundliche Nazis, Folterer, Plünderer und Vergewaltiger gibt, die in ihrer häuslichen Umgebung gute Väter und waren oder sind. Wir sollten immer die Täterinnen und Täter nach ihrer Einstellung fragen und ihnen zuhören. Niemand muss sie mögen, aber mithilfe ihrer Aussagen oder alter Originalquellen lässt sich ergründen, wie Hass oder irregeleitete Liebe entsteht. Nur messbare Spuren helfen dann dabei, zu erkennen, ob die Stories stimmen, was wirklich wann und wo geschehen ist und wie wir darauf gründend weitere Taten verhindern können. Am liebsten sind mir als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die, die eigentlich nur zählen, messen und sortieren wollen.

Anmerkungen

1) Otto Prokop (1921-2009) war ein österreichisch-deutscher Gerichtsmediziner und forensischer Serologe. Ab 1956 war er als Professor an der Humboldt-Universität in Berlin tätig.

2) Mark Benecke 2006: »Wer's glaubt, ist selig...«. in: Der Stern, online: https://www.stern.de/kultu r/tv/csi—wer-s-glaubt—ist-selig---3320558.html.

3) Mark Benecke 2014: »Tattoos für die Völkerverständigung«. In: Tätowiermagazin 5/2014: 144.

4) Mark Benecke 2018: Menschenrassen. You-Tube: Dr. Mark Benecke's Official Youtube Channel.

5) Ritz S, Germerott T. 2025. Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM) und den Berufsverbandes Deutscher Rechtsmediziner (BDRM) zu den »Empfehlungen zur fachlichen Entwicklung der Medizin mit einem Fokus auf vorklinische und klinisch-theoretische Fächer« des Wissenschaftsrates vom 31.10.2025. https://www.med.uni-wuerzburg.de/fileadmin/03230000/2025/2025-11-10_Stellungnahme_VVR_Bericht_-_signed_final.pdf.

6) Mark Benecke, Hock A 2019: Mein Leben nach dem Tod. Wie alles begann.

pflanzliches essen (vegan)

Manhuas (Comics) aus Taiwan in Dortmund 🇹🇼

24 März 2026

Dufte Manhua-Comic-Lesung nebst Interviews im Dortmunder U der Stadt Dortmund mit den Zeichnerinnen RiceDumpling & Wu Yishan aus Taiwan und dem schauraum: comic + cartoon nebst 德國臺灣心協會  

»Wu Shi-shans BL-Manhua 'Cupid Coworkers' erzählt die Geschichte von Wu You, der früher der Mittelpunkt jeder Schulklasse war und heute ein zurückgezogenes Leben als Büroangestellter führt. Als ihm schmerzlich bewusst wird, wie einsam er ist, beschließt er, sein Liebesleben aktiv anzugehen. Doch ausgerechnet sein junger Kollege Chiang Kin-Fan gesteht ihm völlig überraschend seine Liebe. Überfordert reagiert Wu You zunächst zu heftig. Als er sich später entschuldigen will, nehmen die Ereignisse eine unerwartete Wendung. 

RiceDumplings erfolgreicher Manhua 'Sexsurfing in Japan' ist ein provokantes, autobiografisch inspiriertes Webcomic-Reisetagebuch. Statt Reiseführern nutzt Protagonistin Miss T Dating-Apps, um ihre Japanreise zu planen. Ihr erklärtes Ziel ist der perfekte One-Night-Stand. Zwischen ständigem Swipen begegnet sie einer schillernden Parade potenzieller Dates und einer Vielzahl unvorhergesehener Probleme.«  

吳懿姍

Herzlich euer: Markito aka 馬良 / Maliang


与RiceDumpling和吴诗珊共同参与的漫画朗读会

报名请访问:comic@stadtdo.de

建议18岁以上观看

本活动由台湾之心与台湾文化部联合举办。

所有漫画、漫画、网络漫画和BL粉丝的必备之选:

2026年3月24日,台湾漫画家RiceDumpling和吴诗珊将造访多特蒙德,并介绍她们以德语出版的作品《日本性冲浪》和《丘比特同事》。

朗读会和座谈会结束后,观众将有机会与艺术家们交流,并请她们为自己的书籍签名。活动将以中文进行,并配有德语口译。

吴世山创作的BL漫画《爱神同事》讲述了吴悠的故事。他曾是校园里的风云人物,如今却作为一名办公室职员过着隐居般的生活。当他痛切地意识到自己的孤独时,决定主动出击,改善自己的感情生活。然而,出乎意料的是,他的年轻同事蒋健凡竟向他表白了爱意。 措手不及的吴悠起初反应过于激烈。当他后来想道歉时,事情却发生了意想不到的转折。这是一个既细腻又幽默的BL故事,讲述了亲密、不安与第二次机会。

RiceDumpling在日本大获成功的网络漫画《Sexsurfing》是一部充满挑逗性、受自传体启发的网络漫画旅行日记。女主角Miss T没有使用旅游指南,而是通过约会软件来规划她的日本之旅。她公开宣称的目标是寻找完美的“一夜情”。在不停滑动屏幕的过程中,她遇到了形形色色的潜在约会对象,同时也遭遇了各种意想不到的麻烦。 《RiceDumplings》以坦率、真诚且充满幽默的笔触,探讨了现代女性如何才能获得满足。这部大胆直率、毫无禁忌的作品已在国际上引起广泛关注。


Mark in Vietnam

Mark in Vietnam & den Philippinen

Mark in China

Transgressive Body Reincarnated Flesh Berlin

Mark bei Radio Essen

Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke besucht Radio Essen mitten in der Innenstadt (25. März 2026)

Radio Essen

V 10 „Asservate“ aus Buchenwald: Lampenschirm, Herz und Taschenmesser-Etui aus Menschenhaut, Schrumpfkopf aus Tier-Haut und -Haaren

5. Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin, 21. März 2026

Institut für Rechtsmedizin der Goethe-Universität Frankfurt/M.

