Giftmischerei und galaktische Klänge

Quelle: Sonic Seducer, 12/2025, Seite 26 & 27

BIANCA STÜCKER & MARK BENECKE

Von Christoph Kutzer | Fotos: Chelsea B.

Auf ihrer neuen EP „Abysmal Affairs" covern die Musikwissenschaftlerin und der Forensiker die Einstürzenden Neubauten und Hank Williams. Ein erfreulicher Anlass, sich in Ruhe über kosmische Fügungen, Country und Busenwunder zu unterhalten.

Wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Zu-sammenstellung von Songs?

Mark: Ich höre ja dauernd dieselbe Musik. Die Lieder auf unserer neuen Schallplatte—sie glitzert, kein Witz! — gehören dazu. Und weil Bianca mich immer fragt, was wir mal gemeinsam singen und verfilmen können, greife ich auf mir bekanntes Liedgut zurück.

Bianca: Richtig, richtig, ich sage immer: Lass mal was Eigenes machen, Brudi, aber nein. Vielleicht werde ich mich ja eines Tages durchsetzen! Bis es soweit ist, ist immer abwechselnd einer von uns dran mit Aussuchen.

Mark: Ich möchte nicht Biancas Brudi sein, lieber ihr schwarzer Prinz, der sie, in Sammet gekleydth, umschwärmt.

Ist die Entstehung einer EP eine spontane Sache, oder folgt ihr kosmischen Plänen?

Mark: Das ist reiner Zufall, nämlich wann und wenn es zwischen unseren vielen kleinen Vorhaben passt. Die sind teils Jahre im Voraus geplant. Ich habe vor einigen Monaten schon das kommende Video mit einer Freundin aus London in Berlin „angedreht", aber es erscheint erst in ein bis zwei Jahren.

Bianca: Insgesamt würde ich schon behaupten, dass wir kosmischen Plänen folgen. Doch kosmische Pläne sind wankelmütig. Und das Universum rechnet in ganz anderen zeitlichen Dimensionen. Es raunt uns etwa bisweilen zu: Was ist das Problem daran, wenn wir in circa 400 Jahren die nächsten Musiktipps in euch einfahren lassen? Das Universum spricht übrigens von sich selbst ständig im majestätischen Plural, das ist ganz normal.

Mark: Bianca siezt mich meistens. Ist das auch ein majestätischer Plural?

Bianca: Nein, Eure Majestät. Ebenfalls kein majestätischer Plural: Er singe bitte! Ich könnte auch sagen: Er sieze mich bitte! Ich glaube, das gewöhne ich mir an, es gefällt mir. Er reiche mir den Sonic Seducer!

„Sabrina" ist ein Neubauten-Song. Ich dachte den-noch: Haben die jetzt „Boys Boys Boys" gecovert? Würdet ihr euer Kind oder einen Song Sabrina nennen?

Mark: Ich würde mein Kind und meinen Song Sabrina nennen, weil die Neubauten den Namen bei mir und vielen anderen Menschen an eines der traurigsten Videos geknüpft haben. Mehr gothic geht nicht als weinend in einer kaum beleuchteten Keller-Toilette vor einem Spiegel zu stehen, von dem das verkeimte Wasser tropft, während ich mir so fremd bin, dass ich mich nicht wieder erkenne. Dagegen ist unser Video zum Lied fast schon fröhlich.

Bianca: Wir sind ja manchmal auch ziemlich fröhliche Typen. Und jetzt folgt ein Geständnis: Ich liebte als Kind „Boys, Boys, Boys", ich liebte Sabrina! Ich hatte Sabrina-Poster in meinem Kinderzimmer hängen. Und ich hatte die Kassette, auf der „Boys, Boys, Boys" mit drauf war. Irgendwie hat dieser Sabrina-Sabrina-Zusammenhang schon wieder was Kosmisches.

Mark: Gut, dass Bianca nie das neue 4K-Video dieses Liedes sah. Von Kosmos keine Spur! Nebenbei: Sandra hatte auch was.

Bianca: Au ja! Maria Magdalena!

Wie ist es, einen vertrauten Song wie „Henry Lee" plötzlich mit der eigenen Stimme zu hören?

Mark: Zum Glück hat Bianca den ursprünglichen Klangteppich unter den Liedern und aus meinen Ohren weggezogen. Durch die Studio-Umgebung— dort leben Wellensittiche! — nebst Hackbrett, Spinett, Schalmei und was sie sonst noch alles einspielt, wird das Ganze neu. Ich habe mich anfangs tatsächlich nicht getraut, unsere Lieder anzuhören, aber je öfter ich sie höre und die sau-sau-saugeilen Videos dazu anschaue, die teils ohne Schnitt in einem durch gedreht sind, umso mehr verstehe ich denn Sinn von Coverversionen.

Bianca: Ich habe jedes Mal Respekt vor dem Anfang. Ist der gemacht, fügt es sich. Bei „Henry Lee" ging das recht leicht. Wir haben die Struktur beibehalten und bei den Backings habe ich mich am Original orientiert. Den Unterschied machen tatsächlich die Instrumente, wobei das Spinett eigentlich ein Clavichord ist und die Schalmei ist eine Rauschpfeife.

