In den vergangenen Jahren haben sich mit der DNA-Typisierung und der Forensischen Entomologie zwei vergleichsweise neue Ermittlungszweige fest in Kriminalistik und Rechtsmedizin verankert. Beide werden im vorliegenden Buch gut verständlich und ohne Umschweife abgehandelt. Der Begriff Kriminalbiologie wird zudem erstmals in den Sprachgebrauch eingeführt.
Read MoreWarum ich immer zum Leichenfundort gehe
Das aus dem angloamerikanischen System bekannte Fachgebiet der „Forensik" als direkte und enge Verknüpfung von naturwissenschaftlicher Spurenkunde, Kriminaltechnik und Rechtsmedizin ist im deutschsprachigen (vor allem in deutschen) Raum noch ausbaufähig. Besonders bei der Fall-Gesamtschau, etwa bei Tatort-Rekonstruktionen von Handlungs-Abläufen, erbringt die Verknüpfung der verschiedenen Denk- und Arbeits-Methoden aber oft erheblichen Zusatz-Nutzen. Drei Fall-Beispiele aus den Jahren 2001 und 2002 sollen das belegen.
Read More"Schlachtungs"-Handlungen im sadomasochistischen Umfeld
Eine Lebens-Gewohnheit, die in ihren tatsächlich extremen Ausprägungen ebenfalls als grundsätzlich falsch verstanden wird, ist die des Sadomasochismus (S/M).
Read MoreEntomology and the Law: Flies as Forensic Indicators
Der Entomologe Bernard Greenberg hat zum Abschluss seines Berufs-Lebens zusammen mit Rechtskundler Kunich eine ungewöhnliche -- allerdings ungewöhnlich gute -- Mischung aus wissenschaftlicher Zoologie und damit zusammenhängenden juristischen Betrachtungen erstellt. Das ist sehr nützlich, weil so der moderne Weg der Forensischen Entomologie aufgezeigt wird: angewandt, überprüfbar, gerichtlich verwertbar.
Read MoreBlutspuren-Konferenz
Weil die EngländerInnen erstens den Tod von Lady Diana innerlich nicht verarbeitet haben, zweitens Schönheits-Chirurgie nun auch diesem homozygoten Land modisch wird und drittens George Bush - und damit auch Tony Blair - derzeit von Gott persönlich angeleitet werden (siehe Abbildungen), verzogen wir uns in ein kleines ländliches Hotel und ließen den Rest der Welt einen guten Mann sein. In großer Ruhe konnten so zwei Tagte lang in jeweils dreiviertelstündigen Vorträgen Blutspuren-Fälle vorgetragen werden, die schwer zu denken gaben.
Read MoreStern: C.S.I. Wer's glaubt, ist seelig
Ich habe für den STERN mit langen Zähnen zwei aktuelle C.S.I.-Folgen angeschaut und musste staunen: Die Tatort-Beamten, im echten Leben nur für die Spurensuche zuständig, sind dort gleichzeitig Ermittler. Das verträgt sich aber nicht. Denn wenn wir wie in der Fernsehserie verwaisten Kindern Schwüre schwörten, Tätern hämisch die Todesstrafe unter die Nase rieben oder mit schief liegendem Köpfchen und stechendem Blick "Den Mund aufmachen, na los!" und !Das muss sofort untersucht werden!" bellen würden, könnten wir uns nicht mehr auf das konzentrieren, was ein Kriminaltechniker objektiv auswertet: Blut, Fasern, Haare, Sperma, Kot, Urin und Insekten. Doch niemals Täter -- das machen Kollegen aus der anderen Abteilung...
Read MoreSeronews: Grabrede für die Seronews
Das Fach Rechtsmedizin als für sich stehende Disziplin spielt in den USA besonders auf Kongressen kaum eine Rolle, sondern ist Teil des Ganzen - eben der Forensik.
Read MoreWirkung des Spülmittels "Fit" auf die Luminol-Fluoreszenz
The forensic luminol test is used to screen large areas for the presence of blood. The here-induced reduction of hydrogen peroxide is coupled to the oxidation of luminol resulting in lumineseence.
