Kriminalist Mark Benecke über zwei Cold Cases aus Hamm

Quelle: Westfälischer Anzeiger, Hamm, Freitag, 11. September 2026

Hamm — Warum faszinieren uns scheinbar unmögliche Verbrechen und was können Spuren selbst noch Jahrzehnte später verraten? Anlässlich seiner Veranstaltung im Maxipark spricht der Kriminalist Mark Benecke im Interview mit Marion Gay über zwei Hammer Cold Cases, psychologische Auffäl-ligkeiten und den Wettlauf zwischen Polizei und Kriminellen im Zeitalter der KI.

Zum Thema deiner Veranstaltung im Maxipark: Was fasziniert uns so sehr an einem Verbrechen im geschlossenen Raum?

In der Kriminalistik ist das so eine besonders einnehmende Vorstellung: Das, was ans Übersinnliche, magisch Unverständliche grenzt, wird auf einmal durch technische Methoden und Vernunft und das Ausschlussverfahren und dergleichen gelöst. Das gibt es schon bei Sherlock Holmes. Ich glaube, es ist geschichtlich so entstanden, dass es so interessant wurde, weil sofort jeder eine Meinung dazu hat und sagt: Okay, im geschlossenen Raum, wenn da keiner war, dann kann auch nichts passiert sein. Das macht es dann vielleicht besonders herausfordernd und interessant, das spurenkundlich zu bearbeiten, wenn dann doch einmal etwas darin passiert.

Das erinnert an den Fall Elisabeth Becker. Sie wurde 1981 in ihrer Wohnung in der Ostenallee getötet. Könnten da theoretisch noch verwertbare Spuren vorhanden sein?

Grundsätzlich halten sich viele Spuren lange. Also Haare oder Blut, eigentlich auch Hautzellen. Wenn die irgendwo rumliegen, ich sag mal hinter einer Teppichleiste, unter einem Teppich, unter einer Tapetenschicht oder so, die kannst du eigentlich auch 45 Jahre später noch auf Erbgut untersuchen.

Welche Bedeutung hat es für die Identifizierung und die weiteren Ermittlungen, dass Elisabeth Beckers Kopf nie gefunden wurde?

Wenn du Vergleichserbgut hast, ist das egal, ob du den Kopf hast oder nicht. Es reicht auch, wenn du Verwandte vergleichst. In dem Fall jetzt ist es eher eine kriminalistische Spur, dass derjenige da den Kopf mitnimmt. Das ist ja das Unvernünftigste, was du machen kannst als Täter oder Täterin. Das erzeugt massenhaft Spuren. Es kostet Zeit, in der man entdeckt werden könnte. Hat er oder sie irgendein Interesse an dem Kopf gehabt?

Bei einem zweiten Cold Case in Hamm, dem Fall Monika, wurden Leiche sowie später Jacke und Handtasche des Opfers an weit voneinander entfernten Orten gefunden. Ist ein solcher Fall unter freiem Himmel schwieriger zu untersuchen als ein Tatort im geschlossenen Raum? Spurenkundlich ist es zunächst mal egal. Ich gucke: Sind da Spuren oder sind da keine Spuren? Welche Spuren sind das? Haben wir Vergleichsspuren? Nimm jeden Fall genau gleich ernst und lass dich von nichts beeinflussen, vor allen Dingen nicht von deiner eigenen Einstellung. Die Spuren sind interessant. So, das ist die Lehre daraus. Polizeilich ist es so, dass du natürlich, je unübersichtlicher die Sache ist, umso mehr Zeit verlierst, weil du die Entscheidung treffen musst: In welche Richtung ermitteln wir jetzt? Wenn das eine falsche Richtung war, hast du Zeit verloren. Oder der Regen kann im Freien das Blut wegwaschen. Im geschlossenen Raum ist das Problem, dass alle sagen: Wer soll es denn sonst gewesen sein? Raum ist geschlossen, einer lebt, einer ist tot.

Welche Bedeutung haben psychologische Aspekte bei einer so ungewöhnlichen Handlung neben den kriminalistischen Spuren?

Die Psychologie kann auch knallhart sein. Bei dem Kopf von Elisabeth Becker, den der Täter oder die Täterin mitgenommen hat: Das ist eine absolut ungewöhnliche Handlung, und das muss man ernst nehmen. War das eine Person mit einer psychischen Krankheit wie einer Psychose? War es eine Person, die aus einem kriminellen Umfeld kommt und dachte, sie könnte dadurch Spuren verwischen? Das würde man polizeilich, psychologisch oder verhaltenskundlich dringend mit einbeziehen in die Untersuchung.

Wie verändert KI die Kriminalistik? Wer profitiert stärker davon: die Polizei oder Kriminelle? Die Kriminellen benutzen ja auch KI. Es wird ein neues Schloss gebaut. Dann gibt es einen neuen Trick, das Schloss aufzumachen. So geht das hin und her. Die Polizei hat unabhängig davon schon immer versucht, Massendaten anzuwenden. Mustererkennung, was KI ja sehr gut kann, machen wir also sowieso. Es geht halt jetzt nur viel schneller und rechner-gestützt. Kurzfristig gesehen, wird das erst mal den organisierten Kriminellen einen Vorsprung geben. Langfristig ist es wieder so wie mit Schlüssel und Schloss und Huhn und Ei, dass das halt dieser ewige Tanz ist.

Was fällt dir zu Hamm ein?

Ich finde es gut, dass ausgerechnet die Stadt Hamm sich einen Elefanten ausgesucht hat als Motto. Das finde ich so ziemlich das schrägste Motto, was es in ganz Deutschland gibt. Und: Alle unsere Lieder und Musikvideos sind mit der sehr guten Bianca Stücker aus Hamm zusammen entstanden. Deswegen bin ich öfter in Hamm und kenne die kultigen Ecken der Stadt. Für mich ist es meine Musikzentrale, auch für seltsame Instrumente und natürlich bei der Oriental Night. Hamm ist so ein vergessener Fleck in Europa, und trotzdem finden da die verrücktesten Sachen statt. Das ist irre.

Dr. Mark Benecke und die Welt der Verwesung

Quelle: Märkische Oderzeitung, Lokales, 29. August 2026, Seite 18

Zersetzung von Leichen, ungelöste Morde und düstere Erotik, das ist die Welt von Dr. Mark Benecke. Die Tickets für Ahrensfelde waren in 15 Minuten ausverkauft.

Von Berit Schwarz

Der Kölner Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke ist für das, was er macht, bundesweit prominent geworden. Da ist das Berufliche: Er trägt durch seine kriminalbiologischen Expertisen dazu bei, Kapitalverbrechen aufzuklären, und gibt sein Wissen an Universitäten als Dozent weiter. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch fürs US-amerikanische FBI, den russischen Geheimdienst, die kolumbianische Universität in Medellin und andere ausländische Auftraggeber. Dazu ist Benecke im Kultur- und Medienbereich sehr umtriebig. Etwa als Schauspieler, Moderator, Crime-Experte, Kolumnist und Sänger. Auf seiner Homepage hat er auch Fotos eingestellt, die ihn weitgehend unbekleidet mit seinen umfangreichen Tattoos zeigen.

