Ausstellung 'Sex Work' / Bundeskunsthalle (2026)

Kommt mit in die Ausstellung 'Sex Work' in der Bundeskunsthalle 🎭 Sex-Arbeitetin Nicole Schulze aus dem Vorstand des BesD — Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. sowie ihre Ă€ußerst korrekte Schwiegertochter nebst einem freundlichen Vertreter des Kund:innen-Verbandes staunen ĂŒber die enorme Breite des Dargebotenen đŸ€©

Nicole & ich sind sogar als Ausstellungs-StĂŒcke vertreten â˜ș Hut ab an die Ausstellungs-Macher:innen đŸŽ©  

Herzlich eure: Gang

→ Vom Kölner Straßenstrich ins Museum. Sexarbeiterin Nicole: „Das erste Mal war Französisch fĂŒr 30 Euro“

→ Das 'Nordische Modell' (Sex-Kauf-Verbot)

→ Mark Benecke – meine liebsten Sexcomics: Von Sweet Gwendoline bis Sonnenstein


Marks Vorwort zu Nicoles Buch “Sex-Arbeit”

ISBN ‎ 979-8171544546 (Okt. 2026)

Alle Sex-Arbeiter:innen, die ich kenne, verdienen mit ihrer Arbeit selbst gewĂ€hlt ihren Lebens-Unterhalt. FĂŒr viele war und ist es ein zeitweiser Nebenjob, um die EinkĂŒnfte fĂŒr die Familie oder sich selbst aufzustocken.

Ich schreibe im Folgenden nur von ihnen.

Menschenhandel, Trickser:innen und Sklaverei lehne ich ab.

Alright — fragen wir zunĂ€chst einmal Dominas und angeblich "unterwĂŒrfige Damen" (Eigen-Bezeichnung — in Wahrheit bestimmen natĂŒrlich diese, was geht und was nicht) mit hohen Stundenlöhnen nach ihrer Berufs-Wahl. Eine der in Deutschland bis vor wenigen Jahren bekanntesten, vollberuflichen Dominas meldet: “Sex-Arbeit haben wir im Studio nicht durchgefĂŒhrt: Wir hatten keinen Sex mit den GĂ€sten. Den Job haben wir gemacht, weil wir eh gerne in der Fetisch-Szene unterwegs waren und es meist auch privat ausgelebt haben. NatĂŒrlich hat auch Geld eine Rolle gespielt. Aber wir haben es vor allem gemocht, von MĂ€nnern vergöttert und beschenkt zu werden.”

Dass die (in diesem Fall heterosexuellen) GĂ€ste natĂŒrlich sehr wohl sexuelle Handlungen insofern durchgefĂŒhrt haben, als dass ihre Fantasien sich auch körperlich ergossen, ist klar. Zu dieser Einzelheit kommen wir gleich noch.

Eine weitere Freundin, die als “Escort” also im Begleit- GeschĂ€ft in der Regel fĂŒr GeschĂ€fts-Reisende, aber auch reiche Rentner unterwegs ist, und die ebenfalls ordentliche, aber schon nicht mehr ganz so hohe Summen aufruft, hat Sex mit den GĂ€sten: “Das ist doch der Sinn der Sache”, findet sie. Bei ihrer folgenden Schilderung schimmert schon deutlich durch, was auch Nicole Schulze als ihre AnfĂ€nge beschreibt: Sexuelle Offenheit plus gutem Verdienst.

“Ich wohne in einer Stadt mit mehreren Millionen Einwohnern. Viele hier haben Nebenjobs; anders können wir in unserer Welt aus niedrigen Löhnen und hohen Mieten nicht durchkommen. Ich habe mir als Nebenberuf die Sex-Arbeit ausgesucht, und ich liebe den Job. Das liegt vor allem an meinem Haupt-Beruf. Der lĂ€uft wochentags von neun Uhr vormittags bis fĂŒnf oder sechs Uhr abends. Meinen Neben-Beruf kann ich völlig frei darum herum gestalten und planen. FrĂŒher habe ich freiberuflich kreativ gearbeitet.

