Gegen Gewalt an Frauen & Mädchen (Rathenow 2026)

One Billion Rising — Women on Fire — Ni una menos

14. Februar 2026 — 15:00 Uhr

Tanzdemo  (Mit Gast: Dr. Mark Benecke)
Märkischer Platz, 14712 Rathenow

Gemeinsam mit allen Frauen dieser Welt Feuer und Flamme zu sein für unser gemeinsames Ziel — die Beendigung patriarchaler Gewalt

Rathenow is Rising! – Auch wir in Rathenow sind 2026 wieder dabei.


Vielfach erst Stalking, dann Femizid

One Billion Rising Bei der Tanzaktion in Rathenow trat ein bekannter Kriminalbiologe ans Mikrophon.

In Rathenow wurde am Valentinstag unter freiem Himmel getanzt. Die Laune der Teilnehmer war gut, der Anlass traurig. Der Name der weltweiten Protestaktion „One Billion Rising“ geht auf die Schätzung zurück, dass etwa eine Milliarde Frauen im Laufe ihres Lebens Opfer von Gewalt werden.

Wie in den Vorjahren versammelte man sich auf dem Märkischen Platz. Etwa 40 Leute – vorrangig weibliche – waren der Einladung des Unabhängigen Frauenvereins gefolgt. Am prominentesten war ein Mann, der auf den Stufen des Kulturzentrums ans Mikrophon trat.

Ehe Dr. Mark Benecke am Abend des 14. Februar einen Vortrag zum Thema „Serienmord“ hielt, widmete er „One Billion Rising“ einige Worte. Der bekannte Kriminalbiologe meinte, dass das Problem der Gewalt gegen Frauen schwer anzugehen sei. „Am besten ist es wohl: nicht wegsehen, wie bei häuslicher Gewalt in der Nachbarschaft!“. Benecke macht auch auf ein Alarmzeichen aufmerksam: In mehr als 90 Prozent aller Femizide kam es im Vorfeld zu Stalking. Zirka 86 Prozent von Stalking Betroffene sind Frauen. „Für Frauen, die Gewalt erleben, ist finanzielle Unterstützung nötig. Männer können durch Abhängigkeit häufig noch finanzielle Gewalt auf ihre Ex-Partnerinnen ausüben“, so Benecke weiter, der kürzlich einen Film über Sexarbeiterinnen drehte.

Als Femizide werden Tötungen von Frauen und Mädchen bezeichnet, weil etwa ihr Handeln einem Mann nicht passt. Das kann auch in bestehenden Beziehungen oder nach Trennungen der Fall sein. Man erinnere sich an die 41-jährige Frau und Mutter zweier Kinder, die am 25. Juni 2025 auf offener Straße in Rathenow einem Femizid zum Opfer fiel.

In Rathenow wurde im Dezember das neue Frauenhaus, das einzige im Landkreis Havelland, eröffnet. Aus dem Anlass sagte Bürgermeister Jörg Zietemann: „Jede Frau und jedes Kind, die hier Schutz finden, sind en Zeichen dafür, dass Gewalt keinen Platz in der Gesellschaft hat und Betroffene nicht allein gelassen werden“. Die Einrichtung stehe für Mut zum Handeln und für ein starkes Netzwekk zum Schutz von Frauen und Kindern in der Region. Die Kontaktnummer zum Frauenhaus steht wöchentlich im „Notfallkasten“ auf BRAWO-Seite 2. Mehr Infos zu Standorten im Land Brandenburg auf Brandenburger Frauenhäuser: nbfev.de