Mark Benecke | International Forensic Research & Consulting

Hier gibt es das Abstract als .pdf

Ein Schrumpfkopf, ein Herz (in Flüssigkeit), ein Taschenmesser-Etui und zwei Lampenschirme – einer vollständig erhalten, vom anderen als Teil eines Beweis-Stückes an englische Alliierte übergeben – aus dem ehemaligen KZ in Buchenwald stammend, wurden bislang als nicht menschlichen Ursprungs gedeutet. Wir untersuchten die Spuren mikroskopisch, mittels nested PCR sowie kriminalistisch vergleichenden Techniken und berücksichtigten Hinweise aus dem Archiv der Gedenkstätte Buchenwald.

Da zuvor ein in den Vereinigten Staaten gefundener und untersuchter Lampenschirm aus Rinderhaut gefertigt war, prüften wir unsere Spuren in verschiedenen Fach-Laboren, die keine Informationen zur Herkunft hatten. Mikroskopisch konnte zunächst nicht ausgeschlossen werden, dass die Haare des Schrumpfkopfes aus Pferdehaar bestanden; die DNA-Analyse ergab, dass es sich um Ziegenhaut und -haar handelt. Die aus zwei Lampenschirmen und dem Taschenmesseretui herausgeschnittenen Stücke ähnelten mikroskopisch verlederter menschlicher Haut aus einer Vergleichs-Sammlung; sie enthielten zudem menschliche DNA (CO1-Barcoding). Da die DNA-Menge gering war, wurde eine nested PCR durchgeführt. Sequenzierung und BLAST ergaben eine 99%ige Übereinstimmung mit Homo sapiens sapiens. Das Herz wurde durch fotografische Merkmals-Vergleiche mit alten Sammlungs-Fotos als menschlich erkannt.

Politisch „aufgeladene“ Sammlungs-Stücke werden von Gedenkstätten ungern zur spurenkundlichen Untersuchung freigegeben. Im vorliegenden Fall zeigt sich, dass die Zusammenarbeit zwischen Historikern und Spurenkundlern entscheidende Informationen lieferte, und die Spuren zugleich hinreichend schonend behandelt wurden.

forensic@benecke.com

Leben nach dem Tod

Einfluss synthetischer Drogen auf die Schmeißfliegenentwicklung an Leichen

Abschließende Arbeit von Clio Ayleen Ebner

Klasse 8D / Schuljahr 2025/26 / Wien, Februar 2026

Die vollständige Arbeit gibt es hier als .pdf

Expert*innenbefragung Benecke

Antworten des Experten wurden in den Fragebogen integriert, obwohl sie ursprünglich per E-Mail gegeben wurden.

Allgemeine Angaben Name: Dipl.-Biol. Dr. rer. medic. Mark Benecke, MSc, Ph.D.

Name darf angegeben werden: ja (Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass meine abschließende Arbeit z.B. auf der Schulhomepage veröffentlicht wird)

Berufliche Position/Tätigkeit: Kriminalbiologe - Forensische Entomologie

Institution/Einrichtung: International

2. Einfluss auf Entwicklungszyklus und Verhalten

2.4 Haben Sie in Ihrer Arbeit jemals Verhaltensänderungen bei Schmeißfliegen in Zusammenhang mit bestimmten toxischen Substanzen beobachtet (z. B. Abneigung gegenüber kontaminiertem Gewebe, Paarungsverhalten, Besiedelungsverzögerung)?

Nein, aber das ist auch schwierig zu sehen. Die Tiere sind gegen alles mögliche empfindlich und du kriegst oft nicht raus, auch nicht bei Versuchen, warum die eine Ecke des Geländes jetzt so viel anders als die andere Ecke ist und verschiedene Besiedlungs-Muster dort vorkommen. Die Insekten sind sehr "vorsichtig" und legen die Eier oder Brut-Höhlen nur da an, wo es passt. Ich vermute, dass die Drogen dabei das kleinere Problem sind. Sehr wichtig ist ihnen beispielsweise der Fäulnis- und Trocknungs-Grad. Mittlerweile gibt es aber eh kaum noch Insekten. Die Anzahl hat in den letzten knapp dreißig Jahren um drei Viertel abgenommen

4. Relevanz für die forensische Praxis

4.2 Welche Herausforderungen ergeben sich bei der Anwendung entomologischer Methoden in Fällen mit Drogeneinfluss?

Bisher haben wir nichts Auffälliges bemerkt. Die Menge der üblichen Drogen in den Körpern ist vergleichsweise klein. Durch die Fäulnis zersetzt sich vermutlich auch manches an Stoffen und wandelt sich um. Zudem arbeiten wir bei der Liegezeitbestimmung auch nicht auf die Minute genau. Es gibt ja immer Einwirkungen aus der Umwelt, etwa Temperatur-Schwankungen, Feuchte, Tiere, die andere Tiere fressen und vieles mehr. Da lassen wir also eh etwas Spielraum für mögliche Unsicherheiten bei der Berechnung.