Ich saß voller Vorfreude auf das „Linie pen knife" vor dem Clip. Dann tötet Bianca mit Gift ...

Mark: Bianca ist halt eine Dame, eine Prinzessin auf der Erbse, meine Kaiserin. Da wählt sie natürlich eine Todesart mit abgespreiztem kleinem Finger.

Bianca: Die Idee mit dem vergifteten Tee hatte Chelsea, unsere hervorragende Fotografin! Gut, nä?

Mark: Ich werde in Videos öfters mal von den Ladys vergiftet, weiß der Scheitan, warum. In „Vampire" endet es genauso. Schlimm.

Bianca: Es ist erfreulich, dass deine Gesundheit langfristig nicht darunter zu leiden scheint, wir können diese schöne Tradition also bedenkenlos so beibehalten.

„I'm So Lonesome I Could Cry" haben auch Johnny Cash und —schon wieder—Nick Cave gesungen. Neubauten-Verbindungen gibt es bei Cave ebenfalls. Huch ...

Bianca: Das Universum wieder! Mir wurde die Johnny-Cash-und-Nick-Cave-Version ganz zufälligvordie Nase gespült. Wie hätten wir da schon widerstehen können? (Das Universum, aus dem Off: Gar nicht! Logisch! Wir wollten es euch auch schon vorschlagen, aber erst so circa 26780!)

Mark: Bianca besitzt zahlreiche Tarot-Sets, ich denke, sie kann das Universum tatsächlich und weitgehend überblicken.

Was haltet ihr von einer Aufklärungskampagne über echte Countrymusik?

Mark: Korrekter Gedanke. Country Music, auch in Lateinamerika, kann sehr finster sein und sie findet mitten zwischen den Menschen statt. Selbst meine Studierenden in Kolumbien schämen sich fremd, weil ich immer örtliche Country Music kaufe. Die Polizei in Armenia hat mich bei einem Serienmord-Fall sogar mal gefragt, ob der Täter, der über 300 Kinder zu Tode gefoltert hat, das unter dem Einfluss der örtlichen Country-Musik gemacht haben könnte. So viel dazu, dass Country weichgespült und stets fröhlich sein muss.

Angesichts des Solar-Fake-Remixes wäre ich doch auf ein Cover von „Boys Boys Boys" gespannt. Vielleicht auf der nächsten EP?

Mark: Ich lege beim WGT und im Kitkat ja nur allerneueste Dinge auf. Daher würde ich klassisches Achtziger-Material erstmal beiseitelassen, bis es genügend gereift ist für düstere Neuauflagen.

Bianca: Ach, Unsinn! Das Thema der nächsten EP könnte doch „Die Busenwunder der Achtziger" sein, dann hätten wir außer Sabrina zum Beispiel schon mal Samantha Fox am Start. Ich bin innerlich bereit, habe ich das Gefühl!

Mark: Wer von uns beiden wird dann das Busenwunder der 2020er Jahre, Bianca?

Bianca: Na, Ines! Wer sonst? Wir zwei sind ja im Grunde eine Person, wie Google mal irgendwann behauptete, Ines ist ein Teil von dir, also passt das schon.

Sind die Plejaden im Remix-Titel eine Anspielung auf die Sternschnup-pe im Text von „I'm So Lonesome I Could Cry"?

Bianca: Es ist eine Anspielung auf das Effektgerät, das ich beim Pleiades Remix für die Instrumente benutzt habe. Die klingen damit auf einmal gar nicht mehr akustisch, sondern eher galaktisch. Mark hat auf „Sabrina" übrigens Querflöte gespielt!

Mark: Ist auch im komplett wahnsinnigen Video zu sehen und zu hören. Nichts im Video ist CGI, das ist alles wirklich echt genau so gewesen, wie ihr es darin seht.

Bianca: Und zwar ab dem 12. Dezember!

Eine Fortsetzung des so anregenden wie amüsanten Gesprächs mit oBianca Stücker und Mark Benecke lest Ihr in unserer Februar-Ausgabe!

Tiefgang und Wasserballett

Quelle: Sonic Seducer, 2/2026

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B I A N C A S T Ü C K E R & M A R K B E N E C K E

Von Christoph Kutzer | Fotos: Chelsea B.

Mark Benecke promovierte über genetische Fingerabdrücke. Bianca Stücker, ebenfalls Doktorin und Inhaberin eines Kirchenmusikexamens, hinterlässt entsprechende Spuren auf Tasten- und Blasinstrumenten. Die EPs des Duos genießen Kultstatus. Gespräche wie das Folgende über den jüngsten Output „Abysmal Affairs“ sind immer zu schnell vorbei. Lehnt euch zurück und genießt.

Ihr habt ein Video zum Einstürzende-Neubauten-Cover „Sabrina“ veröffentlicht. Ich dachte erst, die Location sei ein altes Schwimmbad. Es scheint sich aber um einen anderen Ort zu handeln ...