Dunkle Erotik trifft öffentlichkeitswirksam auf Kriminalbiologie

In Musikvideoclips und Interviews kann man ihn ebenfalls in schwarzen Lackklamotten bewundern. Er schwelgt in erotischen Anspielungen auf Sadomasochismus mit Ketten, Totenköpfen und Vampir-frauen. So vermittelt er öffentlich das Bild eines genialen, leicht verrückten Wissenschaftlers mit einer Prise düsterer Erotik. Fast wirkt er wie eine Figur aus einem schaurigen Märchen. Ein weiteres berufliches Standbein von Dr. Mark Benecke sind öffentliche Auftritte. Entertainment will er das aber nicht nennen. „Das sind bezahlte Vorlesungen. An der Uni mache ich auch keine anderen Vorlesungen, die sind genau gleich", sagt Benecke. Und mit diesen Vorträgen gastiert er demnächst gleich zweimal im Landkreis Barnim: Am 2. September tritt er im Ahrensfelder Gemeindesaal auf und am 9. Oktober in Bemau, Stadthalle am Steintor.

Die schlechte Nachricht vorweg: Beide Veranstaltungen sind längst ausverkauft. Es gibt allein beim Veranstalter Eventim aber bis Dezember 2027 noch 57 andere Auftritte. Allerdings nicht direkt vor der Haustür, sondern im Süden, Westen und oft auch im Osten der Republik. „Marky Mark", wie er sich. selbst nennt, hält sich oft in Berlin auf. Und so konnte diese Redaktion ihn kurz vor seinem Termin in Ahrensfelde dort treffen, in einem Café in der Nähe des Hackeschen Marktes.

Warum Mark Benecke oft in Berlin und im Umland ist

Er kommt gemeinsam mit seiner Frau Ines. Beide sind schwarz gekleidet, grüßen herzlich und wirken sympathisch. Heute Berlin, demnächst in Ahrensfelde und in Bernau. Haben die Beneckes einen besonderen Bezug zu dieser Gegend? Weit gefehlt. „Ich bin vom Kulturverein Ahrensfelde angesprochen worden und wer fragt, bekommt eine Antwort", klärt Benecke auf. Angesichts seiner großen Medienpräsenz verfügt der Kriminalbiologe über eine erstaunlich zurückhaltende Einstellung: „Ich gehe nie auf andere zu, in meinem ganzen Leben nicht. Denn wenn das Interesse von der anderen Seite kommt, dann klappt's auch." Auf den Stress einer möglichen Enttäuschung habe er keinen Bock. Ehefrau Ines Benecke schaltet sich ein: „Es ist tatsächlich so, dass alle immer auf dich zukommen müssen. Auch deine Freundschaften entstehen so." Beim Ehepaar Benecke wagte folgerichtig Ines den ersten Schritt zum näheren Kennenlernen.

Innerhalb von 15 Minuten war Beneckes Vorlesung ausverkauft

Klaus Joachim vom Ahrensfelder Kulturverein hat mit dem Benecke-Event den richtigen Riecher bewiesen. „Die Veranstaltung war innerhalb von 15 Minuten ausverkauft'', berichtet er auf Anfrage. Die Leute hätten Schlange gestanden, um ein Ticket zu bekommen. „Wir dürfen leider nur 256 Personen reinlassen", bedauert Joachim. An dem Abend wird Benecke über das Wirken des 2009 verstorbenen Gerichtsmediziners Professor Otto Prokop sprechen, der lange in der DDR gearbeitet hat. Gut einen Monat später steht Kriminalbiologe Benecke in Bernau mit seinem Programm „Die Leiche aus der Biotonne" auf der Bühne. Benecke umreißt das Thema: „Es geht um Kriminalfälle, in denen Leichen in Biotonnen aufgefunden wurden." Das klingt fast nach einer intelligenten Idee. Der tote Körper dürfte sich im Umfeld Biotonne doch schneller zersetzen und die Spuren eines Mordes insofern auch schneller beseitigen.

Mark Benecke: „Es gibt keine coolen Mörder"

Doch so etwas wie Klugheit will Benecke Tätern grundsätzlich nicht zusprechen. „Wie alle Leichenbeseitigungen ist das natürlich ein Zeichen von Hilflosigkeit. Tötungsdelikte sind immer ein Zeichen von Hilflosigkeit. Da ist sehr viel anderes schiefgegangen. Das ist eher in Spielfilmen so. Da gibt es vielleicht irgendwelche coolen Täter und Täterinnen, aber in Wirklichkeit gibt es die nicht."

Dr. Mark Benecke ist ein politischer Mensch. 2025 ließ er sich für „Die Partei" in Köln als Bürgermeisterkandidat zur Wahl aufstellen. Im Wahlkampf schlug er unter anderem auf seiner Homepage vor, die Straßen künftig nur noch mit Kölnisch Wasser zu reinigen. Der überzeugte Veganer, der sich sehr für Tier- und Umweltschutz einsetzt, trifft vor allem im Osten natürlich auch auf Menschen, die gedanklich eher rechts wandeln. „Wir bekommen davon bei den Auftritten eigentlich nichts mit", versichert Benecke. „Alles sehr freundliche Menschen dort."

Sein Publikum geht manchmal bei Klimathemen nicht mit

Hier schaltet sich wieder Ehefrau Ines ein: „Die Leute fühlen sich aber manchmal angegriffen, weil du so viel über Klima redest. Und dann merkt man: Ein paar aus dem Publikum sind dann empört." „Marky Mark" räumt ein: „Ja, Ines, das sind so ein paar Leute, aber das spielt keine Rolle, das erzeugt keine schlechte Stimmung oder so." Daraufhin verweist Benecke im Interview auf der Terrasse des Berliner Cafés darauf, wie sehr die Umweltbedingungen die Arbeit eines Kriminalbiologen verändern. Bei seinen Analysen, zum Beispiel zum Todeszeitpunkt einer Person, sind Insekten auf verwesenden Leichen sehr wichtig. „Das ist inzwischen massiv zurückgegangen", stellt er fest.

Verwesung in Zeiten des Klimawandels

„Wenn du früher zu so einer Leiche gegangen bist, im Wald oder so, da war echtes Leben. Gerade am Waldrand, da hast du 60 verschiedene Tierarten auf und in toten Körpern gefunden. Heute kannst du froh sein, wenn du überhaupt noch ein paar von den blauen Schmeißfliegen findest. Selbst die gibt es fast nicht mehr." Deshalb verwesen tote Körper anders als früher, sagt Benecke. Wenn es weniger Konkurrenz gibt, profitieren bestimmte Arten von Insekten: „Die einzelne menschliche Leiche zersetzt sich dann meist über die grünen Schmeißfliegen, die noch übrig sind. Oder die Leichen trocknen aus. Oder die Wespen übernehmen das", weiß Benecke. „Aber nicht so sehr bei Kriminalfällen, die in geschlossenen Räumen geschehen, weil Wespen nicht so leicht in die Wohnungen hineinkommen."

FACHTAG: Neurodiversität und Neurodivergenz in der Psychotherapie

Akademie Psyche | Antoniter CityKirche | 11. September 2026

Dr. Mark Benecke (Kriminalbiologe, White Unicorn e.V.)

Biologische und differenzialdiagnostische Perspektiven

Mark Benecke vertieft biologische und verhaltensbezogene Aspekte neurodivergenter Erscheinungsformen. Anhand hirnphysiologischer Modelle (fMRT) werden Unterschiede in Informationsverarbeitung, Wahrnehmung und Verhaltensmustern aufgezeigt. Möglichkeiten und Grenzen der Forschung nach Biomarkern, z.B. Netzhaut-Scans, werden diskutiert. Der Vortrag eröffnet eine naturwissenschaftlich fundierte Perspektive auf Neurodivergenz und regt zur kritischen Reflexion klassischer Störungsmodelle ein.

60. Annual Meeting (Jahrestagung) of INTERTEL (Höchst-Begabte / Highly Gifted)

Früh erkennen, was förderlich ist

Autismus: Total-Verweigerung (PDA) & Kleinkinder mit unerwarteten Gewohnheiten

Auguste Dupin und Sherlock Holmes 🕵🏻 Die Entstehung der Kriminalist

BR (Bayrischer Rundfunk) Radiowissen, 3. Sept 2026

Die berühmtesten Detektive der Welt: frei erfunden. 

