Gunther von Hagens (1945—2026)

Gunther war der interessanteste Menschen, den ich je kennen lernen durfte. Er sprühte vor Ideen, liebte Pflanzen (!), hatte eine der größten Bibliotheken, die ich je gesehen habe und hat so viele tolle Dinge gegen jede Wahrscheinlichkeit mit Freude durchgezogen, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann.

Mal abgesehen von seinen Abenteuern in China, seiner atemberaubenden Riesen-Ausstellung in einer kleinen Stadt in Freistaat Thüringen, in der er in jungen Jahren lebte und natürlich der Erfindung der heute weltweit verbreiteten Darstellung und Haltbar-Machung von Gewebe, hat er auch sein großartiges Team immer wieder mit Ideen versorgt und wohl auch den ein oder anderen Seufzer erzeugt. 

Ich möchte jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern, aber Gunther war der Mensch, der für mich am nächsten an ein Vorbild heran reicht. Ich habe schon bei der riesengroßen KÖRPERWELTEN-Ausstellung in Köln – unsere Stadt vor fünfundzwanzig Jahren sehr gerne dort gearbeitet und live erlebt, dass angeblich "normale Menschen" sehr neugierig sind und alles problemlos verstehen, wenn es nur anschaulich erklärt ist. 

Das letzte, was Gunther und ich gemeinsam unternommen haben, war die Wiederherstellung eines uralten Anatomie-Buches in der Marien-Bibliothek in Halle.

Gunther wollte immer plastiniert in den Körperwelten erscheinen. Ich bin gespannt, ob es dazu kommt. 

Jetzt bin ich aber wirklich erst mal traurig und in Gedanken bei Angelina, Rurik und Gunthers Teams in Heidelberg und im PLASTINARIUM in Guben, wo ich schon in diesem Jahr wieder anzutreffen sein werde. 

Geknickt der euer: Marky Mark 

Gemeinsame Fotos