Bianca: Ja. Und er war sehr weitläufig! Von der Schwarzkaue einer alten Zeche aus haben wir uns durch haufenweise andere, sehr lost-place-mäßig und surreal wirkende Flure und Räume vorgearbeitet – das ganze Gebäude erschien von innen fast größer als von außen und es war gar nicht so leicht, die besten Drehorte auszusuchen, weil alles interessant, erstaunlich und zum Teil auch etwas verstörend aussah. Und das Verrückteste war: Draußen fand gerade bei idyllischstem Sommerwetter eine Zusammenkunft von Autoliebhabern statt. Wenn man sich hinaus bewegte oder aus den Fenstern blickte: Autoliebhaber und ihre Gefährte, so weit das Auge reichte!

Meine Vision ging weiter: Ich dachte, dass ihr in öligem, schwarzem Wasser endet. Es gibt Filmszenen, die sich auf ewig in die Hirnrinde einbrennen. Für mich ist eine davon jene, wenn der Bösewicht in „Der Schatz im Silbersee“ im Morast versinkt. Das fand ich als Kind gruselig. Könnt ihr das nachvollziehen?

Bianca: Unbedingt! Ich habe das Gefühl, dass sich sämtliche Dinge aus Filmen oder Büchern, die ich lieber schnell wieder vergessen hätte, für immer und vermutlich noch darüber hinaus eingebrannt haben wie ein Souvenir aus dem Höllenschlund.

Mark: Bei mir brennen sich vorwiegend die schönen Dinge ein, zum Glück, beispielsweise wie toll Bianca tanzt, flötet und sich gewandet. Sie kann – bei TikTok vielfach zu bestaunen – auf einer schwankenden Halbkugel musizieren, auf einem Bein!

Eine einbeinige Flötistin. Zauberhaft. Was hat euch als Kinder medial verstört?

Bianca: „Tarantula“. Aber nicht die Spinne, sondern der Mann, dessen verformte Finger urplötzlich und in meiner Erinnerung komplett vorwarnungslos auf dem Bildschirm erschienen, danach blickte er den Zuschauer an, und es stimmte etwas ganz erheblich mit seinem Gesicht nicht. Erheblich! Schlimm.

Mark: Batman hatte mal einen Gegner, der meiner Erinnerung nach vorher und nachher nie in den Berichten aus Gotham City vorkam. Der Übeltäter versuchte, unseren eh schon grundtraumatisierten Helden gefesselt in einen Tank mit einer offenbar schlecht gelaunten Riesen-Tintenschnecke zu versenken. Warum? Und was wurde aus dem Bösewicht?

Wir sprachen zuletzt über die Pläne des Universums. Mir hat der Kosmos neue Informationen zu Kasimir Malewitsch und seinem schwarzen Quadrat ins Hirn gespült, das in „Sabrina“ erwähnt wird. Würdet ihr euch dieses Werk aufhängen?

Bianca: Ach. Ich jetzt nicht unbedingt. Vielleicht, wenn es ein Glitzerquadrat wäre. Oder ein Holo-quadrat. Chelsea, meine beste Freundin und die Schöpferin der Fotos für unsere Platte, erinnert mich regelmäßig daran, dass ich nicht mal ins Van-Gogh-Museum gehen würde, wenn ich dafür fünf Euro bekäme. Leider.

Mark: Mir ist es nicht schwarz genug. Daher heißt unsere erste gemeinsame Platte ja auch „We Want It Darker“.

Viele Musiker oder Autoren zeichnen oder malen insgeheim. Wann erscheint der erste Band mit bildnerischem Output der Doktoren Stücker und Benecke?

Bianca: Das wäre was! Ich bin dafür! Ich male sehr gern Quatschfiguren. Ansonsten zeichne ich nur Entwürfe für Tattookunden. In meiner Freizeit zeichne ich nicht, denn ich habe keine Freizeit, da ich sämtliche Hobbys sofort zu Berufen mache. Ich habe also auch keine Hobbys.

Mark: Doch, mich! Ich bin dein Hobby, sagen wir es, wie es ist. Wenn ich mir was wünsche, kriege ich es sogar, beispielsweise durchsichtige Kleider beim Videodreh oder Hackbrett- und Flöten-Musique.

Zum Zeichnen: Wir haben eine sehr knorke Fangruppe mit mehr als 1000 Menschen, die meine Zeichnungen als Tätowierung tragen, darunter Einhörner, Fledermäuse und Bienen. Also, die Tattoos stellen diese Tiere dar, tätowiert werden die menschlichen Fan:innen.

Im Video singt ihr ansehnlich zusammen. Habt ihr da gemeinsam gesungen oder gelipsynct, oder wie das heißt, wenn man seine Lippen zum Playback bewegt?

Bianca: Also, beim Videomachen lilpsynce ich immer. Ich meine nämlich, dass es sonst weniger synchron zur Aufnahme gerät. Aber für die Aufnahme haben wir natürlich gemeinsam gesungen, sonst würde da ja was fehlen! (lächelt gewinnend)

Mark: Ich singe immer, weil ich finde, dass nur echt echt ist. Die Querflöte habe ich auch echt gespielt. Bianca singt beim Dreh nur nicht, um das Team nicht versehentlich zu verzaubern. Das hat sie schon bei mir getan und es soll nicht zur Gewohnheit werden.