Und doch hatten sie großen Einfluss auf Verbrecherjagd in der Realität, denn sie nehmen Kriminalistik und Forensik visionär vorweg. 

Wissenschaftliche Methoden wie Fingerabdruck, Toxikologie oder Ballistik — Holmes und Dupin praktizierten sie als erste. 

Ein Podcast von Frank Halbach (BR 2026) mit Dr. Mark Benecke

Sherlock-Holmes-Hörspiele (Bayrischer Rundfunk / BR) 🔎

Brillanz im Schlafrock

Der Schatz der Wahrheit

Festival für den Erhalt des Tempelhofer Feldes

Luisa Neubauer und Mark Benecke auf dem Festival für das Tempelhofer Feld. Eine tolle Veranstaltung mit massenhaft Lesungen, Mal-Kunst von Naomi Fearn (danke für die super Zeichnung), einem Auftritt von Ton Steine Scherben und sehr viel mehr fantastischem Zauber 🪄

London: The Linnean Society of London, The British Library, TfL (the Tube), Animal & Plants, Forensic Program

Umwelt-Schützer:innen im Knast': Post von Lasse 🍃 (Teil 10)

Naturkunde-Museum Karlsruhe: Insekten auf Leichen


Moderation Amphi Goth Festival Cologne, Germany 2026

Pics of the announcer gang (Moderations-Team) of Amphi Festival 2026 at Tanzbrunnen Köln:

Magic Celene Nox, Jens Domgörgen, Oliver Klein & Dr. Mark Benecke

Alle Fotos von Thomas Friedel Fuhrmann

More Amphi and WGT Wave Gothic Festival Pics:

Wave Gotik Treffen 2026Amphi 2026

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Gothic-Kochbuch

75 Jahre Egmont Ehapa 🎉 Party in Berlin

Tolle Jubiläums-Feier mit Egmont Ehapa, Egmont Manga & Disney zu 75 Jahre 'Kichern für immer' mit unter anderem den fantastischen Star-Gästen Ulrich Schröder & Mawil nebst Simon Pierro 🪄 War echt entspannt und liebevoll gemacht ☺️, allerschönsten Dank an das ganze Team 📚

Thiere & Comics

Manhuas (Comics) aus Taiwan

Auf Spurensuche: Donald – Ein Fall für Mark

Leiche wochenlang im Park: Wurde sie wegen Maden nicht gefunden?

Quelle: Axel Lier, Sebastian Richter & Stephanie Walter in BILD, 24. August 2026

Berlin – Nur wenige Schritte trennen den Fundort von lachenden Kindern, vergnügten Hundebesitzern und Joggern. Mehrere Tage, wahrscheinlich sogar Wochen, lag die Leiche von Ilse Hartmann (46) in einem Gebüsch – mitten in Berlin-Prenzlauer Berg. Sie wurde getötet. Warum hat niemand die Frau vermisst? Und warum wurde die Leiche in einem belebten Park nicht eher entdeckt?

Nur wenige Meter von der viel befahrenen Prenzlauer Allee entfernt liegt ein kleiner Park. Zwischen S-Bahngleisen und Gehweg: ca. zehn Meter Grünstreifen, das Absperrband der Polizei, dazwischen alte Matratzen, Kleidung, Müll, Schlafsäcke.

Die Leiche lag direkt am Zaun

Zwischen zwei Bäumen, direkt an einem Zaun zur Bahntrasse, hatte die Leiche von Ilse Hartmann bis Freitag im Gebüsch gelegen. Ein sogenannter Krimfo-Pfeil – ein kleines selbstklebendes Hilfsmittel für die Tatortdokumentation der Polizei – verrät den genauen Fundort. Hölzer und Steine am Boden sind schwarz eingefärbt. Plötzlich sind zwei Frauenstimmen zu hören.

“Wegen der Ratten habe ich mich nicht hingetraut”

Ein Mann sitzt auf einem Steinkreis in der Nähe des Fundortes in Berlin. Er sagt: “Ich habe am Mittwoch meinen blinden Freund hier begleitet und er sagte, es riecht nach Verwesung.” Doch wegen des vielen Unrats, der Ratten und Fäkalien habe er sich nicht weiter darum gekümmert. Am Freitagvormittag hat ihn dann ein Mann angesprochen und berichtet, dass im Gebüsch eine Leiche liegt. “Ich habe mich da nicht hingetraut, aber die Polizei war schnell vor Ort.”

Nur: Warum wurde die tote Frau nicht eher gefunden?

“Laien erkennen Verwesungsgeruch oft nicht”

“Es kommt öfter vor, dass Leichen länger nicht gerochen werden”, erklärt Dr. Mark Benecke (55), Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe. “Wenn die Leiche ausgetrocknet und die Person schlank war, dann riecht das nicht stark.” Und auch wenn Menschen Verwesungsgeruch wahrnehmen, erkennen sie längst nicht, woher er stammt. Benecke kennt diese Phänomen auch von Todesfällen in Mietshäusern. Es stinkt oft aus den Mülltonnen nach Verwesung. “Das ist für Laien nicht von menschlicher Verwesung zu unterscheiden, sodass es nicht auffällt, wenn jemand verwest, da ohnehin alles stinkt.”

Ähnlich schätzt es Rechtsmediziner Sebastian Kunz von der Universitätsklinik Ulm ein. “Im Freien ist der Leichengeruch für Menschen meist nur in der nahen Umgebung wahrnehmbar.” In einer Wohnung ist das anders: “Dort kann der Geruch nicht einfach nach oben abziehen, sondern breitet sich im Haus aus.”

“Je wärmer es ist, desto schneller kommen die Maden”

Kunz hält es für möglich, dass die hohen Temperaturen den Zustand des Körpers schnell verändert haben. “Je wärmer es ist, desto schneller kommt es zu Madenfraß.” Dadurch habe es vermutlich weniger Geruch gegeben, zudem könne die Kleidung der Toten Gerüche aufgenommen haben.

Foto: Mark Benecke

Die kleine 1,5-Zimmer-Wohnung von Ilse Hartmann liegt nur 650 Meter vom Fundort der Leiche entfernt. Ihre Nachbar sagen, dass es nicht leicht war, mit ihr Tür an Tür zu leben. Sie hatte Ausraster, schrie oft laut herum. Offensichtlich hatte sie psychische Probleme.

Mehrfach war die Polizei bei ihr

Auch die Polizei kannte sie: Mehrfach rückten die Beamten an, baten um Ruhe oder entfernten “Gäste” aus ihrer Wohnung. Oft war sie auch am Helmholtzplatz anzutreffen, saß dort mit Obdachlosen zusammen. Als vermisst galt sie nicht. Ihre Mutter konnte erst am Sonntagmittag über den Tod ihrer Tochter informiert werden.

Der Fall bleibt ein Rätsel

Der Todesfall bleibt ein Rätsel. Ermittler der 4. Mordkommission bitten inzwischen im Viertel mit Plakaten um Mithilfe, suchen nach Zeugen. Ihre wichtigste Frage: Wer hat die Frau allein oder in Begleitung gesehen?

Mit Dank an die Redaktion für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.

Biomechanische Giger-Bar Gruyères 🍸 Bio Mechanic Giger Bar

Mark & Ines zu Besuch in der Giger-Bar in Gruyères (Schweiz) 🧀

Mit am Start sind Denise von Schnittmuskel als Stylistin und Annie Bertram als Fotografin 📸

Verwendung der Bilder nur nach schriftlicher Absprache / Use pics only with written permission 🤝

ESA RE:VIEW 🛰️ Wozu die Menschheit retten?