WĂ€hrend der Pandemie brachen die AuftrĂ€ge weg. So begann ich die Sex-Arbeit. Sie sicherte mir ein Dach ĂŒber dem Kopf — mittlerweile habe ich mir sogar eine Eigentumswohnung gekauft —, sie hat mein Master- Studium bezahlt, und sie ermöglicht mir vielleicht den Wiedereinstieg in den Kreativ-Bereich. Jetzt, als tagsĂŒber fest Angestellte, genieße ich es zusĂ€tzlich, in meinem Neben-Job dem ziemlich langweiligen Alltag zu entfliehen. Manchmal sitze ich schon morgens um acht Uhr an meinen Schreibtisch, mache mir in der Mittagspause die Haare und schminke mich fĂŒr abends, klappe um halb sechs meinen Laptop zu und gehe um sechs aus dem BĂŒro.

Vielleicht gehe ich dann mit einem Sex-Klienten Abendessen oder flitze zum Zug oder Flughafen zu einem bezahlten Sexdate, und schon sind mein Schreibtisch und mein Arbeitstag vergessen.

Ich mag es, jederzeit mit jedem GesprĂ€chs-Inhalt der Kunden umgehen können zu mĂŒssen: Meinungen, denen ich zustimme, und viele, denen ich nicht zustimme. Privat esse ich schon mal Tofu, gehe zur Psycho-Therapie und lebe ein großstĂ€dtisches Mittelklasse-Leben. Aber bei der Sex-Arbeit kann ich ganz anderen Menschen begegnen.

Wichtig ist, dass sich meine Begleiter wohlfĂŒhlen und die GesprĂ€che diplomatisch ablaufen. Das finde ich herausfordernd und anregend- Jeder Klient ist anders, mit anderen BedĂŒrfnissen, WĂŒnschen, Interessen und Problemen. Sie kommen aus unterschiedlichen VerhĂ€ltnissen und Kulturen, und ihre Stimmung wird von ihrem Arbeits-Tag, ihrem Leben und ihrer Einstellung bestimmt. Viele Kunden wĂŒnschen sich von mir bestimmte AblĂ€ufe im Voraus. Dann muss ich entsprechend gekleidet und ausgerĂŒstet erscheinen. Aber es lĂ€uft selten wie erwartet. Ein Bondage-Kunde, der bereits wie ein Rollbraten gefesselt ist, entscheidet sich vielleicht mittendrin, dass er doch keine Lust mehr auf Seile hat. Andere möchten etwas zum allerersten Mal ausprobieren. Manche schicken mir vorab eine Liste mit extrem erscheinenden Handlungen, aber dann wollen sie doch nur kuscheln und festgehalten werden.

Was auch immer nachts passiert: Am nĂ€chsten Tag (oder Montag) sitze ich wieder an meinem Schreibtisch, wahrscheinlich mĂŒde, öfters auch verkatert, aber ich fĂŒhle mich verdammt viel freier, als wenn ich zu Hause geblieben wĂ€re.”

Ähnliche BeweggrĂŒnde zur Sex-Arbeit habe ich in GesprĂ€chen schon oft gehört. Der Unterschied zur von uns allen zurecht und grundsĂ€tzlich geschmĂ€hten Sex-Sklaverei ist ĂŒberdeutlich. Es lohnt sich, mit den Sex-Arbeiter:innen zu reden anstatt ĂŒber sie.

Nicole Schulze beschreibt einen weniger glitzrigen Bereich des Berufes. Da ich hier nichts aus ihrem Text verraten möchte, schildere ich hier nur einen kurzen Eindruck von und mit ihr, den ich nie vergessen werde: Den Ernst und die Klarheit, mit denen Nicole auf den Demonstrationen gegen die Pandemie-bedingten EinschrĂ€nkungen der Sex-Arbeiter:innen gesprochen hat. Kein Mensch wusste damals, wie es weitergeht. Sex mit FFP2-Maske war auch schwierig vorstellbar. Und da stand Nicole als eine der wenigen mit klarem Blick, unversteckt und mit echtem Namen — die meisten andere trauten sich das nicht — im Schatten des Kölner Domes und schilderte, dass sie gerne ihre Freiheit, bei ihr im Sex-Wohnmobil, genieße und sie sich diese nicht wegnehmen lassen möchte.