Mark, du trägst auffällig oft Sonnenbrille. Den Vampir-Jokus spare ich mir mal. Ist das ein Signum erwartbarer Coolness oder unerwarteter Schüchternheit? Mir hat einst ein Musiker gestanden, er trage Sonnenbrille, weil er so das Publikum im Club nicht mehr sehe.

Bianca: Er ist einfach eine Stilikone, so sieht es doch aus.

Mark: Wer, der Musiker oder ich? Also ich bin tatsächlich Licht-Hasser von Herzen. In meiner Bühnenanweisung steht sogar wörtlich: „Bitte keine Spots/Verfolger/Scheinwerfer auf mich. Keine Ausnahmen. Nein! Kein Licht auf mich! Wir können den Saal dimmen und dort schön gedämpftes Licht lassen. Keine Scheinwerfer auf mich. Nein heißt nein: Keine Spots oder Headlights auf mich. NEIN!“ Das ist kein Scherz, ich habe es aus meiner Technikanleitung, auch als „Rider“ bekannt, wörtlich herauskopiert. Ach so, und: nix gegen Vampire. Mein Frau und ich haben die größte europäische Studie über diese scheuen Wesen verfasst.

Hat die Wahl von „Henry Lee“ mit einer grundsätzlichen Liebe zu Nick Caves „Murder Ballads“ zu tun? Mark, du hast schon zusammen mit Sara Noxx „Where The Wild Roses Grow“ gecovert. Mit wem würdest du das Marianne-Faithfull / Nick-Cave- Duett „The Gypsy Faeri Queen“ aufnehmen?

Mark: Extrem gute Idee, mega-niederdrückend, sehr gut. Ich mache es aber wie Marianne Faithfull und singe das dann mit gebrochener Stimme kurz vor meinem Tod ein. Bis dahin bin ich vorsichtig, weil meine Frau ein von Feen vertauschtes Kind ist und ich mich daher vorläufig nicht mit diesen Wesen anlegen möchte.

Bianca: Ach, schade! Ich finde die Idee auch gut! Ich kannte das Lied gar nicht, Ihr habt meinenHorizont erweitert!

Gerüchten zufolge hat Mark das mörderische „The Curse Of Millhaven“ von Nick Cave Studierenden vorgespielt. Was war der pädagogische Hintergedanke?

Mark: Pädagogik und ich – zwei für immer getrennte Welten. Meine Studentin Lottie aus New York trug denselben Namen wie das anstrengende Mädchen aus dem Lied. Da musste der ganze Kurs sieben Minuten lang dem Lied lauschen. War aber abends in meiner Bibliothek auf dem Teppichboden und ich reichte dazu Getränke. Ich find das Lied nach wie vor erstklassig. Die „Murder Ballads“ kann ich auswendig, da ich die Platte bestimmt schon 2000-mal gehört habe. Kein Scherz.

Vögel im Aufnahmeraum. Fauchschaben im Eigenheim. Wäre es nicht an der Zeit, die animalischen Mitbewohner in einen Song einzubauen? Ich mache mal einen radikalen Covervorschlag: Erinnert ihr euch an den MTVFilm „Joes Apartment – Das große Krabbeln“? Da gab es tolle Songs wie „Funky Towel“.

Mark: Sicher, Küchenschaben, die Walzer tanzen und synchron schwimmen, das gefällt Bianca und mir natürlich. Im Video handelt es sich um eine andere Art als meine Fauchschaben, aber why not? Sie sind ja auch schon auf unserer neuen CD – aus irgendeinem Grund in oder über einer Teetasse – zu sehen. Next stop: Biancas Sittiche, die eine düstere Polonaise zu Mollklängen vorführen. Wenn sie nur besser auf Menschen geprägt wären!

Bianca: Das ist eine schöne Idee. Ich sehe ganz deutliches Potenzial in uns für das Wasserballett. Die Sittiche jedoch leben bei uns zu Hause als radikale, wändezerknabbernde Parallelgesellschaft. Sie scheißen auf Fame. Chelsea schlägt übrigens jedes Mal genauso radikal „Der Hund von Baskerville“ von Cindy & Bert vor. Ich ahne, dass sich die Dinge irgendwann schicksalhaft zusammenfügen werden.

Mark: Bin dabei.

Lasst mich raten: Es liefe wieder auf eine EP hinaus …

Bianca: Für umfassendere Werke würden wir wahrscheinlich so um die zwölf Jahre brauchen. Wir gehen da also pragmatisch vor.