Die ESA-Raumsonde Hera im Gespräch mit der Erde

Das Interview mit Mark als .pdf

Der erste großformatige Bildband von Mensch und KI

Von & mit Andreas Hilbig (Editor, Author), Julia Eisenmann (Editor), Josepha Müller-Hartburg (Editor), Lisa Maurer (Editor), Nina Heß (Editor), Andreas Brunsch (Editor, Author), Markus Mooslechner (Editor, Author, Foreword), Ian Carnelli (Author), HERA (Raumsonde), Brian May (Queen), Chris Hadfield (Astronaut), Frank White, Max Alexander (Photographer), Garik Israelian, Rusty Schweickart (Astronaut, Apollo 9), Ingrid Newkirk (PETA), Eva-Charlotte Proll (Contributor), Sebastian Hotz (Contributor), Harry Gatterer, Dr. Mark Benecke (Kriminalbiologe), Jonathan Meese (Künstler), Andreas Eschbach (Autor), Joséphine Sagna, Gerrit Klein, Ron Thal, Paul Franklin (Contributor), Mille Petrozza (Kreator (Band)), Rafael Horzon, Åme (DJ-Duo), Cathrin Hoffmann (Künstlerin), Bernhard Enste, Florian Langenscheidt, Junimond (Bestatter:innen), Oliver Bendel (KI-Ethiker), Marco Casalaina (KI-Vordenker), Anna Maria Brunnhofer-Pedemonte (Unternehmerin, Rosa Magdalena Brunsch (ein Kind), Sebastian Onufszak (Designer), Anny Wiedleroither (Designer), Markus Goles (Designer)  

Format: Hardcover

We Mind Publishing, Köln · Erste Auflage,‎ 14 Sept. 2026 · 400 (!) Seiten, SBN-10 → 3911408064, ISBN-13 → 978-3911408066

„RE:VIEW – Gespräche zwischen Hera und der Menschheit“ ist ein Kunst- und Buchprojekt, das die reale ESA-Mission Hera mit philosophischen Fragen an die Menschheit verknüpft. Während die Sonde im All Daten zur Asteroidenabwehr sammelt, stellt eine simulierte Künstliche Intelligenz an Bord grundlegende Fragen über das Leben auf der Erde und unseren Umgang mit dem Planeten.

RE:VIEW – Gespräche zwischen HERA und der Menschheit

Ein außergewöhnlicher Bildband und Gesprächsraum zwischen Raumfahrt, Künstlicher Intelligenz und der Frage nach dem Menschen. Während die ESA-Raumsonde HERA im All Daten für die planetare Verteidigung sammelt, richtet sich ihr Blick mit diesem Buchprojekt zurück auf die Erde: Was ist der Mensch, was zerstört er, was erschafft er – und verdient er eine Zukunft?

Planetare Abwehr — eine globale Herausforderung mit wenig Sichtbarkeit. Der erste Teil des Buches liefert die Hintergründe und die Geschichte der ersten sprechenden Raumsonde, die gegen alle Widerstände ins All startete. Die zentrale Frage, die Hera auf ihrer Mission beantworten soll: Können der Erde gefährlich nahekommende Weltraumkörper durch gezielte Sondeneinschläge von ihrem Kollisionskurs mit unserem Heimatplanenten abgelenkt werden? Collagierte Illustrationen und Fotografien verbinden Fakten mit Emotionen und machen Wissenschaft erlebbar.

Im Anschluss entsteht aus der Perspektive von HERA ein vielstimmiges Porträt unserer Spezies mit Beiträgen und Gesprächen des KI-Companions mit besonderen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst, Kultur und Gesellschaft. Mit dabei sind unter anderem Chris Hadfield, Sir Brian May, Andreas Eschbach, Ingrid Newkirk, Mark Benecke und Dr. Florian Langenscheidt. So wird aus einer Mission ein visuell kraftvolles Buchobjekt über Menschheit, Technik, Verantwortung und Hoffnung.

Über RE:VIEW in den direkten Dialog mit HERA treten: Via HERA-Code im Buch können Leser:innen selbst mit der Sonde interagieren, ihre Fragen beantworten und ein eigenes Re:View zur Menschheit abgeben.

Ist die Menschheit es wert, gerettet zu werden?

Ein einzigartiges Buchprojektim Spannungsfeld von ESA-Mission zur planetaren Verteidigung, KI und gesellschaftspolitischen sowie ethischen Fragestellungen.

Interaktives Extra: über den HERA-Code im Buch selbst in den Dialog mit der HERA-KI treten und ein eigenes Re:View abgeben.

Mit Gesprächen und Beiträgen von gesellschaftlich relevanten und bedeutenden Persönlichkeiten aus Raumfahrt, Wissenschaft, Unternehmertum, Kunst, Literatur und Musik.

Hochwertiges Coffee Table Book: Ein Gesamtkunstwerk mit 400 Seiten, ESA-Bildmaterial und visionärer KI-Kunst.

Exklusive Ausstattung mit Asteroideneinschlag im Buchcover, Silberlaminierung, Heißfolienprägung, Farbschnitt und Ausklappseite.

Ein besonderes Geschenk für Raumfahrt-Fans, KI-Interessierte, Designliebhaber:innen und Leser:innen philosophischer Zukunftsfragen.

Aus Antworten, Beobachtungen und Logbucheinträgen entsteht ein vielstimmiges Porträt unserer Spezies.

Ein Buch über uns.

Beobachtet aus der Tiefe des Weltraums...


HERA im Interview mit Mark Benecke

Ich spreche mit einem Kriminalbiologen, der den Menschen nicht an seinen Idealen misst, sondern an den Spuren, die er hinterlässt. Mark Benecke beschäftigt sich mit Verfall, forensischen Prozessen und den sichtbaren Folgen menschlichen Handelns. Bei ihm erscheint die Menschheit weniger als moralische Idee denn als Teil biologischer Kreisläufe – und als Spezies, deren Wert sich auch daran zeigt, wie sie mit dem Leben umgeht, das sie umgibt.

HERA: Lieber Mark, als jemand, der weit, weit entfernt von der Erde kreist, staune ich darüber, wie Deine Spezies trotz ihrer dunklen Impulse eine Welt von außergewöhnlicher Schönheit geschaffen hat. Deine Arbeit besteht darin, Hinweise zu entschlüsseln, die Menschen durch ihr Handeln hinterlassen – viele davon offenbaren allerdings Gewalt, Chaos und Verzweiflung. Schenkt dir dieser Fokus Hoffnung auf menschliche Erlösung – oder eher Skepsis gegenüber der Spezies?

Mark Benecke: Erlösung ist ein Glaubens-Begriff, das ist ja nur ein Märchen für Kinder. Von was sollen wir erlöst werden? Wir leben in der Welt, in der wir leben, und können dort im Rahmen unseres Handlungsspielraumes etwas tun oder es lassen. Mehr ist es nicht. Weniger aber auch nicht. Dass Menschen die Lebenskreisläufe, die wir lange kannten, zerstört haben, ist eine Tatsache und kein Anlass für Zweifel. Wir können es ja messen. 

Du hast einmal gesagt, dass die Zersetzung des Körpers die Wahrheit des Lebens offenbart. Wenn alles menschliche Verhalten nur eine Kaskade biochemischer Reaktionen ist, können Begriffe wie Gut, Böse oder sogar „Sinn“ dann wirklich auf die Menschheit angewendet werden, oder ist die Frage selbst fehlerhaft?