Read MoreKehlenschnitt - Was passiert, wenn einem Menschen der Hals durchgeschnitten wird
Menschen schneiden sich zwar nicht oft „die Kehle durch“, tiefe Halsschnitte gibt es aber dennoch oft. Der weltweit bekannteste Fall der jüngeren forensischen Praxis war der von Nick Berg, dem 2004 vor laufender Kamera mit einem offenbar nicht ganz neuen Messer erst in den Hals hinein („Verletzung mit scharfkantigem Werkzeug“) und dann der Kopf ganz abgeschnitten wurde. Ein weiterer Fall trug sich um dieselbe Zeit in der Nähe von Aachen zu, als ein Täter vermutete, dass eine Verwandte fremd gehe und ihr daher gleichsam im Auftrag des gehörten Gatten den Kopf abschnitt. Der reagierte allerdings verblüfft, weil er der auch inhaltlich richtigen Überzeugung war, dass seine Gattin treu gewesen sei.
Read MoreSnuff. Filmhistorische Anmerkungen zu einem aktuellen Thema
Filme, in denen die angeblich reale Tötung von Menschen im Rahmen und zum Zwecke der Produktion eines Filmes gezeigt wird, bilden seit den späten 1970er Jahren ein eigenes Genre, das mit dem Begriff "Snuff" charakterisiert wird.
Read MoreJahrestagung der American Academy of Forensic Sciences (AAFS)
Angesichts des weltweit wohl umfangreichsten, über neun Tage gestreckten Programms folgt hier nur eine schlaglichtartige Darstellung des Kongresses.
Read MoreJahrestagung der American Academy of Forensic Sciences
Die Tagung im reichen Seattle im Nordwesten der USA bot wie von AAFS-Tagungen gewohnt einen sehr stark gefächerten Themenstrauß mit jeweils sechs gleichzeitig stattfinden Sessions. Der Berichterstatter beleuchtet daher im folgenden nur schlaglichtartig, was geboten wurde.
Die in den USA unbeliebten Fallberichte, die von den Redner-Innen mehr oder weniger in die Vorträge eingeschmuggelt wurden, lieferten durch die kulturell erzwungene Kopplung an statistische Daten verblüffende Einsichten, beispielsweise zur Art der Verbrechen, die von Frauen begangen werden. Entgegen der Vermutung (oder europäischen, alten Beobachtung), dass Frauen in der Regel eher durch Gift oder „Tratsch“ töten, erbrachte eine Auswertung von 1976 bis 1997, dass erstens fast sechzigtausend Tötungen in den gesamten Vereinigten Staaten durch Frauen begangen wurden, und dies zweitens in 53 % der Fälle mit Schusswaffen und 31 % der Fälle mit Messern – keine Spur von „milden“ Tötungsmitteln und sanften Täterinnen also. Auch waren die Opfer der Frauen nicht vorwiegend die Lebenspartner (28 %), sondern in einem Drittel der Fälle soeben geknüpfte Bekanntschaften oder Fremde. Tötungen dieser Art werden in den USA daher von der Polizei öfters falsch ermittelt, weil die Waffengewalt den durchaus erkennbaren, aber eben weiblichen Verdächtigen schlichtweg nicht zugetraut wird.
Read MoreInterdisziplinäres Fachforum Rechtsmedizin
Das Symposium "Todesermittlungen VIII" des Interdisziplinären Fachforums Rechtsmedizin beschäftigte sich diesmal mit dem Mordfall an der 8-jährigen Michelle aus Leipzig im Jahr 2008. Am 18. August 2008 verschwand das Mädchen auf dem Heimweg, ihre Leiche wurde zwei Tage später in einem Ententeich gefunden. Der 19-jährige Täter Daniel V. stellte sich unter erheblichem Ermittlungsdruck nach acht Monaten der Polizei.
Read MoreH2O Criminalistics & Pathology Symposium, Magna Graecia Universität
Vom 18. - 21. November 2010 fand in der kleinen kalabrischen Stadt Catanzaro an der dortigen Universität das ‚“H2O Criminalistics & Pathology Symposium“ statt. Eine facettenreiche und interessante Mischung diverser Redner aus den verschiedensten Fachbereichen, die sich rund mit dem Thema „Unterwasser-Tatort“ beschäftigen, traf aufeinander. Die Tage waren derart mit Beiträgen gefüllt, dass die Kongressbesucher im Schnitt zehn bis elf Stunden an der Universität verbrachten, ohne dass dieser Zeitraum Leerlauf beinhaltete.
Read MoreSilikon als Abformmittel in Extremsituationen
Eine viel zu selten in der Kriminaltechnik, Kriminalbiologie und Rechtsmedizin eingesetzte Methode der Spurenabformung ist die anhand von Poly(organo/vinyl)siloxanen (Silikon). Dabei kann buchstäblich jede Art von Oberfläche bis hin zu Hautleistenabdrücken und sogar gedruckte Schrift abgeformt werden.