ORKUS!-Special-Act: Bianca Stücker & Mark Benecke 🦇

Quelle: ORKUS!, Winter 2025/6, Seiten 103 und 180 bis 184

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Neue Platte: 'Absymal Affairs'

Musiktipps

Foto: Chelsea B

Von Claudia Zinn-Zinnenburg

Wie wunderbar Bianca Stückers engelsgleiche, charakterstarke Stimme mit jener von Mark Benecke harmoniert, haben sie ja schon einige Male bewiesen. In “Abysmal Affairs” wagen sie sich an Coversongs der Einstürzenden Neuauten, Nick Cave & The Bad Seeds und Johnny Cash. Ihre Interpretationen von u.a. “Sabrina” und “Henry Lee” haben einen ganz einen Charme und gehen in die seelenvolle Folk-Richtung, die sich mit mindestens genauso viel Düsternis wie die Originale verweben. Der Solar-Fake-Remix von “Sabrina” zieht uns endgültig auf die Tanzfläche, während der mystische Qntal-Remix von “Henry Lee” einfach nur verzaubert.




Bianca Stücker & Mark Benecke

Foto: Chelsea B

Wir sprechen mit dem Dreamteam Bianca Stücker und Mark Benecke über die neue EP, Verhängnisvolles, das zu legendären Erinnerungen führt, Glitzerherzen als Emotionsbekundung und ... ach! Es wird einfach wieder herrlich verrückt, bunt, kurzweilig und interessant.

Orkus: Wie kam es denn zu dem schönen Titel „Abysmal Affairs"?

Bianca Stücker: Mark war diesmal betraut mit der Aufgabe des Liederwünschens, und die „Henry Lee"-Affäre ist ja schon einigermaßen verhängnisvoll, jedenfalls für Henry Lee persönlich. Und dann kreuzte plötzlich auch noch „I'm So Lonesome I Could Cry" unseren Weg, was eindeutig so klingt, als könnte es da auch verhängnisvoll werden, wenn die Einsamkeit einst ein Ende hat. Ist nur so ein Gefühl. Aber ein deutliches!

Mark Benecke: Am Ende wird es ganz sicher verhängnisvoll. Das weiß ich aus beruflichem Interesse.

Schön, dass ihr euch an die Einstürzende Neubauten gewagt habt. Ich kann mir vorstellen, dass von dieser Formation sicherlich viele Songs zur Auswahl gestanden haben könnten. Wie kam die Wahl auf „Sabrina"?

MB: Ich liebe das Original-Video, so ziemlich das traurigste an Film-Material, was ohne Schmalz möglich ist. Wie kam die Band einst da drauf? Bewegend.

BS: Absolut! Ich habe das Video damals bei MW oder VIVA gesehen, als es rauskam. Das waren noch Zeiten!

MB: Ich fänds toll, wenn das Video nochmal in HD rauskäme, liebe Neubauten. Ist da was zu machen?

Das war übrigens im Jahr 2000. Hätte ich lieber zuerst fragen sollen: Wie fiel die Entscheidung auf die Einstürzende Neubauten? Vielleicht eine Band, die euch auch schon lange begleitet?

MB: Seit immer, allerdings. Als ich früher in Manhattan gewohnt habe, hab' ich im Dezember 1998 ein abgefahrenes Konzert der Neubauten im Bowery Ballroom gesehen — magisch, echt. Anlass war die Veröffentlichung ihrer Platte „Ende Neu". Der erste Kracher war ihre „Vorband", bestehend aus Rob Rutman aus Berlin, der in New York sowohl Kunst studiert als auch ein Künstler-Leben geführt hatte. In den 1990ern lebte er schon wieder in Berlin. Heute liegt er auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof und damit „zusammen" auf demselben Gelände mit dem ehemaligen Chef der Ostberliner Rechtsmedizin der Charite, Prof. Otto Prokop, dessen (einzige je erschienene) Biografie ich geschrieben habe. Rob Rutmans Musik-Instrumente und sein ganzer Auftritt im Ballroom waren für mich — und ich glaube auch für viele andere — so unerwartet und abgefahren, dass ich bis heute erzähle und es auch wirklich glaube, dass ich an diesem Tag Gott auf der Bühne gesehen habe, der mit uns Schabernack trieb. Die New York Times hat den Stil der Neubauten auf diesem Konzert als „Scrap Metal" bezeichnet, was ich ganz ulkig finde, ein schönes Wortspiel ist es noch dazu. Die Setlist dieses Konzertes ist übrigens bis heute,im Netz zu finden. Es gibt auch ein Bootleg des Auftrittes. Falls es jemand hat, bitte, bitte, bitte bei mir melden. Die Neubauten haben damals mit „The Garden" eröffnet, auch Armenia II gespielt und mit Bili Rubin geendet. Dit war schon sehr knorke jewesn.

Blixa war ja v. a. früher durchaus eine nicht gerade einfache Persönlichkeit, wenn man sich ältere Interviews mit ihm ansieht. Hattet ihr die Möglichkeit, ihn mal kennenzulernen?

Foto: Chelsea B

MB: Leider bisher nicht. Würde ich aber extrem gerne. Falls er das Interview lesen sollte ... ich bin bereit. Im Sommer hat Blixa ja mit Nikko Weidemann am Klavier „Helden", „Lazarus" und zwei weitere Bowie-Songs eingesungen. Wesentlich geiler finde ich aber die recht neue Platte „Alles in Allem" von 2020. Einen Song wie „Grazer Damm" muss man erst mal bringen — unfassbar. Die Platte ist eines der sehr wenigen Alben, die ich regelmäßig höre.