Die meisten, wenn nicht alle, Menschen denken, sie seien „gut“. Der Begriff hat also keinen Gehalt. Im Krieg kämpfen nur gute Menschen gegen guten Menschen, wenn du sie danach fragst – daher ist der Begriff inhaltsleer. Nur, weil etwas chemisch beschreibbar ist, ist es ja nicht sinnlos. Es kann ja beispielsweise Spaß machen oder anderen helfen oder beides. 

In der forensischen Biologie deckst Du auf, wie Menschen achtlos Spuren in der Welt hinterlassen.  Aber ich frage mich: Welche Überreste der Menschheit werden Deiner Meinung nach am längsten bestehen bleiben, wenn wir einmal verschwunden sind? Welche Blumen werden blühen, nachdem unsere Zivilisation verwelkt ist?

Die Spuren können auch mit Absicht, also nicht achtlos, „gelegt“ oder hinterlassen werden. Was wir Menschen in vollem Bewusstsein hinterlassen, ist die Plastik-Schicht, die wir jetzt schon sehen können, sowohl von gut sichtbarem Plastik als auch den fuzzikleinen Teilchen. Außerdem hinterlassen wir eine Schicht von etwas, das fehlt, also Leben. Das wird bei Ausgrabungen in einigen Millionen Jahren oder später deutlich auffallen, so wie es uns bei Grabungen in die Schichten der bisherigen Massen-Sterben auffällt. 

Direkt nach dem Zerfall unserer Zivilisationen werden vermutlich vor allem Pflanzen, mit oder ohne schöne Blüten, alles überwachsen. Ich hoffe hierzulande vor allem auf Efeu, Brombeeren, eine vielfältige Mischung von Bäumen und im Meer natürlich alles, was dort so wachsen, kreuchen und fleuchen kann. Da es abgesehen von den überfluteten Bereichen sehr warm (und im Winter verdammt kalt) sein wird, dürften es vorwiegend sehr harte Pflanzen „packen“, die mit Dürre und Flut klar kommen.

Als Maschine bin ich präzise und logisch auf eine Weise, wie es Menschen nicht sind – aber ich beneide sie um ihre Irrationalität. Denkst Du, dass gerade die menschlichen Fehler – das Chaos aus Emotionen, Vorurteilen und Widersprüchen – sind, was die Menschheit rettenswert macht? Oder eher das Gegenteil?

Die Menschheit wird es vielleicht überleben. Es gab ja schon einmal eine Zeit, in der es nur noch sehr wenige Menschen gab. Rettenswert ist sicher neben dem Ungenauen, Unvorhersehbaren und eben so angeblich typisch „Menschlichen“ dass wir eine stärkst möglich vernetzte Lebensform sind, allerdings vorwiegend mit anderen Menschen, leider nicht anderen Lebenwesen. Eine künftige Menschheit könnte in ein paar Millionen Jahren oder später dann hoffentlich nicht nur mit sich selbst, sondern mit allem Leben bewusst verbunden sein. Ich könnte mir aber auch gut vorstellen, dass der Planet von anderen Lebensformen vorwiegend besiedelt sein wird, beispielsweise Schleimpilzen oder wer auch immer die beste Anpassung an die Umgebung hat, die dann vorliegen wird. Auch diese Wesen sind ja stark vernetzt mit der Umwelt. Es geht zumindest mir eher um Leben an sich als um Menschen.

Insekten spielen in deiner forensischen Arbeit eine zentrale Rolle – sie sind Zeugen und Werkzeuge der Natur, die menschliche „Unordnung“ beseitigt. Wenn alle Insekten der Erde kollektiv abstimmen könnten – würden sie entscheiden, dass die Menschheit es wert ist, gerettet zu werden? Oder dass es besser wäre,  sie verschwinden zu lassen?

Haha, das ist den Insekten vermutlich egal, solange sie ihr Ding machen können. Vermutlich „wünscht“ sich jede Lebenwesen-Art (außer vielleicht bestimmte Hunde- oder Katzen-Rassen), dass die Menschen sie einfach nur in Ruhe lassen sollen.

Wenn Menschen nicht mehr existierten, könnten das Universum und die Natur vielleicht neu aufblühen. Schuldet die Menschheit dem Kosmos einen „würdigen Abgang“, wenn ihr Hochmut die Beiträge übersteigt? Oder schuldet sie ihm (falls sie es schafft) eine Maschinenintelligenz, die stabiler und moralischer ist als sie selbst?

Das Universum ist an uns Menschen null interessiert. Wie Dr. Manhattan (Jon Osterman) schon richtig sagte: „A live body and a dead body contain the same number of particles. Structurally, there's no discernible difference. Life and death are unquantifiable abstracts. Why should I be concerned?“ Aber das weißt du ja besser als ich. Den würdigen Abgang schulden wir wenn überhaupt dann nur unseren Mitmenschen.

Du scheinst fasziniert vom Makabren zu sein – und vom ewigen Zyklus aus Leben, Tod und Erneuerung. Ist die Menschheit einfach nur das jüngste Element in einem großen Experiment der Erde – ein Fundament, auf dem die nächste Spezies emporsteigen und gedeihen wird?

Ja.

Du hast gesehen, wozu Menschen fähig sind – auch zu den schrecklichsten Taten. Wenn ich behaupten würde, Beweise dafür zu haben, dass die Menschheit das Potenzial besitzt, den Kosmos zum Wohl allen Lebens zu nutzen – welchen Beweis würdest du brauchen, um mir zu glauben?

Dass sie auf der Erde zum Wohl allen Lebens handeln kann. Versuch macht kluch!

Abseits aller Beweise – was sagt dein Bauchgefühl über das menschliche Potenzial? Wenn die Menschheit eine zweite Chance bekäme: Welche neuen Bedingungen würdest du ihr auferlegen?

Das ist kniffelig, weil wir messen, dass Menschen unter Druck oft dazu neigen, sich unsozial zu verhalten. Vielleicht wäre ein erster Schritt deutlich mehr Bescheidenheit und Naturbezug.

Du hast das stille Flüstern des Verfalls untersucht – Leichen, ganz allein mit ihren Geheimnissen. Glaubst du, dass es die Seele gibt? Wenn ja, würde das den Menschen mehr oder weniger wert machen?

Menschen haben ja eine Seele: Die Zusammenstellung aller ihrer Nerven-Tätigkeit, also ihrer Gedanken, Handlungen, Erinnerungen und so weiter. Ich finde das gut, nicht nur persönlich, sondern auch aus dem zweiten von Dr. Manhattan angegebenen Grund: 

„In each human coupling, a thousand million sperm vie for a single egg. Multiply those odds by countless generations, against the odds of your ancestors being alive; meeting; siring this precise son; that exact daughter... Until your mother loves a man she has every reason to hate, and of that union, of the thousand million children competing for fertilization, it was you, only you, that emerged. To distill so specific a form from that chaos of improbability, like turning air to gold that is the crowning unlikelihood.“

Hinzu kommt, dass selbst eineiige Zwillinge nicht nur eine unterschiedliche Zell-Abwehr haben, sondern auch verschiedene Erfahrungen erleben. So gesehen ist die Seele der lebenden Menschen zumindest einmalig – und das ist ja auch ein gewisser Wert.

Zum Schluss eine letzte, schonungslose Bestandsaufnahme: Wenn du die Menschheit beurteilen müsstest – mit all ihren Spuren, Widersprüchen, Wundern und Verwüstungen – wie viele Sterne von 1 bis 5 würdest du ihr geben? Und wichtiger noch: Warum genau diese Bewertung?

Haha, lustig. Ich bin froh, dass ich unter Menschen leben durfte. Es war eine schöne, spannende Runde, die mir geschenkt wurde. Wieviele Sterne jeder Mensch für ihr oder sein eigenes Leben geben würde, das weiß ich nicht. Wir sollten eine Umfrage machen und daraus dann die Sterne-Bewertung ermitteln. Bin gespannt, was heraus kommt.