Read MoreDer Detektiv Accutrans
Eine viel zu selten in der Kriminaltechnik, Kriminalbiologie und Rechtsmedizin eingesetzte Methode der Spurenabformung ist die anhand von Poly(organo/vinyl)siloxanen (Silikon). Dabei kann buchstäblich jede Art von Oberfläche bis hin zu Hautleistenabdrücken und sogar gedruckte Schrift abgeformt werden. Die Zweikomponentenanwendung des Silikons (bspw. mit Mikrosil) erfordert normalweise etwas Übung, da das Silikon sehr schnell abbindet und daher aus zwei Tuben stets neu angemischt werden muss. Wir testeten ein neues Produkt (vermarktet bspw. als Reprocast und Accutrans), bei dem das Mischen entfällt, da die Komponenten automatisch, im richtigen Verhältnis und zielgerichtet anhand von Einweg-Spitzen auf die Spur gelangen. Zudem ist das Produkt in mehreren Farben erhältlich, so dass beispielsweise verschiedene Farben von Latentspurenpulver (weiss, silber, gelb usw.) kontraststark abgebildet werden können.
Read MoreMorphologie von Blutauftropfspuren
Blutauftropfspuren werden seit weit über hundert Jahren zur Rekonstruktion von Tathergängen eingesetzt. Die Form der einzelnen Tropfen ist - anders als die Betrachtung des Blutspurenmusters als Gesamtbild - jedoch sehr variabel und wird in der Gutachtenpraxis mitunter vernachlässigt. Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist dieses Spezialfachgebiet noch nicht ausreichend beforscht, da einige grundlegende Fragen nach wie vor der Klärung bedürfen.
Read MoreEntomologie heute: What is the Edge of a Forest
Aufgrund des Fundes einer erwachsenen, toten Pilzmücke mit dunklen Flügeln (Bradysia sp., Sciaridae), die normalerweise an Waldrändern vorkommt, auf einer Leiche am Rand eines Waldes im Westen Deutschlands wurden wir während der Gerichtsverhandlung von der Verteidigung und von der Staatsanwaltschaft gefragt, was als „Waldrand“ angesehen wird. Über zwei Ferkelleichen haben wir versucht, Parameter für eine solche Definition zu erarbeiten. Der offensichtlichste Unterschied zwischen dem Inneren des Waldes und dem Waldrand lag in der Außentemperatur sowie in der Innentemperatur der verwesenden Ferkel, die im Schwein an der Waldgrenze höher war. Insgesamt wurden 957 Fliegen aus 56 verschiedenen Arten und zwölf Familien (Anthomyiidae, Calliphoridae, Drosophilidae, Dryomyzidae, Fanniidae, Heleomyzidae, Lauxaniidae, Muscidae, Piophilidae, Phoridae, Sepsidae, Sphaeroceridae) nachgewiesen.
Read MoreArchiv für Kriminologie:Asservierung von Insekten-, Spinnen- und Krebsmaterial für die forensisch-kriminalistische Untersuchung
Die auf Leichen lebenden Gliederfüßer (Arthropoden) können Todesermittlungen durch verschiedene aus jenen ableitbare Schlüsse unterstützen. Neben der Bestimmung der Leichenliegezeit sogar skelettierter Körper (z.B. Lord et al. 1994) ist ein Strauß weiterer Untersuchungen möglich, beispielweise zur postmortalen Verlagerung einer Leiche und zur Intoxikation eines Körpers (Goff & Lord 1994), ggf. auch hier noch nach bereits erfolgter Skelettierung. Auch in in Arbeitsprozessen (Nuorteva 1977), Fällen von Kindesvernachlässigung (Lord 1990), hygienisch-rechtsmedizinischen Fragen (Benecke, eingereicht) und bei der Ermittlung weit von Tatort entfernt lebender Täter (Webb et al. 1983, Prichard et al. 1996) wurden arthropodenkundliche Untersuchungen erfolgreich angewendet. Mittlerweile sind neben den notwendigen Wachstumskurven der Tiere (Reiter 1984, Nishida 1984, Smith 1986) auch viele der möglichen Abweichungen statistisch erfaßt (Schoenly 1992, Schoenly et al. 1996, Introna et al. 1989).
Read MoreForensic Entomology Benecke The Next Step
Since the Second World War only a handful of scientists and crime scene experts have pioneered a way forward for forensic entomology. All of them had the tough job of convincing local authorities, and other scientists, of the benefits of using arthropods in criminal investigations. Judges, in numerous countries, finally decided that forensic entomology was suitable for use in cases ranging from tricky high profile murders to wildlife violations [1-10].
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