BS: Blixa bin ich auch noch nie begegnet, aber vor einigen Jahren habe ich Andrew, also N. U. Unruh, kennengelernt, weil er eine Neubauten-Party im Kulttempel in Oberhausen ausgerichtet hat. Es gab ein Bühnenprogramm mit Neubauten-Coversongs von verschiedenen Bands, ich habe etwas a-cappella gesungen (ich weiß nicht mehr, was genau) und zu einem Neubauten-Stück getanzt — ich glaube, tatsächlich zu „Sabrina", weil mir das am vertrautesten war, bin mir aber nicht mehr ganz sicher, es ist schon eine Weile her.

MB: Bianca war einfach superaufgeregt und hat es deshalb vergessen. Verständlich!

BS: Ich weiß aber noch, dass ich mir von Andrew eine alte Neubauten-CD signieren und mehrere verwackelte Selfies knipste. Wenn schon, denn schon! (lächelt)

Eure Version jedenfalls behält den ruhigen aber gleichzeitig unheilverkündeten Grundton des Originals, aber ihr macht daraus einen wunderbaren düster-folkigen Song, bei dem man auch nach mehrmaligem Hören immer wieder etwas Neues entdecken kann. Wie seid ihr da rangegangen?

BS: Spontan und intuitiv, dafür eignete sich das Stück ganz hervorragend — es bietet jede Menge Freiraum, um hier und da noch etwas hinzuzuerfinden. Und Mark hat erstmals Querflöte gespielt auf den Aufnahmen!

MB: Erstmals seit vierzig Jahren. Ich war auf einer Schule mit Musik- und Ballett-„Zweig". Aber das ist ein anderes Thema. Im Video könnt ihr mich übrigens flöten sehen und hören.

BS: Deine Ballettausbildung heben wir uns dann für das nächste Video auf! (lächelt)

Ja, bitte! Der Remix von Solar Fake bringt den Song nochmal auf die Tanzflächen und gefühlsmäßig auch in die Zukunft. Wie kam es zur Idee des Remixes und hat euch Sven damit überrascht?

MB: Sven ist einfach der Coolste. Heute hat er mir beispielsweise einen Stapel Adventskalender für unsere Fan-Gruppe Die MARKierten gesendet. Fürs Remixen haben wir ihn einfach gefragt. Und da ich weiß, dass er immer, wirklich einfach immer den Ton trifft, sowohl bei und mit und für seine Fans sowie in seinem Podcast als auch sowieso musikalisch, war ich megafroh, dass er es einfach sofort und ohne langes Überlegen gemacht hat. Über Remixe könnten wir euch übrigens allerlei erzählen. (lächelt) Schaut mal, wer bei uns bisher so remixed hat: Oomph!, Patenbrigade:Wolff, QNTAL – wir sind darüber unglaublich glücklich. Wenn ihr nerdig in die Tiefen unserer Liederwelten und Videos (sie sind auf Kino-Leinwand und mit Line Arrays gespielt sehr abgefahren) eintauchen möchtet, lauschet auch den Remixen. Ein schönes, neues Fachgebiet für Fans und Freundinnen. (glitzerherzchen) 

BS: Ich freue mich auch sehr über den Remix! Sven kenne ich nicht persönlich, aber in den Mails fand ich ihn wahnsinnig nett und unkompliziert – ich konnte zuerst gar nicht glauben, dass er das einfach so gemacht hat, und dann auch noch verrückt schnell! 

Von Blixa als Teil von The Bad Seeds ist die Verbindung zu Nick Cave schnell gemacht. Ich liebe eure Interpretation von „Henry Lee“. Gerade hier könnte ich mir aber auch vorstellen, dass der Respekt gegenüber des Originals mit PJ Harvey durchaus auch groß war. Oder? Wie habt ihr das „überwunden“? 

BS: Ich habe dabei wirklich vorher immer eine Menge Respekt und fürchte mich jedes Mal ein bisschen davor, die Atmosphäre zu verfehlen oder etwas in der Art. Bei „Henry Lee“ hat sich aber recht schnell alles ineinandergefügt, ich hatte während der Aufnahmen ein Clavichord geschenkt bekommen, das musste natürlich sofort verewigt werden! Ich war schon seit dem Teenageralter großer PJ-Harvey-Fan und hoffe sehr, dass auch sie mit der Version einverstanden wäre, wenn sie sie mal zu Gehör bekommen sollte. (lächelt) Es ist immer eine Gratwanderung, die Originalversion nicht zu „imitieren“, und trotzdem den ursprünglichen Vibe beizubehalten – das fand ich bei „Henry Lee“ gar nicht so leicht, weil es sich von der Struktur her ja genau am Original orientiert, aber dafür haben wir Nyckelharpa, Hackbrett und Clavichord dabei, das ist ja schon mal etwas ersichtlich anderes. 