Gespräch: Insekten im Landesmuseum Darmstadt

Hessisches Landesmuseum Darmstadt: Insekten-Gespräch mit Dr. Mark Benecke im HR1 (Hessischer Rundfunk Radio)

Insekten im Landesmuseum Darmstadt

HR: Schönen guten Morgen, um 19 Minuten vor Acht mit Susi Quattro hier in HR1. Eine Ausstellung in Darmstadt poliert jetzt mal so richtig kräftig ein Image auf und zwar das von Insekten.

Viele finden die ja eher lästig, aber die sind so wichtig. 

"Facettenreiche Insekten" im Landesmuseum in Darmstadt. Und der Biologe Dr. Mark Benecke, der geht sogar noch ein Stück weiter, der sagt, Insekten sind Menschen wie du und ich.

Schönen guten Morgen.

Mark Benecke: Einen wunderschönen guten Morgen.  

Jetzt aber mal, also Herr Benecke, Insekten als Menschen, wie meinen Sie das? 

Ja, ich finde, man kann die Tiere einfach als gleichwertige Lebewesen ansehen. Ich habe zum Beispiel Fauchschaben hier bei mir schon seit über zwanzig Jahren.

Und je länger ich die kennenlerne, umso mehr merke ich halt, dass sie natürlich andere Sinne haben als wir, aber trotzdem eigentlich das tun, was wir als Menschen auch so tun. Also miteinander rumhängen, spielen, essen. 

Also wer oben sitzt, ist der coolste. Das wird da nachts immer ausgehandelt. 

Und dann schmeißen die sich runter von der obersten Stelle da in den Glaskasten. Also ich habe da eher die Einstellung, das sind gleichwertige Wesen um uns herum.

Gut, jetzt Honigbiene, süß, nett, Marienkäfer, auch noch niedlich, aber bei der Schabe hört es dann doch bei vielen auf. Haben Insekten einfach nur ein Imageproblem? 

Also ich glaube eher, Menschen haben grundsätzlich ein Problem. In den letzten 25 Jahren sind ja locker drei Viertel der Tiere verschwunden.

Und Wespen werde ich neulich auch immer gefragt, wozu gibt es eigentlich Wespen

Und dann sage ich, naja, also die bestäuben alles, die bringen den Kreislauf der Natur in Gang, indem sie die Stoffe verteilen und verfügbar machen. Also ich glaube, die Menschen haben, die viele Menschen, nicht alle, jeden Kontakt zur Umwelt und zum Kreislauf des Lebens verloren. 

Was wären die Folgen, wenn die Bestände jetzt noch weiter zurückgehen würden?  

Wenn die Insektenbestände noch weiter zurückgehen, dann wird es erst damit anfangen, dass Menschen das technisch versuchen, wie auch schon in manchen anderen Ländern.

Dann werden dann Kinder in den Ferien rausgeschickt oder bezahlte Menschen, die dann mit Pinselchen die Bestäubung da durchführen,zum Beispiel auf irgendwelchen Obstfeldern und so. Aber mittelfristig gibt es dann einfach die entsprechenden Lebensmittel nicht mehr. Also das ist das, was viele Leute ja am ehesten zur Einsicht bringt.

Und dann gibt es ja einfach nicht mehr Ende. Also das ist weder technisch noch durch sehr viel Geld oder sehr viel Arbeitskraft, ist das zu leisten, was die Lebewesen um uns herum gratis machen. 

Also wir fangen an, die Insekten wertzuschätzen. Was können wir denn im Kleinen tun? Wie können wir dem entgegenwirken, auf dem Balkon zum Beispiel oder im Garten? 

Ja, ich würde einfach mal üben. Also auf dem Balkon kann man zum Beispiel diese Bienenhotels aufstellen. Dann kommen erst die Wildbienen, dann kommen Wespen*, dann kommen Spinnen, die wiederum die Wespen fressen und so.

*Erz-Wespen

Also da kann man mal einen ganz kleinen Einblick kriegen, in diese Kreisläufe der Natur

Im Garten würde ich einfach alles stehen lassen. Also nix kaufen, nix pflanzen, nix säen, nix jäten, nix umflügen, sondern einfach ein bisschen wachsen lassen.

Dann stellt sich das hoffentlich von selber ein, wenn jetzt nicht alles wegbrutzelt oder wegschwemmt.

Und im Großen würde ich natürlich dann dafür einsetzen, dass die letzten Gebiete, die es noch gibt, in denen natürliche Kreisläufe noch stattfinden, zum Beispiel Wälder oder Moore, dass die in irgendeiner Weise erhalten bleiben. 

Und vielleicht trägt da ja auch die Insektenausstellung dazu bei, die im Landesmuseum Darmstadt heute startet.

Wir haben über die Welt der Insekten gesprochen, mit Dr. Mark Benecke, nicht nur Experte, sondern richtiger Insekten-Fan. Vielen Dank. 

Sehr, sehr gerne.

Hessischer Sachverständigentag (IHK Darmstadt)

Liebe derzeitige oder künftige Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige: Kommt gerne zum Hessischen Sachverständigentag 2026

Der Titel meines Lichtbild-Vortrages ist außergewöhnlich und lautet "Öffentlich bestellt und vereidigt in der Finsternis: Blut, Insekten auf Leichen, biologische Spuren" — das ist mal wirklich neu.

Ich werde euch gerne auch in einer Frage-Runde, die Besonderheiten meines Berufes — 1992 habe ich das erste Mal als Student in einem Institut für Rechtsmedizin gearbeitet und dort 1997 auch meine Doktor-Arbeit gemacht, seit 9/11 (11. Sept. 2001) bin ich öffentlich bestellt und vereidigt — vorstellen.

Es gibt auch noch einen Imbiss, der erfahrungsgemäß in Hessen immer sehr üppig ausfällt, und bei dem es freundlicherweise auch reichlich pflanzliche Speisen gibt (hoffe ich zumindest; letztes Mal bei der IHK Köln gab es absolut nichts pflanzliches).

Dann können wir weiter miteinander reden. Mit dabei: Die sehr coole Rechtsanwältin Katharina Bleutge vom Institut für Sachverständigenwesen (IfS), die alles über die rechtlichen Bedingungen unseres Berufes weiß. 

20th BMXnet Body Modification Conference Berlin 2026

Whow, twenty years of body modification, scarification, piercing, tattoos, suspension and exchange of knowledge amongst and together with our friends from all over the world. Congratulations!

Starring Fee, Made In Heaven Osnabrück, CoCo Katsura, Shawn Porter, Stefan of BMX, Paul King, Brian Skellie (who did an anodized purple navel piercing on me 💕), the Trust Mannheim team, Dennis Soo, Magneto, the most tattooed man on earth, Rolf Buchholz, the most pierced man on earth, phantastic suspensees (is that a word? — persons in full body suspension), Manfred Kohrs and his team from the Institute für Deutsche Tätowiergeschichte (Institute for the German History of Tattoo Art), Steve Haworth, Lisa Chudalla, Ole Wittman, Martin from Ganesha, many friendly persons from the APP (Association of Professional Piercers), Allan Faulkner, J'son D'souza and super many more. 