WÀhrend andere Sexarbeiter:innen, beispielsweise aus einem bekannten Kölner Bordell, als Gruppe auftreten konnten, und weitere (das haben sie oben schon gelesen) der Auffassung waren, dass sie nichts Sexuelles mit den GÀsten anstellten und wieder andere aus dem reinen Fetisch- und weiteren Spezial-Bereichen kamen, stand Nicole da mit ihrem Reisewagen, den sie zur Domplatte gebracht hatte, felsenfest und erkennbar voller Energie am Mikrofon. So sieht Ehrlichkeit, frei von Trotz und Wortgeklingel aus.

Könnten Sex-Arbeiter:innen eigentlich beruflich nicht etwas anderes machen? Könnten sie. Doch warum? Machen sie doch selbst beruflich etwas anderes. Jeder, nochmal, ja, oft aus Geld-GrĂŒnden gewĂ€hlte Beruf ist eine private Entscheidung. Oder wĂŒrden sie, liebe Leser:innen, ihren Beruf auch ohne Bezahlung durchfĂŒhren? WĂŒrden sie ihn aufgeben, weil er ihren Nachbarn nicht gefĂ€llt? Wohl kaum beziehungsweise hoffentlich nicht.

Lassen wir also diejenigen, die wie Nicole Schulze freiwillig Sex-Arbeit anbieten, in Ruhe ihr Ding machen. Egal, ob sie körperliche Hilfereichungen fĂŒr Menschen mit Behinderungen anbietet, Kuschel- und Plauderstunden fĂŒr einsame Herzen, ein bisschen Fantasie oder sexuelles Blitzableiten.

Sex-Arbeiter:innen mĂŒssen zwangslĂ€ufig mit Menschen umgehen können. Wie oft ich schon den nur halb als Scherz gemeinten Zuruf gemacht habe, dass es sich bei Sex-Arbeit im Kern um soziale Arbeit handelt, kann ich gar nicht mehr zĂ€hlen.

Damit kommen wir zum letzten Dreh in dieser Einleitung.

Wer Sexarbeiter:innen aufsucht, der sucht neben Abenteuer, Geschlechtsverkehr, Entspannung und allem, was man sich sonst so denken kann, vor allem einen Moment der Bindung. Das kann wortwörtlich durch die schon erwĂ€hnten EinschnĂŒrungen geschehen, aber auch durch Reden ĂŒber die verstorbene Ehefrau oder eben offene GesprĂ€che ĂŒber sexuelle WĂŒnsche. Es ist erleichternd, wenn ein Mensch nicht alleine ist mit seinen oder ihren Gedanken. Viele, auch verpartnerte Menschen trauen sich nicht, die gesicherte WohlfĂŒhl-Ebene ihrer Alltags-Beziehung zu verlassen oder ĂŒberhaupt erst eine solche einzugehen. Sex-Arbeit dreht sich also immer erstmal um Bindung, Vertrauen, NĂ€he, Fantasie und alles, was Lebewesen sonst so gerne haben. Als Kinder, wenn sie eine Wahl haben, fordern wir das alles von unseren Eltern ein. Ganz ohne Sex.