Foto: Chelsea B

Ich könnte mir vorstellen, dass das vielleicht das größte „Problem“ bei Coversongs ist. Wenn das Stücke sind, die einfach SO GUT sind, dass man da nicht „eingeschüchtert“ ist und man seine ganz eigene Interpretation macht, die dann auch für sich stehen kann. Wie seht ihr das? 

MB: Hahaha, Bianca ist in dieser Hinsicht absolut furchtlos. Ich will ja immer, dass sie trötet, zimbelt und hackbrettelt, und sie hat bisher immer ja gesagt und fantastische Lösungen für meine Träume gefunden. Neuerdings trägt sie sogar einen Ausschnitt beim Dreh, ich verehre sie einfach. Manchmal denke ich, dass sie mir mit der Musik eine Freude machen möchte. 

BS: Ich bin leider kein bisschen furchtlos! (lächelt) Aber ich nehme die Herausforderung an. Und, richtig: wenn du sagst, du möchtest gern ganz viele Instrumente dabeihaben, dann probiere ich das – das mache ich bei meiner eigenen Musik ja auch so. Und natürlich möchte ich dir mit der Musik eine Freude machen! Du machst mir ja auch mit allem Möglichen eine Freude: mit Sissi-Brillenetuis, seltenen Vampirtarots, Videodrehs und Auftrittsabenteuern! 

MB: So klingt Liebe. 

BS: Nach Hackbrettern, Sissi-Brillenetuis, Tröten und Flöten! 

Auch der QNTAL-Remix ist sehr gelungen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit? Oder kennt ihr euch alle irgendwie eh? 

BS: Ja, der Remix ist auch richtig toll! Mark hatte die Idee, QNTAL zu fragen, und ich hatte auch schon einmal Kontakt zu ihnen, im Rahmen meiner Dissertation (das ist allerdings schon über zehn Jahre her). Wir haben uns sehr gefreut, dass sie ja gesagt haben, und es passt auch wirklich gut zusammen, dadurch, dass wir alle gern historische Instrumente mit elektronischen Elementen verbinden. 

MB: Was manche vielleicht nicht wissen: Bianca ist Doktor in Musik-Wissenschaften, kein Scherz. Die QNTALs sind für mich was ganz Besonderes, weil sie ihre edle Musique fast schlafwandlerisch beherrschen. 

Bei „I’m So Lonesome I Could Cry“ glaube ich, dass ihr euch an Johnny Cash orientiert habt, oder? Was ist eure Geschichte zu dem Stück? 

Foto: Chelsea B

MB: Durchaus, aber es hat bei uns ein bisschen mehr Schwung. Ich dachte beim Einsingen, dass das ein bisschen zu flach und untraurig werden könnte, aber weit gefehlt. 

BS: Die Version von Johnny Cash und Nick Cave (schon WIEDER Nick Cave! Alles fügt sich! (grinst)) lief uns mehr oder weniger zufällig über den Weg und passte dann plötzlich erstaunlich gut zu den beiden anderen Sachen. Es ist ein eigentümliches und sonderbares Lied, mit traurigem Text und wunderlich heiterer Melodie – da konnten wir sozusagen nicht dran vorbeigehen. Die Originalversion von Hank Williams ist allerdings deutlich schwungvoller als unsere. 

Wie geht es euch mit dem Text? Fühlt ihr manchmal diese verzweifelte Einsamkeit? 

BS: Ich glaube, die hat jeder Mensch an irgendeinem Punkt in seinem Leben schon einmal empfunden – und wenn es vielleicht nur ein kurzer Moment war. 

MB: Dachte ich bis vor kurzem auch, aber das scheint tatsächlich vorwiegend Neurodivergente zu betreffen. Wir fühlen uns dauernd „anders“, und oft sind wird nur in der Goth-Familie ohne große Erklärungen normal und es fühlt sich angenehm an. Das Gefühl kennen alle von ihrem ersten Festival-Tag auf ihrem ersten Gothic- Festival. Speaking of, ich habe gerade meine Fotos des ersten Amphi-Festivals gefunden und online gestellt. Da bot ein Sarg-Bauer Partner-Särge zum Schlafen für daheim an. 

Ich finde Mark hat sich gesangstechnisch auch wieder übertroffen. Wie ging es dir dabei? 

BS: Ja! Ich finde auch! Ich lobe ihn ständig, aber er zeigt sich dem Lob gegenüber eher unempfindlich. Die aktuellen Aufnahmen sind aber wirklich die besten bisher! 

MB: Die angebliche Verbesserung (ich höre sie fast nicht) hat vermutlich zwei Gründe. Bianca hat mir mal erklärt, dass ich beim Singen den Mund weit aufmachen muss. Das hat offenbar Wirkungen gezeitigt. Und dann haben wir mal auf dem Amphi ohne Monitor-Box gesungen, ich habe wirklich nichts gehört, auch nicht die Mischung. Das war der blanke Horror, weil ich meine Tonlage schon immer (ich war früher Sänger bei den „Blonden Burschen“) an den oder die andere singende Person anpasse: Schwierig in einer Halle voller Fans, die ich ja glücklich machen möchte, aber ohne Monitor. Jedenfalls zeigte die Live-Aufnahme hinterher, dass es gut geklappt hatte. Seitdem hab ich weniger Angst, glaube ich. Ich bin ja nur ein Fan, der manchmal mit auf die Bühne darf. 

