Kriminalistik: Einsatz von übersinnlichen Fähigkeiten

Quelle: Kriminalistik, 10/2011, 65. Jahrgang, Seiten 628 bis 634
Einsatz von übersinnlichen Fähigkeiten
Test eines "Mediums" bei Tötungsdelikten

VON MARK BENECKE

"Es sei daher gestattet, all die Fachgenossen die Mahnung anzuknüpfen, in fremden Gebieten nach für uns Wichtigem zu suchen und das Gefundene den anderen mitzutheilen." (Fritz Gross. 1899)

Nicht oft, aber regelmäßig, trudeln bei uns im Labor Nachfragen ein, ob wir bei Kriminalfällen die Hilfe von "Medien"-Menschen, die übersinnliche Fähigkeiten besitzen - einsetzen.
Die Anfragen kommen von den Medien, allerdings der anderen Sorte: meist vom Fernsehen.
Es gibt anscheinend ab und zu Romane oder TV-Serien, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Daher wohl diese für ein forensisches Labor (das ja grundsätzlich nur dem greifbaren Sachbeweis und gerade nicht unbeschreibbaren Kräften und Wahrnehmungen) zugewandt ist, eigentlich merkwürdige Anfrage.


Alte Kriminalpolizisten, die ich im Laufe der letzten fünfzehn Jahre hin und wieder darauf ansprach, reagierten mit Kopfschütteln. Bestenfalls erinnerten sie sich "mal an irgendeinen" Fall, in dem das "vielleicht" versucht worden sein sollte, "aber nicht bei uns". Niemand konnte etwas Nachverfolgbares beisteuern. Ich hatte das Ganze daher zuletzt ins Reich der Märchen geschoben.

Ein Medium meldet sich

Im Oktober 2010 ergab sich dann endlich eine Chance. Ein Medium (übersinnlich) bot mir unaufgefordert an, einen kriminalistischen Test mit übersinnlicher Komponente durchzuführen, und zwar ohne Breiten-Medien (TV/Print) und in der krassest möglichen Variante, nämlich bei Tötungsdelikten:

Ich bin Medium und sehe in Visionen zu Tode gekommene Menschen, überwiegend Morde an Kindern. Meine Frage an Sie: ist es aus Ihrer Sicht möglich, meine Visionen in Kriminalfälle zu integrieren beziehungsweise zu verwerten? Wie das zum Beispiel in den USA schon länger praktiziert wird. Zum Ende möchte ich noch betonen, dass ich keinerlei finanzielles Interesse habe. In den vielen Fällen ist es so, dass ich folgende Dinge "sehen" kommen:

  • die Todesursache bzw. Verletzungen;
  • Umstände/Situationen, die kurz vor dem Tod waren (z.B. Streit/Sexualverbrechen/Entführung);
  • Gegend oder Landschaft, wo sich eine Leiche befindet (allerdings meist ohne Ortsnamen);
  • Aussehen des/der Täter{s) und Hillweise auf dessen Umfeld, wie Familie, Arbeit/Fahrzeug.

Dies sind im Groben die Dinge, die ich meist wahrnehme. Es sind mal mehr, mal weniger Hinweise, das kann ich nicht beeinflussen.

Ich sagte der Schreiberin von Vorneherein, dass ich angesichts des entstehenden Aufwandes eine Veröffentlichung der Ergebnisse in Fachzeitschriften einplanen wolle. Das sagte sie erfreut und wiederholt zu. Leider zog sie aber, nachdem ich ihr die Ergebnisse mitteilte, vollkommen unerwartet ihr Einverständnis zurück, sodass ich den Namen der (zuvor sehr netten und offenen) Schreiberin nun nicht mehr nenne.

Meine Idee zum Test war dabei einfach und konkret:
"Ich sende Ihnen Farbfotos von Tatorten, auf denen man aber die Leichen nicht oder nur teils oder nur Spuren (Blut usw.) sieht, und sie sagen mir nach Möglichkeit etwas zu:
  • Ort (wo ist das?)
  • Jahr (wann geschah das?);
  • Jahreszeit (wann geschah das?);
  • Art des Verbrechens (was ist da passiert?);
  • Art der Verletzungen;
  • etwas zum Täter/zur Täterin.

Wäre das eine für Sie akzeptable Möglichkeit?"

Das war es...Dies ist nur die Einleitung des Artikels, der wortgleich hier erschienen und einzusehen ist: Die Skeptiker: Wahrheit und Vision

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