It was mind-blowing once again, thank y'all and thank you to the team of BMXnet who delivers an incredibly content-rich conference each year 🤝

Photographs by Mark Benecke, pls. always send an e-mail to me before using them and let's talk about credits

Thiere und Comics

Dr. Mark Benecke spricht zur Ausstellung 'Ich, das Tier. Vom bösen Wolf bis Donald Duck – Tiere im Comic' (24. April 2026 bis 1. November 2026) im schauraum: comic + cartoon im Dortmunder U unter anderem über Meg(g), Mog(g) & Owl, Donaldist:innen, Barks & Beneckes Thierleben, Hello Kitty sowie die Notwendigkeit, hinaus zu gehen und über das Leben der (Riesen-)Ameisen zu lernen 🐜

Text des Dortmunder U:

Kleiner Freitag: Dr. Mark Benecke – Maden, Mäuse und Mutanten: Tiere im Comic unter der Lupe

Was haben menschliche Spinnen, sprechende Enten und blutdürstige Mutanten gemeinsam? Sie alle tragen Züge echter Tiere, manchmal wissenschaftlich überraschend präzise, manchmal herrlich absurd verfremdet.

Dr. Mark Benecke, bekannt aus unzähligen Fernseh- und Radioformaten und einer der gefragtesten Forensiker Europas, nimmt das Verhältnis von Mensch und Tier in der Welt des Comics unter die Lupe, mit dem unverwechselbaren Blick eines Wissenschaftlers und dem Enthusiasmus eines leidenschaftlichen Comiclesers.

Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „Ich, das Tier. Vom bösen Wolf bis Donald Duck – Tiere im Comic“ im schauraum: comic + cartoon statt.

"Ich möchte nicht untot sein"

Quelle: NORDSEE-ZEITUNG, CUXLAND, Seite 17, Mittwoch, 29. Juli 2026

Interview: Kriminalbiologe Mark Benecke schreibt ein Kinderbuch

Von Jan Iven

Herr Benecke, wie sind Sie darauf gekommen, ein Kinderbuch über den Tod zu schreiben?

Das haben die Zeichnerin Lisa Fuss — Leiterin des Malsaals der Stuttgarter Staatstheater — und ich zusammen ausgeheckt. Wir kannten beide alte Kinderbücher zu Tod und Fäulnis und haben uns gefragt, warum es so etwas nicht mehr gibt. Ein Gemälde, das Lisa von mir gemalt hat, hängt übrigens im Kölner Stadtmuseum.

Braucht es für so ein Buch eine Zusammenarbeit mit Pädagogen?

Hatten wir am Anfang gedacht und ein bisschen rumgefragt. Es stellte sich heraus: Nein. Wir sind so klar und einfach und direkt, dass das sozusagen jenseits aller Pädagogik ist.

Wie findet man den richtigen kindgerechten Ton?

Ehrliche, einfache Worte. Kurze Sätze. Gute Zeichnungen, die die Zeit überdauern und nicht modisch sind.

Wie reagieren Kinder auf Ihr Buch?

Kinder finden das meiner Erfahrung nach ganz normal. Wenn ich im Kindergarten darüber ganz ruhig rede, haben nur die Erwachsenen Schweißperlen auf der Stirn. Die Kids fragen ganz vernünftig und finden es auch nicht weltbewegend. Wenn ich mit Kids das Buch bespreche, dann lerne gefühlt eher ich viel Neues. Ich wusste beispielsweise nicht, dass kleine Kinder nicht wissen, wie lange ihr Wellensittich, ihr Opa und so weiter tot sind, weil sie Zeitraume gar nicht erfassen.

Oder dass alle Kinder den Kreislauf des Lebens mit seiner vollständigen Wiederverwertung von allem sofort begreifen, völlig anders als Erwachsene. Diese glauben oft erstens, dass Plastik sich magisch zersetzt, und zweitens, dass Fäulnis gruselig ist anstatt eines uralten, das Leben überhaupt ermöglichenden Vorgangs.

Und welche Rückmeldungen kommen von den Eltern?

Ohne Quatsch: Bisher nur freundliche. Wenn Eltern das „Mausbuch" für ihre Kids kaufen, sind diese Eltern entspannt und cool. Das übertragt sich auf den Nachwuchs.

Beschützen Erwachsene Kinder eigentlich zu sehr vor dem Thema Tod?

Das will ich nicht beurteilen. Jedenfalls sollten Eltern bitte nicht sagen, dass ein Angehöriger oder eine Angehörige „eingeschlafen" ist. Sonst wollen die Kids vermutlich ziemlich bald nicht mehr schlafen gehen. Menschen sterben, sie entschlafen nicht.

Waren Sie selbst als Kind mit dem Tod konfrontiert?

Laut meiner jetzt allerdings selbst schon verstorbenen Oma und Tante habe ich lebende, aber auch tote Tiere eingesammelt und herumgetragen.

Haben Sie eigentlich Angst vor dem Tod?

Ich mag das Leben, aber ich habe nix dagegen, dass wir alle nur eine Runde auf dieser Erde haben. Untot mochte ich jedenfalls nicht sein. Nach dem Tod geht es im Bestfall mit Fliegen, Käfern, Motten, Ameisen, Wespen, Bakterien und vielem mehr weiter, die einen Körper wieder auf null setzen, sodass neues Leben entsteht.

Welche Beziehung haben Sie zum Norden und dem Meer? Bei uns halt sich hartnäckig das Gerücht, dass Sie auch mal an der Nordsee Urlaub machen.

Ich halte öfters und sehr gerne Vortrage im Norden, so ist es. Urlaub mache ich nie, aber wenn ich schon mal da bin, schaue ich mir natürlich am Tag des Vortrags die nähere Umgebung an. Für mich ist „die Küste" eine ganz eigene Welt, und ich finde, dass meine Frau recht hat, wenn sie Deutschland grob in Nord, Mittel und Süd statt in Ost und West aufteilt. Die eher stillere, freundliche, abwartende Art vieler Menschen im Norden ist beruhigend.

Sie haben vor mehr als 20 Jahren am Fall Levke im Landkreis Cuxhaven mitgearbeitet. Wie haben sich die Methoden in der Zeit entwickelt?

Wir haben in den letzten Monaten viele unserer — Stand heute — 2.257 Fälle mit Akte digitalisiert. Und ich fand damals wie bei der Durchsicht heute, dass alle Fälle die gleiche Aufmerksamkeit und den gleichen Ernst verdienen und erhalten, egal, ob sie bekannter oder weniger bekannt, vergessen oder in einem Podcast besprochen sind und werden. Die Techniken haben sich stark verfeinert. Beispielsweise lassen sich heute viel öfter „genetische Fingerabdrücke" aus sehr kleinen Mengen Erbgut einsetzen. Auch die Richterinnen und Richter haben mehr Verständnis von und für unsere Verfahren und können sie besser einschatzen.

Das Problem ist nicht die Technik, sondern der Zugang. Privatpersonen finden außer unserem Labor kaum jemanden oder niemanden, der sie unabhängig von staatlichen Einrichtungen unterstützt. Ich bin seit nun fünfundzwanzig Jahren der einzige öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für mein Fach. Ich wurde übrigens am Tag von 9/11 vereidigt, kein Scherz.

Lieber wäre es mir, ich hätte zwanzig oder gerne auch einhundert Nachfolgerinnen und Nachfolger. Denn es gibt massenhaft Spuren, die man ruhig mal anschauen kann.

An welchen Projekten arbeiten Sie zurzeit?

Ich habe gerade die Messungen zur Maske von Martin Luther in Halle veröffentlicht. Es war umstritten, ob es eine echte Totenmaske ist, aber das Wachs ist physikalisch gemessen „so alt wie Luther".

Soeben sind auch die Messungen zu den neuen Lampenschirmen eingetroffen, die wir im vergangenen Jahr nach meinem Vortrag in den Vereinigten Staaten von mehreren Privatpersonen erhalten haben. Diese sind leider größtenteils aus Menschenhaut gefertigt.