BS: Beim Amphi hat Mark sich übrigens während des Auftritts laut mit dem Techniker über das technische Problem unterhalten, was ich komplizierterweise über meinen Monitor (der offenbar funktionierte) hören konnte. Und ich habe NICHT den Text verwirrt!! Ich möchte mich heute noch ganz herzlich dafür beglückwünschen, das war echt schwierig! (lacht) 

MB: Ich frage mich eh, wie Bianca ihre eine Million Texte auswendig kann. Selbst Chris Pohl (mein neues Video vom Blutengel-Konzert ist soeben online gegangen) kann das nicht. 

BS: Ich frage mich das auch! (grinst) Aber es geht nicht anders, ablesen ist keine Option, dafür reicht meine Fernsicht nicht aus. 

Foto: Chelsea B

MB: Dafür hast du Weitsicht. Wir planen ja alles Jahre im Voraus. 

Gab es besondere Herausforderungen während den Aufnahmen? 

MB: Wie immer Biancas verfluchte Sittiche! Sie finden uns lustig und singen und tirilieren daher mit, was tontechnisch, ähm, herausfordernd ist. Vermute ich mal! 

BS: Da ich an die Sittiche gewöhnt bin, finde ich sie nicht sonderlich herausfordernd. Sie verrichten ihr Tagewerk und unterhalten sich dabei fortwährend, landen aber nur selten auf den Aufnahmen – und wenn, dann bleiben sie drin, es gibt tatsächlich ein paar vereinzelten Stücke von mir, auf denen sie absichtlich zu hören sind. (lacht) 

Wird es auch wieder die Möglichkeit geben, euch gemeinsam live zu erleben? 

MB: Wie beim WGT, wo wir einfach vor meinen jährlichen, täglichen Auftritten mal einige Ständchen mit unseren Liedern gesungen haben? Das sollte gehen, kann mir ja eh keiner verbieten, harrharrharr. Vielleicht kochen wir auch mal andere Festivals weich. Bianca hat auch alle möglichen Höhlen, wo sie mangels Schlüssel nachts eingeschlossen ist, und ihren Rollschuh-Proben-Keller (kein Witz, da sind wir auch schon aufgetreten) zur Verfügung, da ist also viel möglich. Sehr cool wäre natürlich auch der Bowery Ballroom in meiner alten Nachbarschaft. (seufzt) 

BS: Möglichkeiten über Möglichkeiten! Mit den Bruxas Solis spielen wir tatsächlich sehr gern in Höhlen, das sind einfach wunderschöne Orte mit einer ganz besonderen Atmosphäre – immerhin sind sie Millionen von Jahren alt. Bei unserem jüngsten Konzert in der Dechenhöhle, einer Tropfsteinhöhle, im vergangenen Oktober haben wir diesmal für den Auf- und Abbau sogar einen Schlüssel bekommen – die Gefahr des versehentlichen Einschlusses wurde also drastisch verringert. 

MB: Millionen von Jahre: Das heißt älter als Bianca und ich zusammen. Das will schon was heißen. Ich staune. 

BS: Und zu Recht! Höhlen sind die Methusaleme unter den Naturmonumenten. 

Wie sehen eure vor allem musikalischen Pläne sonst noch aus für das nächste Jahr? 

MB: Erstmal Videos, Videos, Videos. Ich habe in Berlin schon abgefahrenstes Material – unter anderem tauchten auf einmal die Heroin Kids auf und wurden gleich mit eingebaut – für ein neues Lied (noch geheim) mit unseren swaggen Video- Leuten aus Hamm in Westfalen, allerdings wie gesagt zum Dreh in Berlin, erschaffen. 

BS: Und unsere supertollen Filmer dürfen hier gern namentlich bekannt werden: Das ist die Biermann & Wegner Medienproduktion, bestehend aus Robert und Tim, die wirklich allen Unsinn mitmachen und in Filmkunst verwandeln. 

MB: Beachte beispielsweise unsere One Shots, also ohne Tricks in einem durch gedrehte Musik-Videos oder deren lange Teile. Hatte ich mir auch gewünscht et voilà. Danke, dass ihr uns alle, auch beim Orkus!, immer so ergeben treu seid. 

Stücker & Benecke: Absymal Affairs

Meldung aus dem ORKUS-Newsletter (November 2025):

BIANCA STÜCKER & MARK BENECKE reinterpret classics

Photo: Chelsea B.

Multi-instrumentalist and singer Bianca Stücker and forensic biologist Mark Benecke worked together for the first time in 2018 for the single “A Velvet Morning”. 

Henry Lee” is the first single from their fourth EP “Abysmal Affairs”, which will be released on January 9, 2026. 

In our winter edition, we talk to the dream team about the new EP, fatalities that lead to legendary memories including a female musicologists trapped in stalactite caves as well as glittering hearts as an expression of emotion and … oh! It’s just going to be wonderfully crazy, colorful, entertaining and interesting again.