Viel mehr ist es nicht. In der Sex-Arbeit treffen sich dann die Enden der menschlichen BedĂŒrfnisse: Geborgenheit und Bindung auf der einen und Sex auf der anderen Seite. Dazwischen liegt der Rest des Lebens. Niemand behauptet, dass Sex-Arbeit ein Zuckerschlecken ist. Weder Nicole Schulze noch ich streiten außerdem ab, dass Drogen einschließlich Alkohol im Milieu öfters unterwegs sind. Doch es stimmt auch: Erst kommt eine unangenehme Kindheit und dann die Drogen und der Alkohol. Nicht umgekehrt. Niemand glaubt daher, dass es unter Sexarbeitenden nicht auch zu Trickserei und Blendung kommen kann. Doch ZuhĂ€lterei, Dreiecks-Beziehungen, aber auch das Auftreten der Polizei und von SozialverbĂ€nden kann viele, oft ĂŒberraschende Gesichter haben. Sie werden hier im Buch einiges dazu lesen. Eines scheint mir vielen Menschen zu fehlen, die ĂŒber Sex-Arbeiter:innen sprechen: Persönlicher, alltĂ€glicher und nachbarschaftlicher Kontakt. Wenn sie bloß wĂŒssten, wie viele Studierende eine Zeitlang nebenher — ja, nur zum Geld verdienen — der Sex-Arbeit nachgehen, wĂŒrde manche und mancher vielleicht sehr nachdenklich werden. Wetten, dass sie persönlich, vielleicht auch ehemalige, Sexarbeitende kennen, auch wenn sie selbst noch nie Kunde, Gast, Kundin oder Dienstleistende waren?

Zuletzt noch eine Rand-Bemerkung. In meinem Leben waren Sex-Arbeitende oft diejenigen, die mir, beispielsweise, wenn es bei einem Konzert glĂŒhend heiß war, ungefragt ein Sprudelwasser ausgegeben haben. Sie haben mir immer ehrlich gesagt, was sie — beispielsweise in meinen Video-Interviews — besprechen wollten und was nicht. Sie sind viel klarer und ehrlicher als es in abgenudelten und oberflĂ€chlichen Vorstellungen wirkt.

SelbstverstĂ€ndlich wissen Sexarbeitende auch, dass sie nicht im Zwanzigminuten- oder Einstunden-Takt oder frĂŒh morgens mit Mundgeruch nach einer harten Nacht einen Orgasmus nach dem anderen erleben. Das ist ein Schauspiel. Und das gehört in die bezahlte Zeit und die Fantasie der GĂ€ste.

Mark Benecke

London, Juni 2026


Offizieller Text des Museums:

»Diese Ausstellung enthÀlt explizite Darstellungen von SexualitÀt und Körperlichkeit. Bitte entscheiden Sie selbst, ob Sie diese Ausstellung besuchen möchten. Wir empfehlen einen Besuch ab 16 Jahren.

Die Geschichte der Sexarbeit lĂ€sst sich von weit vor der Antike bis in die Gegenwart verfolgen. Welches Menschenbild die Zeit prĂ€gte, welche Werte galten und wer Macht ausĂŒbte, lĂ€sst sich auch daran ablesen, wie gesellschaftlich mit Sexarbeit umgegangen wurde. Sie bedeutete in manchen Zeiten fĂŒr Frauen eine von wenigen Möglichkeiten, selbstĂ€ndig Einkommen zu generieren. 

Ihre Geschichte wurde bislang meist aus einer Außen-perspektive geschildert. Die Ausstellung SEX WORK erzĂ€hlt die Geschichte anders: Gemeinsam mit einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen wird in der Bundeskunsthalle Kunst, Kulturgeschichte und Archivmaterial prĂ€sentiert, orientiert an einem zentralen Prinzip: Nichts ĂŒber uns ohne uns!

Die Ausstellung setzt Schlaglichter auf Kunst- und Kulturgeschichte ebenso wie auf gesellschaftspolitische Themen der Gegenwart. In der bildenden Kunst spielten HetĂ€ren, Dirnen, Kurtisanen und NackttĂ€nzerinnen lange Zeit vorrangig eine motivische Rolle, wurden allenfalls als Musen wahrgenommen. 

Dass Sexarbeiter*innen auch eine schöpferische, kĂŒnstlerische Rolle einnehmen, ist eine Perspektive, die hier sichtbar gemacht wird. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit zu erzĂ€hlen heißt, ein Terrain zu betreten, das von moralisierenden und hochpolitischen Diskursen durchzogen ist. Medien und Popkultur greifen bei der Darstellung von Sexarbeitenden nur zu gerne auf eindimensionale Stereotypen zurĂŒck. 

