Prominenter Halle-Fan

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung, Lokales, 7. April 2026, Seite 12

Stadtwappen tätowiert: Mark Beneckes Liebe für Halle geht unter die Haut

Er ist Deutschlands bekanntester Forensiker und eine vielfach interessierte und umtriebige Person noch dazu. In Halle fühlt Mark Benecke sich derweil pudelwohl.

Von Denny Kleindienst, Halle (Saale)/MZ.

Die Stadt Halle hatte dieser Tage einen prominenten Besucher. Mark Benecke war zu Gast in der Stadt. Deutschlands bekanntester Forensiker dokumentierte seinen Aufenthalt unter anderem über seinen Instagram-Account, der 274.000 Follower zählt. Eines der zahlreichen dort geteilten Bilder fällt dabei ganz besonders ins Auge.

Man sieht Mark Benecke vor dem „Verliebt in Halle“ Herzen auf dem Marktplatz stehen. Den Ärmel seiner Jacke streift er ein Stückchen zurück und legt den Blick frei auf ein Tattoo an seiner Hand: Es handelt sich um das Stadtwappen von Halle mit dem liegenden, nach oben geöffneten roten Halbmond zwischen zwei roten Sternen. Nun trägt Benecke Tattoos auf dem ganzen Körper. Das er sich aber ausgerechnet das hallesche Stadtwappen als weiteres Motiv ausgesucht hat, überrascht dann schon. Ist das ein Scherz?

„Das Tattoo ist echt“, erklärt Benecke auf MZ-Nachfrage. Und er macht deutlich: Er ist ein Fan von Halle. „Am meisten mag ich die superfreundlichen Menschen hier.“

In der Stadt sei er schon sehr oft gewesen, so Benecke gegenüber der MZ. Zum Beispiel um Vorträge im Steintor-Varieté zu halten. Auch liebe er die vielen wissenschaftlichen Sammlungen in Halle. „Ich bin der Buch-Pate des berühmten Vesalius-Anatomie-Buches in der Marienbibliothek, dessen Wiederherstellung ich bezahlt habe.“ Dafür wurde ihm von der Marienbibliothek nun auch eine Paten-Urkunde übergeben. Zu seiner großen Freude erhielt er obendrein „ein Exlibris der Bibliothek aus Hadern-Papier“. Bei einem Exlibris handelt es sich um einen Zettel in Büchern zur Kennzeichnung des Eigentümers.

Zum Hintergrund: Der Anatomie-Atlas von Andreas Vesalius (1514–1564) erschien erstmals 1543 in Basel und nannte sich auf Deutsch „Vom Bau des menschlichen Körpers in sieben Büchern“. Vesalius hatte darin neue, authentische Ansichten des menschlichen Körpers präsentiert, wie er sie direkt bei öffentlichen Sektionen von Leichen in Italien hatte gewinnen können.

Da wäre außerdem noch Martin Luthers Totenmaske in der Marktkirche. „Ich habe das Alter der Luther-Totenmaske mit Radiokarbontechnik sicher geklärt“, sagt Benecke. Dazu gebe es gerade eine Veröffentlichung.

Bei seinem jüngsten Aufenthalt — begleitet wurde Mark Benecke von seiner Frau Ines — war der Forensiker auch in den Franckeschen Stiftungen, „in denen ich während Corona auch eine Ausstellung eröffnet habe“. Über das „Kuriositätenkabinett“ — die Kunst- und Naturalienkammer der Stiftungen — habe er einst bei der ältesten biologischen Fachgesellschaft, der Linnean Society of London, berichtet. „Natürlich liebe ich aber auch die anatomische und zoologische Sammlung“, merkt Benecke an.

Über sich selbst merkt Benecke noch an, dass er sowohl Forensiker, als auch Kriminalbiologe und Sachverständiger für biologische Spuren  ist. Was er hingegegen nicht sei, ist Rechtsmediziner, Pathologe und Polizist. Dann wäre das ja geklärt. Was er kurzerhand unterschlägt: Für die Satirepartei Die Partei trat Benecke in der Vergangenheit schon als Kandidat fürs EU-Parlament sowie als Oberbürgermeisterkandidat in Köln an.