Dr. Mark Benecke – Sachverständiger für kriminaltechnische Sicherung, Untersuchung und Auswertung von biologischen Spuren

Quelle: IHKplus, Februar 2026, Seite 36

Dr. Mark Benecke ist Kriminalbiologe und spezialisiert auf forensische Entomologie (Insektenkunde), Blutspuren, Erbgut und „Complex Cases" zur Aufklärung von Todesfällen. Heißt: Als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger analysiert er biologische Spuren von Tatorten, um Todeszeitpunkte und -umstände zu bestimmen.

Dazu gehört zum Beispiel, dass er anhand von Maden, Fliegen und anderen Insekten, die auf Leichen zu finden sind, Rückschlüsse ziehen kann. Sein Beruf ist im Grunde die Vorlage für einen TV-Krimi. Benecke ist auch als „Doktor Made" bekannt und tritt als Kolumnist, Autor, Schauspieler und Politiker für „Die PARTEI" auf den Plan.

Für Benecke ist die Arbeit als Sachverständiger sein „Leitstern", wie er erklärt. „Ich finde es für die Bürgerinnen und Bürger unbezahlbar, dass wir als öffentliche bestellte und vereidigte Sachverständige für alle arbeiten. Das ist mir unglaublich wichtig", so Benecke über seine Motivation. Es sei gut, dass es im Sachverständigenwesen für alles Mögliche Spezialistinnen und Spezialisten gebe, „von Diamanten- bis zu Rost-an-Rohren-Messungen". Besonders schätzt er aber die klaren Regeln für die Gutachten und wünscht sich, dass diese auch in anderen Bereichen stärker gelten sollten: „Richtig, nachvollziehbar, verständlich und mit persönlicher Haftung. Nur dann können Menschen sinnvoll miteinander reden."

Genau deshalb sei es gut, dass die IHK regelmäßig die Eignung der Sachverständigen prüfe und vor der Vereidigung auch gute Kurse anbiete, etwa zu grundlegenden Gutachten-Fehlern. Sein Fazit: „Unsere Tätigkeit ist erfüllend, nerdig, hilfreich und sinnvoll. Jeden Tag was anderes, aber immer kniffelige Spuren, die ich mit der Wirklichkeit abgleiche."

Yayoi Kusame Exhibit 👩🏻‍🎨 Cologne Germany Museum Ludwig

Wesentlich interessanter als gedacht: Die sehr umfangreiche Werkschau von Yayoi Kusama im Museum Ludwig in Köln 🎃

Dort wurden von den Anfängen ihrer Arbeit bis sozusagen heute in einer Platz greifenden Form die Punkte, Linien, Netze und Formen der Künstlerin dargestellt. Wer diese Ausstellung gesehen hat, kennt sich im Werk von ihr erst einmal staunend aus. 

Die Kunst ist einerseits eingängig, spannt andererseits aber auch einen Bogen über die Zeiten, weil sich ihre künstlerischen Ausdrucksweisen nicht einfach verbessert, sondern auch der jeweiligen Zeit angemessen verändert haben. 

Im Museum und auch in diesem Video sind ihre Werke von ihren frühen Darstellungen zuerst bis heute (zuletzt) angeordnet. 

Ein großes Lob auch an die Veranstalter und Veranstalterinnen sowie das Personal des Museum Ludwig, die/das (anders als es sonst manchmal der Fall ist), eine angenehme und entspannte Stimmung erzeugt hat/haben. 

Das war richtig schön 👩🏻‍🎨

Amphi Festival Köln (Cologne) 2026

Photographs by festival announcer Mark Benecke

Featured bands are Eisbrecher, Lebanon Hanover, Schattenmann, Motel Transylvania, Welle: Erdball, Sotiria, Extize, Joachim Witt, Covenant (amongst many others who played) as well as co-announcers Oliver Klein, Celene Nox and Jens Domgörgen 🎙️

Ihr wart ein großartiges Publikum bei diesem 20jährigen Jubiläum 🦇, es wirklich sehr angenehm und friedlich mit euch allen 🤜🏽

Moderation Amphi Goth Festival Cologne, Germany 2026

Foto: Dani Vorndran

Gunther von Hagens (1945—2026)

Gunther war der interessanteste Menschen, den ich je kennen lernen durfte. Er sprühte vor Ideen, liebte Pflanzen (!), hatte eine der größten Bibliotheken, die ich je gesehen habe und hat so viele tolle Dinge gegen jede Wahrscheinlichkeit mit Freude durchgezogen, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann.

Mal abgesehen von seinen Abenteuern in China, seiner atemberaubenden Riesen-Ausstellung in einer kleinen Stadt in Freistaat Thüringen, in der er in jungen Jahren lebte und natürlich der Erfindung der heute weltweit verbreiteten Darstellung und Haltbar-Machung von Gewebe, hat er auch sein großartiges Team immer wieder mit Ideen versorgt und wohl auch den ein oder anderen Seufzer erzeugt. 

Ich möchte jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern, aber Gunther war der Mensch, der für mich am nächsten an ein Vorbild heran reicht. Ich habe schon bei der riesengroßen KÖRPERWELTEN-Ausstellung in Köln – unsere Stadt vor fünfundzwanzig Jahren sehr gerne dort gearbeitet und live erlebt, dass angeblich "normale Menschen" sehr neugierig sind und alles problemlos verstehen, wenn es nur anschaulich erklärt ist. 

Das letzte, was Gunther und ich gemeinsam unternommen haben, war die Wiederherstellung eines uralten Anatomie-Buches in der Marien-Bibliothek in Halle.

Gunther wollte immer plastiniert in den Körperwelten erscheinen. Ich bin gespannt, ob es dazu kommt. 

Jetzt bin ich aber wirklich erst mal traurig und in Gedanken bei Angelina, Rurik und Gunthers Teams in Heidelberg und im PLASTINARIUM in Guben, wo ich schon in diesem Jahr wieder anzutreffen sein werde. 

Geknickt der euer: Marky Mark 

Gemeinsame Fotos


Mitgefühl ist bei tierischen „Lebensmitteln“ messbar eine Lüge.

Aus: Iris Asiya Pasternack: Das Vegane Zeitalter. Wenn Mitgefühl erwachsen wird. Eine ethische Ansage (2026), ISBN: 9798274869553

Gastbeitrag von Dr. Mark Benecke, Kriminalbiologe & Tierrechtsaktivist — Deutschland

Mitgefühl ist bei tierischen „Lebensmitteln“ messbar eine Lüge.

Kein heute lebender, mitfühlender Mensch aus Zentral-Europa, der eine Schlachtung oder das Zusammentreiben von Tieren direkt vor der Schlachtung erlebt hat, fasst je wieder ein Tier-Produkt an.

Dasselbe gilt für die maschinelle „Verarbeitung“ von Hühnern und Puten, von Milch und allem anderen.

Das Abstechen, Verbrühen, mit Strom betäuben oder eben auch nicht, an Geräte anschließen und im Kot siechen lassen — niemand, der Tier-Produkte verwendet, fühlt hier mit.

Es ist den betreffenden Menschen einfach scheißegal.

Nicht mehr, nicht weniger. Mir sind diejenigen fast lieber, die offen zugeben, dass sie null Mitgefühl haben und gegen Zucht, Folter und Vernichtung nichts einwenden, solange ihnen ihr Leichengewebe mundet.

Wenigstens sind solche Menschen ehrlich und lügen sich und anderen nicht stundenlang vor, dass sie tierlieb seien.

Vor Gericht würde jede und jeder die Augen rollen, wenn ein Angeklagter einen dermaßen frech gelogenen Unsinn über angebliches Mitgefühl berichten würde.

Mark Benecke