Impressionen aus Entenhausen

2013 10 Schwarzenbacher Amtsblatt

Quelle: Schwarzenbacher Amtsblatt, 25. Oktober 2013
Von Kriminalbiologe und Donaldist Dr. Mark Benecke

Text: Dr. Mark Benecke

Als eingefleischter Donaldist war es mir Ehre und Vergnügen, von den Würdenträgern der Stadt - dem Bürgermeister Alexander Eberl nebst Gattin, der zugezogenen Direktorin des Erika-Fuchs-Hauses, Alexandra Hentschel, Richter Gerhard Severin sowie den Stiftungsträgern - zu einem Vortrag in die Entenhausen ähnlichste Stadt der Erde geladen zu werden.

Da es in Schwarzenbach laut Hotelrezeption keine Taxis gibt, machte ich umfangreiche Spaziergänge, die mir noch viel mehr Ähnlichkeiten zwischen Schwarzenbach und Entenhausen, als sie in der donaldischen Forschung bekannt sind, offenbarten. Dass Kugeln beispielsweise in Kirchenlamitz hergestellt werden, wurde schon lange überliefert. Aber auch die Brücke - überdeutlich innerorts über die Saale führend -, von der aus Donald Duck eine Schatzkarte zerrissen in den Fluss wirft, sowie der Baum, an dem sich diese Karte auf der Wasseroberfläche wieder zusammensetzt, liegen klar erkennbar in Schwarzenbach.

Die im Schwarzenbacher Stadtbild und -wappen allgegenwärtigen Fische als Symbol der Weisheit und des Glückes stimmen mit dem von Gustav Gans getätigten Spruch „Fischlein, Fischlein, timpeteh" überein. Dass die Frauen Union Schwarzenbach die prominenteste Parkbank in der Bahnhofstraße stiftete, ist angesichts des mächtigen Frauenkränzchens sowie der „Kohlmeisen" genannten Gruppierung durchsetzungsstarker junger und älterer Damen aus Entenhausen natürlich kein Zufall.

Großes Interesse erregte die umfangreiche Beschilderung der Stadt. Wie in Entenhausen sind auch in Schwarzenbach Lebensmittel beschriftet („Döner") und es gibt zahlreiche Aufforderungen, die das Parken oder Betreten beispielsweise des Bahnhofes von der falschen Seite in Klarheit verbieten. Sogar der Herbstanfang wird auf einem großem Schild festgelegt und verkündet.

Der in Entenhausen wohlbekannte gemütliche Gasthof Sudler findet sich (unter anderem Namen) ebenfalls in Schwarzenbach, desgleichen ein Geschäft, dessen Besitzerin namens „Laube" mit dem Verkauf von Garten-Zeitschriften wirbt. Ein großes Froschdenkmal - offenkundig in Gedenken an den besonders Donalds Neffen gut bekannten Riesenfrosch („Korax!") - vervollständigt das donaldische Stadtbild Schwarzenbachs. Nur, dass Dagobert Duck neben einem Poster mit der Forderung nach gesetzlichem Mindestlohn abgebildet ist, verwunderte mich.

Zuletzt durfte ich im vollbesetzten Turnerheim einen Vortrag halten. Nachdem Reden von bestechender Einfalt und verblüffendem Scharfsinn gehalten wurden, schritten wir zur knoblistischen Abstimmung und besprachen das Thema des restlichen Abends. Er endete mit einem eigens kreierten, neodonaldischen Gericht: Spinat-Piroggen mit Gorgonzola-Sauce.

Ich möchte mich vielmals für die überwältigende Gastfreundschaft im malerischen Schwarzenbach bedanken und hoffe, als M.I.L.L.I.A.R.D.Ä.R. und Privatier bald wieder in Ihrer schönen Stadt die Gemeinsamkeiten mit Entenhausen, örtliche akademische Schnäpse und Hefen sowie den Fortgang der Bauarbeiten am Erika-Fuchs-Haus ausloten zu dürfen. Bis dahin sehr herzlich und Duck Auf.

(Dr. Mark Benecke gilt als Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe. Der Kölner durfte als einziger Hitlers Schädel untersuchen. Auch für das FBI war er schon tätig. Benecke tourt mit Leinwand, Beamer und Tatort-Fotos durch die Republik und erzählt von Maden und Mumien, Leichenstarre und anderen ekligen Aspekten seiner Arbeit. So auch am vergangenen Sonntag im Schwarzenbacher Turnerheim, wo sich rund 200 interessierte und hartgesottene Zuhörer einfanden. Sie nahm der „Herr der Maden" mit auf Spurensuche wie zum Beispiel in Schmeißfliegen-Larven, Blut, Sperma und dergleichen. Auch mit sehr realistischen und authentischen Tatort-Fotos sparte der Kriminalbiologe nicht.)
 

Mit großem Dank an die Redaktion für die Erlaubnis zum Abdruck.