Die öffentliche Debatte pendelt zwischen moralischer Verurteilung und Positionen, die jede Form der Sexarbeit pauschal als Ausbeutung einstufen. Die im Kontext der Sexarbeit gebrĂ€uchlichen Begriffe spiegeln seit jeher soziale VerhĂ€ltnisse, Machtstrukturen und Geschlechterordnungen wider. 

WĂ€hrend historische Bezeichnungen wie „Hure“ oder „Dirne“ primĂ€r eine moralische Stigmatisierung markierten, rĂŒckt der Begriff „Sexarbeit“ den Aspekt der ErwerbstĂ€tigkeit in den Fokus und löst diese von einer festgeschriebenen IdentitĂ€t. Zusammen mit Sexarbeitenden kreiert, ermöglicht die Ausstellung historische und aktuelle Einblicke in die Sexarbeit sowie Perspektiven auf Arbeits- und Menschenrechte.

DAS ZENTRALE PRINZIP: NICHTS ÜBER UNS OHNE UNS!

Die Geschichte der Sexarbeit ist geprĂ€gt von einem Wechselspiel aus Restriktion, Verfolgung, Duldung und Liberalisierung. Im 17. Jahrhundert waren Dirnen ein gĂ€ngiges Motiv niederlĂ€ndischer Genremalerei – als ProjektionsflĂ€che erotischer Fantasien oder Spiegel moralischer Vorstellungen. 

Die enge Verbindung von Handel, Migration und Sexarbeit war kein RandphĂ€nomen, sondern Ausdruck struktureller VerĂ€nderungen urbaner RĂ€ume. Auch im Paris des 19. Jahrhunderts waren Kunst und Erotik eng verflochten: Von TĂ€nzerinnen der Oper erwarteten wohlhabende MĂ€nner sexuelle GefĂ€lligkeiten fĂŒr ihr „MĂ€zenatentum“. 

Im Nachtleben der großen westlichen Metropolen entwickelte sich ab 1900 ein neuer, freiheitlicher Zeitgeist, mit dem sich KĂŒnstler*innen, Intellektuelle und die BohĂšme gegen die konservative Gesellschaft auflehnten. Im Berlin der 1920er Jahre, zwischen Glitzer, Rauch und Jazz, entstand ein kurzer Traum, der auch Frauen und queere Personen auf mehre Rechte hoffen ließ – bis die Nationalsozialisten diese Vielfalt gewaltsam zerstörten. 

Zu den Verfolgten und in Konzentrationslagern ermordeten Opfern des Nationalsozialismus zĂ€hlten auch vermeintliche oder tatsĂ€chliche Sexarbeiter*innen. Seit den 1980er-Jahren verschaffen sich Sexarbeiter*innen zunehmend Gehör. Restriktive Maßnahmen und öffentliche Stigmatisierung im Zuge steigender Polizeigewalt, Gentrifizierung und der AIDS-Krise fĂŒhrten zu Protesten und organisiertem Widerstand – oft in SolidaritĂ€t mit der queeren Community. 

Trans*Sexarbeitende standen an vorderster Front der queeren BĂŒrgerrechtsbewegung. FĂŒr Sexarbeitende ist diese Erfahrung von Gemeinschaft entscheidend, um StĂ€rke und UnabhĂ€ngigkeit zu entwickeln. RĂ€ume, in denen ĂŒber Erfahrungen und Traumata gesprochen werden kann, ohne auf eine Opferrolle reduziert zu werden, schaffen Selbstwirksamkeit und Schutz. Davon handeln viele der Objekte und ErzĂ€hlungen aus dem Sexarbeitenden-Archiv Objects of Desire. 

Die persönlichen Geschichten drehen sich um Liebe, Freude und Scham, um Angst und Frustration wie auch um ganz alltĂ€gliches Schuften bei der Arbeit. Die Ausstellung lĂ€dt dazu ein, Einblick in diese RĂ€ume zu nehmen – und neue Perspektiven auf ein von Vorurteilen und Tabus geprĂ€gtes Thema zu gewinnen.«